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Heinebach, Gudegrund und Wildeck unter Druck

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Yannik Hofmann (links) von der SG Wildeck im Duell mit dem Neuensteiner Marcel Sandrock.
Es brennt lichterloh bei der SG Wildeck – hier Yannik Hofmann (links) im Duell mit dem Neuensteiner Marcel Sandrock. © Stefan Kost-Siepl

Hersfeld-Rotenburg – Nicht ganz neu werden die Karten gemischt, wenn es für die SG Heinebach/Osterbach, die SG Gudegrund/Konnefeld und die SG Wildeck in der Abstiegsrunde der Fußball-Kreisoberliga Fulda Nord voraussichtlich Ende März oder Anfang April 2022 wieder um Punkte geht.

Lediglich vier Punkte liegen zwischen der SG Haunetal, die 13 Zähler aus der Einfachrunde mitbringt, und der SG Heinebach/Osterbach, die drei Siege und damit neun Punkte auf dem Konto hat. Für Spannung ist also vom ersten Spieltag an gesorgt. Lediglich die SG Wildeck weist mit nur drei Punkten einen erheblichen Rückstand auf.

SG Gudegrund/Konnefeld

Über weite Strecken zufrieden war Gudegrunds Trainer Steffen Leinhos mit dem Verlauf der Vorrunde, wobei der Start ein wenig aus dem Rahmen fiel. Während der FSV Hohe Luft und die SG Neuenstein nicht der Maßstab für sein Team waren, „sitzt der Stachel von den Niederlagen in Heinebach und Friedewald noch tief“. Punktgewinne gegen diese Teams hätten den Gudefeldern gut zu Gesicht gestanden. Aber auch so kann man mit Zuversicht in die Restrunde gehen.

Trotz kleinem Kader habe man am Ende viel draus gemacht. „Alle haben gut mitgezogen, das Verhalten war vorbildlich, und jeder hat stets alles gegeben“, lobt Leinhos seine Elf. Gerade die Partie in Niederaula, wo es eigentlich um nichts mehr ging und man sich erst in den letzten zehn Minuten geschlagen geben musste, sei ein Beweis dafür. Gleichzeitig zeige dies aber auch, dass mit dem Team zu rechnen sei.

Bei einem Abgang und einem Neuzugang, hier handelt es sich um einen Spieler aus der Kreisoberliga Kassel, geht man gestärkt ins neue Jahr. Namen wollte Leinhos noch nicht nennen, betont aber, dass man die Klasse auf jeden Fall halten wolle, schon des Nachwuchses wegen. „Dies ist bis zum Saisonende meine Aufgabe, da ich dann das Traineramt aufgeben werde“, so sein Blick in die weitere Zukunft.

SG Heinebach/Osterbach

Bis auf die SG Haunetal hatten alle Playdown-Gegner der SG Heinebach/Osterbach in der Vorrundentabelle weniger Punkte auf dem Konto. Für die Alheimer wirkt sich nachteilig aus, dass die Siege bei der SG Neuenstein und gegen die FSG Hohenroda aufgrund des gewählten Spielmodus – nur die Punkte gegen die jeweiligen Gegner werden mitgenommen – am Ende wertlos sind.

Erschwerend kommt für das Team von Spielertrainer Andreas Kurz hinzu, dass man, sollte es keine Änderung seitens des Verbandsspielausschusses geben, nur zwei Heimspiele gegenüber fünf Auftritten in der Fremde vor der Brust hat. „Ich hatte schon so eine Vorahnung bei der Vorstellung der Spielvariante. Im Grunde werden wir dafür bestraft, dass wir gegen die Vorderen in der Tabelle gewonnen haben“, ärgert sich Kurz über den Wegfall von sechs Punkten. Für ihn ist nach wie vor unverständlich, dass man die gewonnen Zähler nicht mitnimmt.

