Zeljko Zovko zurück in Hersfeld, wenn auch nur für einen Tag

Das Feuer brennt noch in ihm

So knapp war das damals: Zeljko Zovko ist noch heute in seinem Element, wenn er über Handball und speziell über den TV Eitra spricht. Der kroatische Trainer lebt auch noch heute vom Sport. Foto: Eyert

Bad Hersfeld. Die Baseball-Cap ist tief ins Gesicht gezogen, der dicke Schal um den Hals gewickelt: So betritt am Freitag ein Mann die Bad Hersfelder Geistalhalle, der bei den heimischen Handballfans auch fast 20 Jahre nach seinen Erfolgen immer noch großen Respekt und Anerkennung, ja geradezu Kultstatus genießt.

Es handelt sich um keinen Geringeren als Zeljko Zovko, jenen legendären Trainer, der zu Beginn der 90iger Jahre den TV Eitra aus der Oberliga bis in die Handballbundesliga führte. Und damit für eine Euphorie sorgte, die auch heute noch bei vielen, die jene glorreichen Zeiten live erleb- ten, für verklärte Augen und Wehmut sorgt. Eine Einladung des Vereins, SMOG-Schule machen ohne Gewalt, nahm der 56-jährige Kroate zum Anlass, nach langer Zeit einmal wieder an seine alte Wirkungstätte zurückzukehren, um dabei gleichzeitig auf viele Weggefährten und Spieler zu treffen, die mit ihm zusammen jenen Meilenstein im Männerhandball beim TV Eitra schafften, der dann nie wieder erreicht wurde – die Bundesliga.

Vater war die rechte Hand

„Dein Vater war damals auf dem Spielfeld meine rechte Hand, mein Vertrauter“, teilt er zur Begrüßung dem 11-jährigen Niklas Roth mit, der mit seinem Vater Michael, dem ehemaligen TVE-Kapitän, kurz zuvor eingetroffen ist. Auf Stefan Wenzel und Robert Nolte trifft Zovko auch noch in der Halle, während er am Abend zuvor mit Wolfgang Kemmler und Erik Pettermann zusammen saß.

Ein Trainer im Unruhestand: Was macht der handballverrückte Kroate, dessen ältester Sohn Lovro es als Tennisspieler bis ins kroatische Davis-Cup Team geschafft hat, heute? „Pause! Ich habe bis Dezember 2009 für die kroatische Handballförderation gearbeitet, und warte jetzt auf neue Aufgaben“ gibt Zovko bereitwillig Auskunft.

Wahre Sisyphos-Arbeit

Er braucht ein wenig Abstand, hat er doch in den letzten Jahren eine wahre Sisyphos-Arbeit verrichtet. „Auch Kroatien hat wirtschaftliche Probleme, dass Geld sitzt nicht mehr so locker. Es wird daher viel mit jungen Talenten gearbeitet, die man langfristig aufbauen muss. Das kostet viel Kraft und Energie.“ So hat Zovko unter anderem in Porec ausschließlich mit Spielern der Jahrgänge 1987 bis 1994 gearbeitet – wohl gemerkt in der ersten Liga.

Bei der Frage, ob er gerne noch mal als Trainer im Ausland arbeiten möchte, fangen seine dunklen Augen an zu leuchten, und man merkt, dass das Feuer noch immer in ihm brennt. Wo am liebsten denn im Ausland? „In Deutschland. Gerne und zu jeder Zeit. Ich warte nur auf das richtige Angebot“. Wenn alles klappt, wird man Zeljko Zovko im Juni dieses Jahres wieder hier begrüßen können. Dann nämlich, wenn der TV Eitra 100 Jahre alt wird.

Von Michael W. Rimkus

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