Wie halten sich Team-Sportler während des zweiten Lockdowns fit?

Umfrage: Die Motivation ist noch da

Die Radballer des RSV Tann - von links Luca Schmitt, Patrick Weber, Jannis Althoff und Julian Althoff.
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In Wartestellung: Die Radballer des RSV Tann - von links Luca Schmitt, Patrick Weber, Jannis Althoff und Julian Althoff.

Der zweite Lockdown und die damit verbundene Trainings- und Wettkampfpause stellt Sportler vor eine harte Probe. Wir haben uns umgehört, wie sich einige von ihnen derzeit fit halten.

Hersfeld-Rotenburg – Wie alle Sporthallen ist auch die Besengrundhalle im Ludwigsauer Ortsteil Tann zurzeit geschlossen. Sehr zum Leidwesen der Radballer des RSV Tann. „Wir können leider überhaupt nicht sportart-spezifisch trainieren. Konditions- und Krafttraining gehen – aber leider nichts auf dem Rad. Fine-Tuning oder Taktiktraining sind nicht möglich“, erzählt Luca Schmitt, der mit seinen Teamkollegen in der Verbandsliga antritt.

Normalerweise trainieren vier bis acht Radballer in der Besengrundhalle gemeinsam. „Das geht teilweise bis 2 oder 3 Uhr nachts, weil wir die Halle zur Verfügung haben und eben so verrückt sind“, erzählt der 24-jährige Hörakustiker. Momentan gibt es aber keine gemeinsamen Treffen. Und so hält sich Luca Schmitt in den eigenen vier Wänden mit Krafttraining fit und geht einmal die Woche joggen.

Den letzten Wettkampf haben die Tanner im Februar 2020 bestritten – das letzte gemeinsame Training fand Ende Oktober statt. Dennoch sagt Schmitt: „Die Motivation ist noch da, auch wenn wir nicht wissen, wann es weitergeht.“

Mit einer App namens teamfit halten sich Hersfelds Basketballer in Form. „Das ist praktisch, denn dort kann ich Aufgaben erstellen“, erklärt Titans-Trainer Alai Barite: „Ich kann beispielsweise vorschreiben, dass mein aus 20 Mann bestehendes Team innerhalb eines Monats insgesamt 1000 Kilometer absolvieren muss und davon 50 Kilometer auf jeden einzelnen entfallen. Ob sie laufen, wandern oder dies mit Fahrrad oder Inlineskates tun, ist egal - Hauptsache sie schaffen die 50 Kilometer.“

Akribisch: Basketball-Trainer Alai Barite vertraut während des Lockdowns auf die Teamfit-App.

Neben dem Ausdauerbereich seien auch Kraftübungen in der App zu finden, die in kurzen Videos vorgestellt würden. Damit habe er ein paar unterschiedlich schwierige Trainingspläne erstellt, natürlich ließe sich in diesem Bereich aber auch individuell trainieren.

„Ich bastele also im Prinzip Trainingsmodule mit verschiedenen Aufgaben, die zunächst von jedem für sich und am Ende zusammengezählt durch das gesamte Team erfüllt werden müssen“, berichtet Barite. Insbesondere seine Jugendspieler seien dabei Feuer und Flamme, bei den Herren sei die Resonanz bisher eher gemischt.

Während die Basketballer darauf hoffen, dass sie in den kommenden Monaten noch einmal antreten dürfen, sieht dies für die Badminton-Mannschaft des TVH anders aus. „Wir hatten zu Saisonbeginn ein einziges Spiel, danach wurde erst mal die Hinrunde beendet“, erzählt Gerd Trieschmann, der selbst im Bezirksoberliga-Team spielt. „Ob es eine Rückrunde gibt, war zunächst offen, aber Ende Dezember kam vom HBV die Nachricht, dass der gesamte Spielbetrieb eingestellt wird.“ Derzeit würde es daher auch keinen gemeinsamen Trainingsplan oder Ähnliches geben. Natürlich hoffe er aber, dass alle Spieler den Drang hätten, sich selbst ein wenig fit zu halten.

Warten auf den nächsten Aufschlag: Gerd Trieschmann, Badmintonspieler des TVH.

Trotz Wettkampfpause sind die Volleyballerinnen der TG Rotenburg weiterhin fleißig. „Seit der Spielbetrieb ruht, haben wir ohne Unterbrechung trainiert“, berichtet Anne Wulkau. Natürlich nicht im Team – aber dennoch weitestgehend gemeinsam. „Wir haben die Trainingstage einfach beibehalten, um den Rhythmus nicht zu verlieren“, erzählt die 34-Jährige. Das Training werde derzeit über eine App und Online-Tutorials vom Trainer gesteuert. Zudem habe man eine zusätzliche Trainerin für Online-Übungseinheiten per Zoom gewonnen.

Da waren sie noch gut gelaunt: Die Volleyballerinnen der TG Rotenburg – links Anne Wulkau.

Anne Wulkau bedauert allerdings, dass volleyball-spezifisches Training derzeit nicht möglich sei. „Wir haben uns zwar im Wohnzimmer schon mal ein paar Bälle zugespielt, um das Ballgefühl nicht komplett zu verlieren, aber das ist natürlich kein Ersatz für herkömmliches Training“, sagt sie. Die Psychologin gibt zu, dass ihr die sozialen Kontakte als Teamsportlerin „total fehlen“. Doch die TGR-Volleyballerinnen sind kreativ. „Nach dem Training gibt’s vor dem Bildschirm immer noch ein gemeinsames Kaltgetränk“, berichtet Anne Wulkau.

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