Rennfahrer Lenerz im Interview

Er fährt immer auf Sieg

Fährt jetzt Langstreckenrennen: Marcel Lenerz, 20-jähriger Rennfahrer aus Ludwigsau-Tann. Foto: privat/nh

Kein Sommer ohne Autorennen: Für Marcel Lenerz gilt das auch in diesem Jahr. Der 20-Jährige aus Ludwigsau geht erneut in der NES 500 an den Start. Wir haben mit ihm über die aktuelle Saison gesprochen.

Die neue Rennserie ist bei Ihnen schon wieder voll im Gange. Sind Sie gut über den Winter gekommen?

Marcel Lenerz: Ja, ich habe mich wie immer sportlich fit gehalten, um auf dem Level zu bleiben, wo ich bin. Kontakt zu Teams hatte ich über den Winter aber nicht.

In welchem Auto sitzen Sie in diesem Jahr?

Lenerz: Es ist die gleiche Serie wie letztes Jahr und daher auch das gleiche Auto. Allerdings habe ich ein neues Team, ein Privatteam, das der Vater von einem der anderen Fahrer ins Leben gerufen hat.

Wie sind Sie zu diesem neuen Team gekommen?

Lenerz: Sie haben mich im Frühjahr kontaktiert, erzählt, dass sie mit einem neuen Team antreten wollen und gefragt, ob ich bei ihnen fahren will. Sie kannten mich vom letzten Jahr und brauchten noch einen schnellen Fahrer, damit sie Erfolge einfahren können.

Sich das Auto mit mehreren Fahrern zu teilen, ist nicht unbedingt die klassische Vorstellung von Rennsport. Ist das nicht eigentlich mehr etwas für Einzelkämpfer?

Lenerz: Rennsport ist eigentlich ein Einzelsport, das ist klar. Nun fahre ich aber Langstreckenrennen und da fährt man einfach mit mehreren Leuten ein Auto, denn als Einzelner kann man nicht vier Stunden durchfahren. Es kommt auf andere Sachen an als in Sprintrennen: Zum Beispiel spielen hier Reifen- oder Spritmanagement noch einmal eine andere Rolle. In den Rennen fahren außerdem auch Autos aus anderen Klassen mit, auch größere wie zum Beispiel Porsche. Es ist dann ein Feld von 60 bis 70 Autos und da ist auf der Strecke schon einiges los. Im Sprintrennen hat man natürlich den Zweikampf ein wenig mehr, aber es macht trotzdem Riesenspaß.

Blicken wir kurz auf diese Saison: Hat sie zufriedenstellend für Sie begonnen?

Lenerz: Beim ersten Rennen sind wir mit vier Mann gefahren und haben gewonnen. Für mich persönlich lief dabei alles sehr gut. Ich hätte vorher nicht gedacht, dass wir den Sieg holen können, denn zwei unserer Fahrer sind ein wenig schwächer – trotzdem haben wir sogar mit deutlichem Vorsprung gewonnen. Im zweiten Rennen sind wir dann leider ausgefallen, weil die Kardanwelle sich gelockert hatte. Das ist ein Schaden, der sich im Rennen nicht auf die Schnelle reparieren lässt, daher mussten wir das Auto stehen lassen. Trotzdem war ich mit dem Rennen bis dahin zufrieden, der Speed war wirklich gut, ich komme gut mit dem Auto zurecht und war auch wieder der Schnellste in unserer Klasse.

Wie geht es nun in den kommenden Wochen weiter?

Lenerz: Auf jeden Fall stehen noch zwei Rennen an, am Nürburgring und am Lausitzring. Dazu ist Assen noch optional, ob das Team hinfährt, wissen wir momentan noch nicht. Eventuell ist dann auch noch ein weiteres Rennen geplant, aber das ist noch nicht spruchreif. Das nächste Rennen ist auf jeden Fall im Juli am Lausitzring und vorher steht dort wahrscheinlich noch ein Testtag an.

Und wie sehen ihre Ziele aus?

Lenerz:Mein Ziel ist es ganz klar, jedes Rennen zu gewinnen. Und natürlich, dass wir in der Meisterschaft am Ende ganz vorne stehen.

Von Kristina Marth

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