Interview: Willi George, Trainer der Hessenliga-Fußballerinnen des SV Gläserzell

Eine gute Entwicklung

Seit fünf Jahren in Gläserzell: Willi George trainert die Frauenmannschaft, den aktuellen Hessenliga-Spitzenreiter. Foto: Charlie Rolff

Willi George hat ein Herz für den Mädchen- und Frauenfußball. Im fünften Jahr schon engagiert sich der 54-Jährige aus Kleinensee beim SV Gläserzell. Mit dessen Frauenteam ist er aktueller Spitzenreiter der Hessenliga - und nimmt am Samstag am Herren-Hallenturnier des TSV Ausbach teil (siehe Seite eins).

Sie wagen es, sich am Samstag der männlichen Konkurrenz zu stellen?

Willi George: Wir rechnen uns da nichts aus, auch bei diesen Gegnern (Steinbach, Hessen/SpVgg, Dorndorf, Ausbach/Heimboldshausen; d. Red.). Die Serie im Freien hat für uns Priorität...

... und weshalb haben Sie zugesagt?

George: Für uns ist wichtig: Es ist eine Abwechslung. Die Mädchen wollten es. Sich ’mal mit den Männern zu messen. Damit sie eher einschätzen können, wo sie stehen.

Wo liegen, realistisch betrachtet, die Möglichkeiten?

George: Wir wollen uns nichts vormachen: Die Vorteile in Athletik und Kraft der Männer sind nicht von der Hand zu weisen.

Und was spricht für den Spitzenreiter der Hessenliga?

George: Spielerisch sehe ich keine Bedenken. Im Frauen- und Mädchenfußball hat sich in den letzten Jahren einiges getan. Auch wir in Gläserzell legen unser Haupt-Augenmerk seit Jahren auf die Mädchen-Arbeit. Unsere U16 hat in der Hessenliga noch kein Spiel verloren, sie liegt gleichauf mit dem 1. FFC Frankfurt.

In Gläserzell kicken zahlreiche heimische Spielerinnen. Wer kommt beim Turnier am Samstag zum Einsatz?

George: Wir reisen mit elf Spielerinnen an. Mit dabei sind Denise Goßmann, Katharina Roth, Anja Waldmann und meine Tochter Christina.

Was ist mit Angelique Ries?

George: Sie hat längere Zeit nicht trainiert, weil sie sich derzeit auf ihre Abschlussprüfungen im Gymnasium konzentrieren muss.

Wie verläuft die Entwicklung der genannten Spielerinnen?

George: Gut, sie sind ausnahmslos Stammspielerinnen. Anja Waldmann (25), die früher in Heringen spielte, hat in den letzten Jahren viele Tore geschossen. Denise Goßmann (18) kann mittlerweile auf mehreren Positionen spielen. Katharina Roth (17) hat zusammen mit Melanie Hillenbrand in dieser Serie am meisten getroffen - eine gute Quote für sie, die im ersten Jahr im Frauenbereich spielt.

Und Ihre Tochter Christina?

George: Sie ist 25 Jahre und zählt mit Anja Waldmann zu den „Ältesten“ im Team. Man merkt, dass sie schon Erfahrung aus Schwarzbach mitbringt, wo sie früher gespielt hat.

Angenommen, der SV Gläserzell schafft den Aufstieg in die Regionalliga. Stünde der Verein dahinter?

George: Ja. Der SV Gläserzell ist ein kleiner Verein. Doch wir würden den Sprung wagen. Vier Teams kämen wohl aus Hessen, aber es sind Fahrten bis nach München oder Freiburg zu bewältigen.

Von Walter Kell

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