Hersfelder Fußballer treten nächste Saison nur in der Kreisliga B an

Domino-Effekt bricht SG Festspielstadt das Genick

Die Fußballer der SG Festspielstadt/SpVgg/SVA ziehen sich von der Kreisoberliga in die Kreisliga B zurück.
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Am Boden: Die Fußballer der SG Festspielstadt/SpVgg/SVA ziehen sich von der Kreisoberliga in die Kreisliga B zurück. Unser Archivfoto zeigt die enttäuschten Hersfelder nach der Niederlage im Kreispokalfinale 2020 gegen Bebra.

Die Fußballer der SG Festspielstadt/SpVgg werden in der kommenden Saison nicht mehr in der Kreisoberliga antreten. Sie nehmen stattdessen den Platz der eigenen Reserve in der Kreisliga B ein.

Bad Hersfeld - Was am Montagabend nach und nach durchsickerte, bestätigt Oliver Wiedemann aus dem Vorstandsteam tags drauf im Gespräch mit unserer Zeitung. „Unter den gegebenen Umständen war es nicht möglich, eine spiel- und konkurrenzfähige Mannschaft für eine Saison in der Kreisoberliga zu stellen“, sagt er. Und gibt zu: „Wir haben diese Entscheidung schweren Herzens getroffen, mussten aber realistisch sein. Es tut uns in der Seele weh.“

Wiedemann spricht von einer „dynamischen Spielerflucht“, die eingesetzt habe, als feststand, dass sich Emmanuel Crawford dem Stadtrivalen FSV Hohe Luft anschließen würde. Gleich sechs Spieler folgten „Emma“, der bei der SG Festspielstadt als Wunschkandidat für die Nachfolge von Trainer Thorsten Hüter galt. Man habe in der Folge versucht, mehrere Trainer für sich zu gewinnen, die möglicherweise auch den ein oder anderen Spieler mitgebracht hätten. Doch das habe sich nach und nach zerschlagen. „Wenn kein Rumpf mehr da ist, kannst du irgendwann auch keinen Kopf mehr draufsetzen“, sagt Wiedemann. Manfred Stiel, der bisherige Trainer der Reserve, werde in der kommenden Saison nicht der Coach des B-Ligisten sein.

Oliver Wiedemann aus dem Hersfelder Vorstandsteam.

Vor der vergangenen Saison, als Spielertrainer Roman Prokopenko und mit ihm ein Sextett zu MMR nach Ludwigsau wechselten, habe man die Kurve gerade noch einmal bekommen. Jetzt aber sei die „brutale Entwicklung“ der letzten Jahre nicht mehr aufzuhalten gewesen. Der Zusammenschluss mit dem SVA in einer Spielgemeinschaft (2018) habe rein gar nichts gebracht, wenngleich Wiedemann klarstellt, dass die Zusammenarbeit mit dessen Vorstandsmitgliedern immer gut funktioniert habe.

Asbachs Fußball-Abteilungsleiter Herbert Seitz ergänzt, dass nach dem Wechsel der sechs Akteure zum Nachbarn Hohe Luft – „das glich einem Herdenverhalten“ – die Kreisoberliga kaum zu stemmen gewesen wäre. „Wir hatten schon in der letzten abgebrochenen Saison Schwierigkeiten, aber jetzt hatten wir kaum noch Möglichkeiten, zu reagieren.“

Noah Seitz aus dem Asbacher Spielausschuss kommt zu dem Schluss, dass die Vereinsführung an einem „toten Punkt“ angelangt sei, als man sich mit Trainern und Spielern unterhalten habe: „Die Spieler wollten wissen, welcher Trainer kommt – und umgekehrt.“

Noah Seitz aus dem Hersfelder Vorstandsteam.

Nach dem Rückzug in die B-Liga stehen nun noch weitere Wechsel im Raum. So wird sich Simon Henninghausen aller Voraussicht nach bei Gießen, wo er studieren will, eine Mannschaft suchen. Daniel Sondermann geht nach Kassel, was Alin Zaha oder Sebastian Kraft machen, ist noch nicht bekannt.

„Wir hatten zwei Jahre keine Heimspielstätte, wenngleich wir in Asbach gute Bedingungen vorgefunden haben. Aber letztlich haben wir unsere Identität verloren“, gibt Oliver Wiedemann zu.

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