Erstes Training seit acht Wochen 

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Aufwärmen auf Abstand: Erstmals seit der achtwöchigen Corona-Pause trafen sich die Fußballer des Kreisoberligisten SG Hessen/SVA/SpVgg zum Training. Trainer Thorsten Hüter gab Anweisungen. 

Auch die Amateurfußballer dürfen mit Einschränkungen wieder trainieren. Auf einigen Plätzen herrscht bereits Betrieb. 

Wir haben uns deshalb einmal umgehört, wo denn der Ball schon wieder rollt.

Die Kreisoberligisten SG Niederaula/Kerspenhausen und SG Hessen/Festspielstadt haben sich in dieser Woche schon einmal versucht, Liga-Konkurrent FSG Bebra startet am heutigen Freitag.

Ein Teil der Spieler der SG Hessen/SVA/SpVgg sahen sich am Mittwoch das erste Mal seit acht Wochen wieder. Trainer Thorsten Hüter hatte das Team in zwei Gruppen von je zehn Spielern eingeteilt. „Die zweite Gruppe ist Freitag dran“, erläuterte der Coach. Aufwärmen auf Abstand und ein intensives Torschusstraining standen auf dem Programm. Weil Kopfbälle und Einwürfe nicht möglich sind, gab es nur eine sehr eingeschränkte Übungseinheit.

Torschüsse mit Anlauf oder mit Pass zuvor aus dem Mittelkreis – das ging gut. Beim Torschusstraining hatte Keeper Kevin Geppert alle Hände voll zu tun. „Alle haben die Kraft, die sie sich in den letzten Wochen aufgespart hatten, in die Schüsse gelegt“, sagt Hüter und lacht. Der Coach ist gespannt auf die Entscheidung, wie es mit der Serie weitergeht. „Vor den Wochen der Wahrheit, die auf uns zugekommen wären, hätte ich im Übrigen keine Angst gehabt“, sagt er. Die Hersfelder hatten ihr einziges Punktspiel in diesem Jahr am 8. März gegen Steinbach mit 7:1 gewonnen, zuvor auch das Pokalspiel gegen Aulatal.

Hygienevorschriften:  SVA-Abteilungsleiter Herbert Seitz (linkes Bild) installiert einen Spender für Deinfektionslösung. 

Während sich die Spieler mit dem Ball beschäftigten, hing der SVA-Verantwortliche Herbert Seitz einen Desinfektionsmittel-Spender am Zaun auf – eine der vielen Auflagen, die Vereine erfüllen müssen, wenn sie das Training anbieten. Gleichzeitig lagen auch Listen aus, um etwaige Infektionsketten nachverfolgen zu können.

„Wir haben uns am Dienstag auf freiwilliger Basis erstmals wieder in Niederaula getroffen und ein bisschen an den Ball getreten“, berichtet Spielertrainer Daniel Orth von der SG Niederaula/Kerspenhausen. Dabei habe man natürlich auf die Abstands- und Hygienevorschriften geachtet, die der Hessische Fußball-Verband vorgegeben hat.

Orths Fazit: Es habe wenig mit Fußball zu tun, wenn man den Ball nicht mit dem Kopf oder aber – wenn der Ball im Aus war – mit der Hand berühren solle. „Das ist schon kurios. Fußball ohne Zweikämpfe funktioniert nicht – da ist auch kein wirkliches Training möglich“, sagt der 29-Jährige. Die SGN will sich künftig auf freiwilliger Basis einmal wöchentlich treffen, um sich nicht aus den Augen zu verlieren.“

Dewegen werde auch beim ESV Hönebach noch nicht trainiert, sagt Vorstandsmitglied Bernd Noll. Ein Mannschaftstraining unter den geltenden Einschränkungen bringe nicht viel, sei die Meinung von Coach Tino Jäger. Demnach bleibt es erst einmal bei den individuellen Trainingsplänen, mit denen Jäger eine Kicker derzeit versorgt.

Rainer Gleim, Sportlicher Leiter der FSG Bebra, berichtet, dass Trainer und Spieler am liebsten sofort losgelegt hätten – auch der sozialen Kontakte wegen. Aber unter den gegebenen Umständen habe man sich darauf verständigt, ab dieser Woche wenigstens freitags zu trainieren. Bevor heute aber gepasst und geschossen werden kann, wird es erst einmal eine genaue Einweisung für alle geben. Die Empfehlungen des HFV seien unbedingt einzuhalten. Darauf werde man bei der FSG achten, sagt Rainer Gleim.

Mike Lindemann, der Coach der SG Wildeck, sieht im Moment noch keinen Sinn darin, seine Kicker auf den Platz zu bitten. „Unter diesen Auflagen zu trainieren, ist für uns nicht praktikabel und Zeitverschwendung“, sagt er und warnt: „Wenn es wegen Nachlässigkeiten zu Infektionen kommt, dann können die Verantwortlichen der Vereine dafür haftbar gemacht werden.“

Andreas Rygula wird mit den Fußballern seines ESV Weiterode das Training am 22. Mai wieder aufnehmen. Er hätte am liebsten keinen Tag gewartet, einige Spieler, zum Beispiel Torwart Witold Sabela, ginge es genauso. Die meisten vermissten den Kontakt zu den Kollegen.

Allerdings weiß Rygula auch, „dass es nicht einfach ist, die Vorschriften einzuhalten“. Das brauche ein bisschen Vorbereitungszeit. Deshalb hätten sich Vorstand, Trainer, Kapitän und Spielerrat auch auf den Aufschub verständigt.  wz/twa/hex

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