HANDBALL-LANDESLIGA FRAUEN

TV Hersfeld erwartet TG Rotenburg zum Derby

Hersfelds Alina Braun stoppt die Rotenburgerin Michelle Horn beim Wurf.
+
Duell aus dem Hinspiel: Hersfelds Alina Braun, in dieser Partie besonders stark in Eins-gegen-Eins-Situationen, stoppt die Rotenburgerin Michelle Horn (in Blau). Horn musste schon in der Anfangsphase vom Feld.

Derbyzeit zum Rückrundenbeginn in der Handball-Landesliga Nord der Frauen: In der Gruppe 2 erwartet der TV Hersfeld am Sonntag um 15 Uhr in der Geistalhalle die TG Rotenburg.

Bad Hersfeld/Rotenburg – Obwohl die Teams Tabellennachbarn sind, sind die Blicke in unterschiedliche Richtungen gerichtet. Die Hersfelderinnen dürfen sich auf Rang drei hinter den führenden Großenlüder und Wollrode in Lauerstellung noch Hoffnungen auf die Aufstiegsrunde machen – der Zug scheint für die TGR bereits abgefahren. In vier Spielen gab es erst zwei Punkte. Und 83 geworfene Tore sind zudem mit Abstand der schwächste Wert der Staffel. Dennoch: „Wir freuen uns auf das Ding“, erklärt Sebastian Jaschinski, Trainer der Rotenburgerinnen. Und weiß: Schafft der TVH nicht den Sprung unter die ersten zwei der Fünferstaffel, werden die Punkte in die Abstiegsrunde mitgenommen.

Hauptschwierigkeit sei gewesen, nach der langen Spielpause – das letzte Mal spielte die TGR Anfang Dezember – überhaupt wieder in Tritt zu kommen. Jaschinski berichtet, dass sein Team erst nach einigen Einheiten wieder ins Rollen gekommen sei. Motivation sei allerdings schon die Derbyansetzung. „Beide Mannschaften brennen“, weiß Jaschinski als erfahrener Trainer. Während seine Spielerinnen sich bereits direkt nach Neujahr zu den ersten Trainingseinheiten trafen, fand der Trainingsauftakt beim Gegner erst in dieser Woche statt. „In der Halle sind neue Vorhänge angebracht worden“, erzählt Trainerin Sabine Teichmann. Auch das verzögerte den Betrieb in dieser ohnehin schwierigen Saison.

„Die Mädels freuen sich, wenn sie sich zum Training treffen“, sagt sie. Aber wirklich Spaß mache die Saison mit ihren vielen wochenlangen Spielpausen nicht. „Dabei hätte man ohne Weiteres eine Serie mit zehn Teams durchziehen können“, findet die Trainerin. In die Karten schauen lässt sie sich nicht: „Wir agieren von Spiel zu Spiel, die Feinabstimmung fehlt ganz sicher.“ Ein Vorteil sei, dass ihre Mannschaft schon länger zusammen ist. „Alle sind miteinander eingespielt, meistens funktioniert das ganz gut.“

Es funktionierte klasse im Hinspiel zum Saisonauftakt, wenn auch erst zum Schluss. Anders für die Rotenburgerinnen: Rückraumspielerin Michelle Horn musste schon nach zehn Minuten mit Rot vom Feld. „Fortan fehlte uns eine wichtige Alternative im Rückraum“, blickt Jaschinski zurück. „Da haben wir die Rotenburgerinnen sicher ein bisschen überrascht“, erinnert sich Sabine Teichmann an den Spielverlauf. Um gleich einzuschränken: „Damals waren wir voll im Training. Das sind wir momentan nicht.“

Das Hinspiel war eine spannende Angelegenheit. Bis zum 12:12 (23.) gaben sich beide Mannschaften nichts und bis zum 18:20 (47.) war die Partie alles andere als entschieden. Dann drehten die Hersfelderinnen auf, „und bei uns gingen die Köpfe runter“, erinnert sich Sebastian Jaschinski. Es wurde beim 31:21 in den letzten zehn Minuten der Partie doch noch überdeutlich. „Wir müssen aktiver in der Deckung arbeiten“, fordert der Trainer von seinem Team. Er hat auch eine körperliche Überlegenheit seiner Mannschaft ausgemacht, auf die er sich aber keinesfalls verlassen möchte.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare