ReserveCup: Ransbachs Alte Herren und Hohenroda II nehmen das Publikum mit

Eine Einladung zum Mitleiden

Zeigten, dass sie nach wie vor kicken können: die Alten Herren des TSV Ransbach. Bis ins Viertelfinale kamen sie beim ReserveCup. Foto: nh

ransbach. Haben die Fußballfans in Hohenroda kein Zuhause? Das fragte man sich am Samstag in der Sporthalle in Ransbach, als sowohl die Zweite der FSG als auch die Alten Herren des Gastgebers für Gänsehaut, ein stimmungsvolles Bild und dichte Atmosphäre sorgten beim ReserveCup. Vor allem die Alten Herren lieferten zwei Vorstellungen ab, die von nun an mit der Geschichte des Wettbewerbs verbunden werden.

Fast unglaublich erschien die Teamleistung, mit der die Truppe – Axel Bredy ist mit 40 der Jüngste, Ralf Burghardt mit 53 der Älteste – in der Zwischenrunde den SV Steinbach, der zuvor Blankenheim mit 7:0 weggeputzt hatte, niederrang. Die Zuschauer litten mit ihren Cracks, die sich verausgabten und das Letzte aus sich herausholten.

Teufelskerl

Mike Lindemann, einstiger Torjäger in Ausbach und jetziger Coach der FSG-Ersten, brachte die Alten Herren in Führung – und nachdem Steinbach ausgeglichen hatte, gelang „Olli“ Vock nach Bredys Pass der Siegtreffer.

Was Thorsten Heiderich alles abwehrte und wegfischte – ein Teufelskerl. Dass er zum besten Torwart gewählt wurde, war folgerichtig. „Jetzt brauchen wir nur noch Blankenheim zu schlagen, dann sind wir weiter“, frohlockte Betreuer Thomas Köhler.

Mit Verstand

Gesagt, getan: Mit 8:1 spielten die Alten Herren die Vertretung des B-Ligisten an die Wand – Ransbachs betagte Kicker waren das Team beim ReserveCup, das Fußball mit Verstand zeigte. Ein Höhepunkt aber stand noch bevor: das Viertelfinale gegen Sorga/Kathus. Vock zapfte seine alte Klasse an, als er aus der Drehung zur Führung traf. Und „Olli“ Schäffler, noch fit wie ein Turnschuh, ließ das 2:0 liegen, als er Keeper Hedrich schon ausgespielt hatte, sein Schuss aber noch von der Linie gekratzt wurde. In den Schlussminuten schlichen sich, beim Alter des Teams und dieser Beanspruchung nur eine Frage der Zeit, Konzentrationsfehler ein, der Gegner nutzte dies zum 3:1-Sieg.

Raus mit viel Applaus

Raus mit ganz viel Applaus, dachten viele – das mögliche Halbfinale gegen die FSG-Zweite, von dem schon so mancher in der Halle träumte, war dahin. Denn auch die Reserve der FSG Hohenroda arbeitete sich voran im Turnierverlauf. So authentisch, dass die Zuschauer vollends hinter ihr standen beim Derby im Viertelfinale gegen Philippsthal. Das war kurzfristig für Oberaula eingesprungen. In der Runde der letzten Acht aber musste sich der VfL seinem Nachbarn Hohenroda beugen, der durch Christian Striniskos Tor gewann. Und sich mit Rang drei belohnte.

„Wir sind stolz auf unsere Leistung“, bemerkte Oliver Vock von Ransbachs Alten Herren, und Teamkollege Manfred Rosenthal ergänzte: „Nächstes Jahr greifen wir wieder an.“

Von Walter Kell

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