SKI ALPIN

Duo peilt Medaille an

Ein eingespieltes Team: Paula Brenzel (vorn) fährt als Guide der sehbehinderten Alpin-Rennläuferin Noemi Ristau (hinten) voraus.
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Ein eingespieltes Team: Paula Brenzel (vorn) fährt als Guide der sehbehinderten Alpin-Rennläuferin Noemi Ristau (hinten) voraus.

Die sehbehinderte Skirennläuferin Noemi Ristau aus Marburg und ihr Schenklengsfelder Guide Paula Brenzel sind ein eingespieltes Team. Die beiden haben sich hoch gesteckte Ziele gesetzt.

Marburg/Schenklengsfeld – In drei Monaten beginnen in Peking die Paralympischen Winterspiele, die vom 4. bis zum 13. März dauern. Es ist eigentlich die Zeit, in der Sportler sich mitten in der Vorbereitung auf so ein Großereignis befinden. Besonders dann, wenn man wie das Duo Ristau/Brenzel, ein ehrgeiziges Ziel verfolgt: Ein Platz auf dem Treppchen – Edelmetall. „Damit wäre ich mehr als zufrieden“, sagt Brenzel. Gold aber – das wäre ein Traum. Ristau hält ihn für möglich. Vor allem im Super-G, ihrer Paradedisziplin

Und das, obwohl das Training für die kommende Serie vor einiger Zeit empfindlich gestört worden ist. Ende September zog sich Ristau im schweizerischen Saas-Fee im linken hinteren Knie einen Kreuzbandriss zu. Kein Sturz, das Knie ist einfach weggedreht. Doch deswegen die Saison abhaken, kam für das hessische Duo überhaupt nicht in Frage. Nach einer mehr als sechswöchigen Pause haben die beiden wieder Übungseinheiten auf der Piste aufgenommen, allerdings noch nicht im Wettkampfmodus.

„Wir verzichten momentan auf hohes Tempo und Stangen beim Slalom oder Riesenslalom“, sagt Brenzel, die bei DSV-Rennen auch für die SGK Rotenburg startet. „Wir versuchen erst einmal, nur auf Skiern zu stehen.“ Das klappte auf den Übungsstrecken in Sulden in Südtirol und auf der Resterhöhe zwischen Kitzbühel und Mittersill (Talstation: Pass Thurn) inzwischen schon ganz gut. Unterstützt wird Ristau vom Mannschaftsarzt des Behindertensportverbands, der ihr eine Orthese, eine Knie-Bewegungsschiene, verschrieb. Das würde besser als erwartet gehen, sagt sie. Schmerzen? Fehlanzeige.

Im Dezember stehen keine alpinen Rennen für das Duo auf dem Programm. Noch ist das Risiko zu groß. Saisonpremiere ist Ende Dezember beim Weltcup in St. Moritz in der Schweiz. Eine Platzierung unter den Top Drei oder zwei Platzierungen unter den ersten Fünf, egal welcher Disziplin, sind nötig, um das Ticket für Peking zu lösen. Die Aufgabe sei zu bewältigen, meinen die beiden. Im Januar steht die WM in Lillehammer auf dem Plan. Es wäre dann die Generalprobe für Peking.

Von Hartmut Wenzel

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