Ex-Fußballer aus Oberaula blickt auf eine tolle Karriere zurück

Die Hessenliga war Hofmanns Heimat

Er ist ein Kind der TSG Oberaula und heute in der SG Aulatal verwurzelt. Doch Armin Hofmanns Laufbahn als Fußballer ist facettenreich und mit Höhepunkten gespickt.

Oberaula – „Da kriegt man ja fast Drobbe in de Ohje“, bemerkt Armin Hofmann in gutklingender Mundart. Der 61-Jährige kann seine Emotionen nicht verbergen, als er die Fotos ausbreitet. Wehmut macht sich breit. „Ich hab’ viele Fotos hervorgekramt“, sagt er. Fotos einer schillernden, eindrucksvollen sportlichen Karriere.

Mit acht beginnt Hofmann, bei der TSG Oberaula zu kicken. Sein erster Trainer ist Hans Schuch, Opa von Sebastian – heute Hünfeld – und Maximilian, Vater von Hans-Karl. „Hans war damals die treibende Kraft in Oberaula.“ Bis zur A-Jugend spielt Hofmann bei seinem Heimatverein, und die TSG hat damals ein Team zusammen, das in aller Munde ist.

In der Landesleistungsklasse Nord spielt es, der höchsten Liga Hessens. Trainer ist Bernd Portner; das Team besteht aus Wilfried und Manfried Stock, Hans-Karl Schuch, Paul Geisel aus Heddersdorf oder Torwart Edgar Korth aus Wahlshausen. Als 17-Jährigen verschlägt es Hofmann zur Bereitschaftspolizei – und er wagt den Sprung zu Hessen Kassel.

Schon in der A-Jugend zum KSV Hessen

Was heute alltäglich ist, war damals ein mutiger Schritt, schließlich spielte der KSV Hessen mit seinen A-Junioren in derselben Liga wie Oberaula. Ein Wechsel war so etwas wie Verrat. „Es ist mir schwergefallen, die Jungs zu verlassen“, bekräftigt Hofmann noch heute.

Doch für ihn lohnte sich der Mut zur Veränderung. Der KSV Hessen stellt Ende der 1970er-Jahre eine mit „Alt-Stars“ gespickte Mannschaft - und Hofmann findet einen, der an ihn glaubt: den ungarischen Trainer Gyula Toth. „Er hat mich gefördert, hat mich gestärkt“, weiß Hofmann noch heute.

1980 gelingt dem KSV Hessen, bei dem zuvor auch der Hersfelder Wolfgang Stary kickte, der Aufstieg in die Zweite Liga Süd.

Coach ist jetzt Rudi Kröner, und im Team stehen Willi Nebe, Klaus Zaczyk, Gerd Grau, Helmut Hampl, Walter Horch oder Peter Kempa. Hofmann macht sich im Team einen Namen – auch wenn er mit seiner Spielposition ein wenig fremdelt. „Von Haus aus war ich Abwehrspieler, der aber oft vom Trainer in der Spitze verbraucht wurde. Für mich war das eigentlich eine wunderbare Geschichte: Abwehrspieler und torgefährlich. Man konnte mich nicht festlegen.“

Armin Hofmann - einst im Trikot des KSV Hessen ...

Hofmann zeigte seinen unbändigen Willen, er bemerkt aber auch: „Ich hätte mir aber schon gewünscht, eine feste Position zu spielen.“ Ohne Wenn und Aber bezeichnet er Kassel als „sehr schöne Zeit“. Er erinnert sich an viele Spiele, zum Beispiel als im März 1980 zum Derby gegen Bergshausen 23.000 Zuschauer ins Auestadion kamen.

Nächste Station Hofmanns: Ziegenhain, ebenfalls Hessenliga. Das Gastspiel dauert drei Jahre, Trainer waren Rolf Birkhölzer und Niko Semlitsch, Mitspieler „Bimbo“ Schwab, Wolfgang Ernst, Leutke oder Damm. Hofmann, der 1985 im italienischen Riccione Polizei-Europameister wurde (mit Michael Schulz und Stefan Kuntz) hatte sich einen klangvollen Namen in Nordhessen erworben – und nach jeweils einjähriger Rückkehr bei Hessen Kassels Amateuren und in Ziegenhain steuerte er eine weitere gute Adresse an: KSV Baunatal.

Auch die kickten in der Hessenliga – und hier traf er auf Trainer Jürgen Krawczyk. Der nahm ihn mit zu Borussia Fulda, und mit den Osthessen schafften beide 1991 den Aufstieg in die Hessenliga. Eine Knieverletzung stand Hofmann zwischenzeitlich im Weg.

Nach einem fast 15-jährige Ausflug in Nord- und Osthessens Hessenliga-Welt kam er wieder zurück in der Heimat - zur TSG Oberaula. Walter Tometzki sprach Hofmann an, und der legte sich mächtig ins Zeug. Acht Jahre war er Spielertrainer der TSG, und ab 1994 war er in Personalunion sogar Spieler, Trainer und Abteilungsleiter.

Bis ins 40. Lebensjahr kickte er noch. Seinen letzten Einsatz kramt er noch hervor. Es war 1999. An Tometzkis Seite spielte er in Obersuhl für die TSG-Zweite. „Wir hatten keine Leute, und ich habe mir mein Knie versaut.“ Auch da war ein Stückchen Wehmut im Spiel. Vielleicht mit „Drobbe in de Ohje.“

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