Handball-Landesliga

Ein verschworener Haufen: WHO  erkämpft sich einen Punkt und Respekt

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Er hielt in der Schlussphase einen Siebenmeter und ließ die WHO vom doppelten Punktgewinn träumen: Torwart Kevin Schottmann. 

Obersuhl – Sie hatten dem hohen Favoriten TSV Vellmar ein 26:26 abgetrotzt und den Sieg in der Hand – dennoch gab es nach Abpfiff bei den Spielern der HSG WHO leere Gesichter.

Es herrschten  eher Tristesse und Enttäuschung statt Euphorie beim Handball-Landesligisten. Läppische drei Sekunden fehlten zur Sensation, als Duran Dusic im Überschwang der Emotionen „die Gäule durchgingen“. Er stürmt in den Mittelkreis, will den Vellmarer Anwurf verhindern. Folge: Rote Karte für ihn und, regelkonform, Siebenmeter für den Gast, den Lance Stumbaum zum 26:26-Endstand verwandelt.

Doch war für Trübsal weder Platz noch Grund, hatte das Rumpfteam der WHO sein Fell doch mehr als teuer verkauft. Ein Rumpfteam, wohlgemerkt, da neben den Langzeitverletzten auch kurzfristig, sehr zum Ärger von Jörg Fischer, mit dem arg in der Kritik stehenden Nebosia Raljic eine wichtige Ergänzung im Rückraum ausfiel. Doch die „letzten Mohikaner“ zeigten sich als verschworener Haufen und kämpften wie die Löwen. 

„Mal sehen, was heute geht. Wir machen unser Ding und lassen uns überraschen“, strahlte Fischer Optimismus aus. Zu Recht, wie sich zeigte. Es war über die gesamte Spielzeit kein Unterschied zwischen Klassenprimus und dem Schlusslicht erkennbar, ehe die dramatische Schlussminute begann. Vellmar spielt in Unterzahl, und „JUB" Jan-Uwe Berz trifft vom Punkt zum 25:25. Im Gegenzug pariert „Hexer“ Schottmann den Strafwurf von Finn Huber, ehe im Gegenzug Spielmacher Robin Schneider zum umjubelten 26:25 trifft. Noch drei Sekunden sind zu spielen – den Rest kennen Sie. „Ich gratuliere der WHO. Die haben heute alles abgerufen. Wir kamen nicht gut ins Eins gegen eins und agierten schwach aus dem Rückraum“, konstatierte Vellmars Trainer Gordon Hauer. Nicht, ohne darauf hinzuweisen „wo wir herkommen. Ich habe einige Spieler, die zuletzt bei unterklassigen Teams auf der Bank saßen. Da, wo uns die Mitbewerber sehen, sind wir noch lange nicht“. Bleibt als Fazit: Obwohl es wegen drei Sekunden und fehlender Cleverness für die WHO nicht zum Sieg reichte, darf sich das Team als moralischer Sieger fühlen und die kleine Hoffnung auf den Klassenerhalt weiter nähren.

Von Michael W. Rimkus

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