Die Tischtennis-Abteilung des TV Hersfeld hofft mit Günter Ogroske auf eine bessere Zukunft

Eine Herzensangelegenheit

bad hersfeld. Die Tischtennisabteilung des TV Hersfeld hat eine neues Zugpferd. Zugegeben, kein ganz junges, wildes – aber eines mit einem guten Namen. Günter Ogroske, Tischtennis-Urgestein aus Heringen, ist nach Bad Hersfeld zurückgekehrt.

69 Jahre alt ist der kleine Mann mit den grauen, seitlich gescheitelten Haaren und dem freundlichen Gesicht mittlerweile. Wenn es um Tischtennis geht, scheint der Tatendrang des ehemaligen Hessenligaspielers indes ungebrochen. „Ich möchte helfen, beim TVH wieder etwas aufzubauen. Der Verein liegt mir sehr am Herzen“, sagt Ogroske.

Von 1972 bis 1989 spielte er erfolgreich für den Hersfelder Club und feierte in dieser Zeit auch als Trainer der Jugend- und Schülermannschaften beachtliche Erfolge. Das müssen so viele gewesen sein, dass man bei Ogroskes Aufzählungen – er hat auch einige alte Zeitungsausschnitte zum Gespräch mitgebracht – leicht einmal durcheinandergeraten kann. Aber was soll’s.

In diesem Artikel soll es ja nicht um nostalgische Erfolge gehen. Und es soll auch kein Porträt von Günter Ogroske werden. Dieser Artikel erzählt die Geschichte der Tischtennisabteilung des TV Hersfeld zu Beginn des Jahres 2012.

Sie geht so: Das Hersfelder Tischtennis hat schon bessere Zeiten gesehen. Viel bessere. Knapp 100 Mitglieder zählt die Sparte zurzeit. Doch nur etwa zehn davon sind noch im Seniorenbereich aktiv. Der jüngste Spieler ist mit Felix Diwisch zwar erst 19 Jahre alt, doch Abteilungsleiter Lothar Weidmann sagt mit einem gequälten Lächeln: „Wir sind eine ziemliche Seniorentruppe geworden.“ Paul Zietz, der älteste Aktive, ist über 70. Und so kommt es, dass die Hersfelder nur noch eine einzige Mannschaft im Seniorenbereich aufbieten können. Das Team spielt in der 2. Kreisklasse und ist dort mit 0:24 Punkten abgeschlagen Tabellenletzter. Bei sieben Punkten Rückstand zum Relegationsplatz und gar elf zum rettenden Ufer ist der Abstieg vorprogrammiert. „Wenn wir nicht bald noch ein oder zwei gute Spieler dazubekommen, steigen wir ab“, sagt Ogroske. Er hofft, dass sich nach diesem Artikel vielleicht der ein oder andere Spieler, der derzeit frei ist, beim TVH meldet. Ganz nebenbei: Der ehemalige Klassespieler ist die neue Nummer eins der Hersfelder. Auf seine Punkte kann sich der Club verlassen. In der 2. Kreisklasse muss sich Ogroske vor keinem Gegner verstecken.

„Ich kann nicht gut verlieren.“

günter ogroske

In der Jugendabteilung der Hersfelder sieht es ebenfalls es mau aus. Mannschaften im Spielbetrieb gibt es nicht. Etwa 15 Jugendliche im Alter von sieben bis 14 Jahren trainieren neuerdings mit Günter Ogroske. „Wir konnten den Jugendlichen keine vernünftigen Perspektiven mehr für den Seniorenberich bieten. Deshalb haben uns in den vergangenen Jahren acht Talente verlassen. Die spielen jetzt auf der Hohen Luft, beim Lax oder in Kathus“, erzählt Abteilungsleiter Weidmann.

Jetzt also soll etwas passieren. Mit einer neuen Galionsfigur. Mit Günter Ogroske. Ein geregelter Trainings- und Spielbetrieb ist das Ziel des Mannes, der seit 1972 seinen Übungsleiterschein besitzt und sich, so wie früher auch in Bad Hersfeld, noch immer in Obersuhl an der Schule um Tischtennis-Talente kümmert.

Er und Weidmann wollen eine solide Basis schaffen und in naher Zukunft auch eine schlagkräftige Mannschaft aufbauen. In der schmucken, renovierten Jahnhalle sollen schon bald wieder Siege gefeiert werden. Am liebsten so wie damals, in den 70er und 80er-Jahren, an die Günter Ogroskes Zeitungsausschnitte erinnern.

Von Sascha Herrmann

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