Diego Maradona war uns greifbar nah

Bad Hersfelder Blechbläser-Ensemble auf Maradonas Spuren

Begeistert vom farbenfrohen Auswandererviertel La Boca in Buenos Aires, wo Diego Maradona seine Weltkarriere startete, waren im Januar Ulli Meiß und Mitglieder seines schulischen Blechbläserensembles.
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Begeistert vom farbenfrohen Auswandererviertel La Boca in Buenos Aires, wo Diego Maradona seine Weltkarriere startete, waren im Januar Ulli Meiß und Mitglieder seines schulischen Blechbläserensembles.

Diego Armando Maradona ist tot. Das argentinische Fußballidol stürzt eine ganze Nation in tiefe Trauer.

Buenos Aires - Maradona war nicht nur in seinem Heimatland eine Kultfigur – und wird es über den Tod hinaus auch bleiben. Davon überzeugten sich im Januar dieses Jahres auch die Mitglieder des Blechbläserensembles der Obersbergschulen und der Konrad-Duden-Schule bei einer Konzertreise nach Südamerika. Die Reisegruppe unter Leitung von Ulli Meiß verschlug es dabei in Buenos Aires auch ins legendäre Auswandererviertel La Boca. Ganz in der Nähe, in Tigre, ist der argentinische Nationalheld, Fußball-Idol Diego Maradona, jetzt im Alter von 60 Jahren an Herzversagen gestorben.

Die Seitenwände des Boca-Stadions sind mit vielen Malereien versehen. Unser Motiv zeigt den Fußball zwischen Himmel und Hölle. Höchste Höhen und abgrundtiefe Tiefen erlebte Diego Armando Maradona. Schon im Januar diskutierte die musikalische Reisegruppe aus Bad Hersfeld dessen Schicksal, als sie das Bild entdeckte.

Der Tod des womöglich besten Fußballers aller Zeiten, der außerhalb der Fußball-Arenen sein Leben kaum in den Griff bekam, muss in Argentinien als Tragödie empfunden werden, wurde er doch schon zu Lebzeiten vergöttert.

Wenn unsere Kollegen von der Bild-Zeitung titeln: „Maradona in der Hand Gottes“, so ist es genau das, was ein ganzes Land, das derzeit von Corona und einer katastrophalen Wirtschaftskrise gebeutelt ist, für ihn hofft.

Überall präsent: Ob wie hier auf einem Blechschild am Eingang einer Bar im Viertel La Boca, ob als Doppelgänger oder auf Kaffeetassen und Halstüchern – Diego war und bleibt Kult in Argentinien – und Marktobjekt zugleich.

Ob als Standbild auf Blech vor einer Bar, ob als Doppelgänger für gemeinsame Touristenfotos, ob im Umfeld des Stadions, wo Diego die Boca Juniors als Arbeiterclub 1981 zur argentinischen Meisterschaft führte: Maradona ist spürbar nah. Selbstverständlich war das Stadion von Maradonas Heimatverein Boca Juniors – „La Bombonera“, zu Deutsch „Die Pralinenschachtel“ – auch ein Ziel der musikalischen Reisegruppe aus Bad Hersfeld. Diego Armando Maradonas Spuren waren dabei für alle, die dann später auch noch Uruguay und Brasilien besuchten, mit Händen greifbar.

Hände, die natürlich nicht so berühmt werden können, wie Maradonas „Hand Gottes“, mit deren unerlaubter Hilfe er schlitzohrig seiner Nationalmannschaft 1986 den Weg zur Weltmeisterschaft ebnete, pardon „erlupfte“ – Halbgöttern wie ihm im blau-weiß gestreiften Trikot wird das bestimmt verziehen – im Fußball-Himmel.

Von Markus Pfromm

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