Filigran mit scharfer Axt

Timbersportler Alexander Heinz aus Ransbach ist sogar Weltrekordler

Die Nase vorn: In der Disziplin Stock Saw ist Alexander Heinz bei den Intermediates Weltrekordhalter. In 10,85 Sekunden hat er zwei Scheiben von einem 40 Zentimeter starken Holzstamm abgeschnitten – und das alles auf einer maximalen Breite von zehn Zentimetern.
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Die Nase vorn: In der Disziplin Stock Saw ist Alexander Heinz bei den Intermediates Weltrekordhalter. In 10,85 Sekunden hat er zwei Scheiben von einem 40 Zentimeter starken Holzstamm abgeschnitten – und das alles auf einer maximalen Breite von zehn Zentimetern.

Der Ransbacher Alexander Heinz ist Weltrekordler. Aufgestellt hat er den Rekord beim Amarok-Cup der Timbersportler in der Disziplin Stock Saw mit einer Stihl-661-Motorsäge.

Ransbach - Alexander Heinz hat als Intermediate in der Disziplin Stock Saw mit einer Stihl-661-Motorsäge innerhalb von 10,85 Sekunden zwei Scheiben von einem 40 Zentimeter starken Baumstamm abgeschnitten – und das auf einer Breite von gerade einmal zehn Zentimetern. Das ist nur eine von fünf Disziplinen, die ein Timbersportler, der kein Anfänger (Rookie) mehr ist, bewältigen muss. Den Schritt zum Profi möchte Alexander Heinz im kommenden Jahr in Angriff nehmen – „das ist mein großes Ziel“, erklärt er. Dann kommt noch eine weitere Disziplin hinzu. Und die kostet erst einmal gewaltig viel Geld. Denn um für den Wettbewerb Hot Saw gerüstet zu sein, bedarf es einer speziell angefertigten Motorsäge, die 80 PS Leistung erzielt und über ein 73 Zentimeter langes Kettenblatt verfügt. Kostenpunkt: mindestens 6000 Euro. „Das ist alles andere als ein Kinderspielzeug und die Säge wiegt zudem 27 Kilogramm“, erklärt Heinz. Mit diesem „Gerät“ müssen drei möglichst gleichmäßige Scheiben vom Stamm geschnitten werden – auf einer maximalen Breite von 15 Zentimetern.

Und dieser ganz spezielle Sport hat ihn schon als Kind fasziniert. „Ich habe mit zehn oder zwölf Jahren die Wettkämpfe immer im DSF verfolgt“, erinnert sich der 30-Jährige. Vollends vom Timbersports-Virus gepackt wurde er, der mit der Kettensäge auch Skulpturen schnitzt, bei einem Kurzurlaub in der Rhön vor drei Jahren. „Das Wetter war so dermaßen schlecht, dass wir nur auf dem Zimmer waren. Da habe ich im Internet gesehen, dass im unterfränkischen Mellrichstadt der Rhön-Cup der Timbersportler stattfindet. Wir sind dann dort hingefahren und seitdem bin ich infiziert“, berichtet Heinz.

Nach Übungseinheiten sowie einem Trainingscamp wurde Alexander Heinz schließlich von einem offiziellen Trainer für den Wettkampf zugelassen. Neben Technik und Zeit stand dabei vor allem die Sicherheit im Fokus. Mit einem Schneidenwinkel von 13 bis 14 Grad seien die Wettkampfäxte „schweine-scharf“ und die Verletzungsgefahr entsprechend hoch.

Eine Schutzausrüstung mit Kettensocken sowie beim Umgang mit der Kettensäge Schnitt-, Gesichts- und Gehörschutz sind deshalb Pflicht.

In diesem Jahr sind die sportlichen Ambitionen von Alexander Heinz durch Corona immer wieder eingebremst worden. Lediglich im Juli und August fanden unter strengsten Hygienevorschriften zwei Wettbewerbe statt, wobei er beim Amarok-Cup den bereits erwähnten Weltrekord für Intermediates aufstellte.

Die Zeit des ersten Lockdowns ab März hat Heinz, der als Baumaschinenmechaniker bei K+S unter Tage arbeitet, genutzt, um sich eine spezielle Drehbank zu bauen. Damit bringt er Holzstämme in Form, damit sie die für den Timbersport notwendigen Maße erhalten.

Das alles passiert auf dem Hof seiner Schwiegereltern nahe Mansbach. Dort hat sich Heinz ein regelrechtes „Timbersport-Studio“ auf einem Hinterhof eingerichtet. Die notwendigen Vorrichtungen, um das Holz ordentlich und kräftig bearbeiten zu können, hat er sich alle selbst angefertigt. Sie sollen ihm dabei helfen, den Schritt hin zum Profi-Timbersportler schon im kommenden Jahr erreichen zu können.

Von Mario Reymond

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