FUSSBALL

Werratals Methner arbeitet mit behinderten Menschen

Daniel Methner am Ball: Bei der SG Werratal gehört der Fußballer zu den erfahrenen Spielern.
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Daniel Methner am Ball: Bei der SG Werratal gehört der Fußballer zu den erfahrenen Spielern.

Er ist 37 – und viele kennen ihn als Fußballer des A-Ligisten SG Werratal. Manchen ist auch der Fakt bekannt, dass er mit behinderten Menschen arbeitet. Doch wissen sie auch, was Daniel Methner in seinem Job leistet?

Heringen – Seit zwölf Jahren geht Daniel Methner, eigentlich gelernter KfZ-Mechatroniker, seiner Berufung nach. Nicht, dass es etwas Besonderes ist, mit behinderten Menschen zu arbeiten. Oder ist es das doch?

„Das macht etwas mit dir“, sagt er voller Überzeugung. Beschreibt er dieses Gefühl oder versucht es, auf den Punkt zu bringen, klingt das wie ein Leitfaden, den viele noch immer nicht verinnerlicht haben. „Es ist diese Dankbarkeit, die man zurückbekommt. Diese Wertschätzung, die für Viele normal ist. Behinderte Menschen freuen sich über Kleinigkeiten, die man ihnen gibt. Über ein Danke. Manchmal sind es einfach Worte. Du merkst: Der meint es so, wie er es sagt. Man spürt es. Oder man sieht es.“

Der 37-Jährige hat all dies zur Genüge in sich aufgesaugt. Er fügt selbstredend an: „Es ist einfach schön, dass normale Sachen nicht doch nur normal sind. Oder selbstverständlich.“

Methner ist Angestellter der Sozialen Förderstätten in Bad Hersfeld und leitet dort die Metallwerkstatt. Etwa 150 Menschen, die morgens abgeholt und nach ihrem Dienst wieder nach Hause gebracht werden, und verschiedenartig behindert sind, arbeiten dort – oder werden bei ihrer Arbeit begleitet.

„Ich fand den Schritt gut“, sagt Daniels Ehefrau Nicole über die berufliche Umorientierung ihres Mannes, „weil ihm das definitiv besser liegt als das, was er gelernt hat“. Es nötigt ihr Respekt ab, was er macht, und sie ergänzt unumwunden: „Ich könnte es nicht. Man muss einfach sehr geduldig sein.“ Einen positiven Effekt im Leben der Familie hat Daniels Job zudem. Sohn Luca-Joel absolvierte an der Arbeitsstelle seines Vaters im vergangenen Jahr ein Praktikum. „Er wollte es selbst, dass er unvoreingenommen mit Behinderten umgeht. Dass das auch normale Menschen sind“, verdeutlicht Nicole.

Methner hat allen Grund, das Bild seines Jobs positiv zu umreißen. „Das passt definitiv zu mir“, sagt er. „Privat bin ich relativ ruhig und zurückhaltend. Was man sonntags auf dem Sportplatz nicht unbedingt sieht. An der Arbeit ist es genau das Gegenteil. Da muss ich bestimmte Dinge auch drei- oder viermal erklären.“

Drei Jahre arbeitete der 37-Jährige mit den Fußball-Junioren der JSG Werratal-Heringen. Ob ihm das in seinem Berufsleben hilft? Es gebe schon Gemeinsamkeiten, ist sich Methner sicher. Ziel sei es hier und da, Menschen zu fordern und zu fördern. „Und wenn man nicht mehr fördern kann, will man den Leistungsstand erhalten.“ Noch einmal macht seine Aussage nachdenklich. „Es ist schade, wenn man die Wurzeln aus den Augen verliert.“ In der Arbeit mit den Behinderten sei es erstrebenswert, „unsere Mitarbeiter auf den freien Arbeitsmarkt zu bekommen.“

Teilwiese seien das Außenpraktika, oder Beschäftigungsverhältnisse von eher kurzzeitiger Dauer. „Sie haben immer die Möglichkeit, in die Werkstatt zurückzukehren. Ihnen wird garantiert wieder geholfen.“ Es gibt sie doch, Nischen in unserer Gesellschaft, in denen der Mensch zählt.

Daniel Methner (SG Werratal) privat: Hier mit seiner Frau Nicole, mit der er seit 2007 verheiratet ist.

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