Insgesamt habe seinem Team die Konstanz, Cleverness und Erfahrung gefehlt. So sei die Partie in Steinbach ein gebrauchter Tag gewesen. Die Gastgeber machten aus einer Chance das entscheidende Tor, und er selbst scheiterte an der Latte. Aber auch die Heimpleite gegen die SG Wildeck hätte nicht sein müssen. Personalmangel einhergehend mit fehlenden Alternativen führten gerade in der Offensive oft zu Umstellungen – das belegt die schwache Ausbeute von nur 19 Treffern. So musste Jonas Dick als guter Stürmer in der Innenverteidigung aushelfen, und auch Kurz, der sich im gegnerischen Strafraum wohler fühlt, musste sich oftmals ins Mittelfeld zurückziehen.

„Insgesamt bin ich mit dem erreichten zehnten Platz zufrieden, auch wenn uns das für die Restrunde nicht wirklich hilft. Die Situation ist so, wie sie ist“, sagt Kurz zum generellen Abschneiden seiner Elf und merkt an, dass sein Team daher in 2022 vom ersten Spieltag an Endspiele vor der Brust habe.

Der Kader bleibt aktuell unverändert, wobei Kurz versuchen wird, im Frühjahr schon zwei, drei A-Jugendliche mit einzubinden. Insgesamt müsse die Mannschaft aber noch eine Schippe drauflegen, um das Ganze gerade zu ziehen. Zuversicht also auch in Alheim, die Klasse zu halten.

SG Wildeck

Anders sieht es bei der SG Wildeck aus, die wohl zu Beginn der Saison nicht damit gerechnet hatte, nach der Vorrunde etwas abgeschlagen die Rote Laterne mit ins neue Jahr zu nehmen. Auch wenn die Wildecker durch starken Aderlass große Probleme hatten, wäre nach Ansicht von Trainer Mike Lindemann mehr drin gewesen. „Mit dieser Mannschaft hätten wir mehr erreichen können, wir haben uns teilweise unter Wert verkauft“, so Lindemann, den noch heute wurmt, dass man die Partie gegen Gudegrund in Bosserode mit 1:2 aus der Hand gab.

Schon in den Heimspielen gegen Philippsthal und Hohenroda war der Spielverlauf ähnlich. Die SGW dominierte, scheiterte zu oft vor dem gegnerischen Kasten und brach dann zum Ende regelrecht ein. Nicht nur an diesen Tagen kam eine Menge zusammen. Wie ein roter Faden zog sich das Ganze durch die Vorsaison. Zahlreiche verletzungsbedingte Ausfälle hatten eben Folgeerscheinungen. „Vorne triffst du nicht und hinten kassierst du dumme Tore“, so Lindemann, der sich nicht erinnern kann, eine ähnliche Situation als Aktiver oder als Trainer erlebt zu haben.

Klar sei, dass man für die Rückrunde von Beginn an Druck habe. Er gehe davon aus, dass ma von den sieben Partien fünf als Sieger beenden müsse, um noch eine Chance auf den Klassenerhalt zu haben. „Wir müssen objektiv bleiben, es wir mehr als schwer werden“, so Lindemann zu den Aussichten seiner Elf.

Für ihn und den Vorstand bleibt zunächst die Hoffnung, dass im Frühjahr alle angeschlagenen Akteure wieder zurückkehren und man dann mit einer schlagkräftigen Gruppe wieder angreifen könne.

Von Thomas Becker

Heinebach/Osterbachs Marcel Stöcker (links), Fußball
Heinebach/Osterbachs Marcel Stöcker (links) will einem Philippsthaler das Leder abluchsen. © Stefan Kost-Siepl
Gudegrund/Konnefelds Johannes Blackert (links) ist vor seinem Haunetaler Gegenspieler am Ball, Fußball
Artistische Einlage: Gudegrund/Konnefelds Johannes Blackert (links) ist vor seinem Haunetaler Gegenspieler am Ball. © Alicia Kreth

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