Fußballer im Fokus

Vater Honstein legte den Ball in die Wiege

Fußball-Familie: Von links André, Pascal, Barbara und Karl-Heinz Honstein aus Kirchheim.
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Fußball-Familie: Von links André, Pascal, Barbara und Karl-Heinz Honstein. Vorn in der Mitte sind kleine Fußballschuhe zu sehen, für beide waren’s die ersten: die weißen trug André, die schwarzen Pascal.

Sie sind jung, stecken voller Ehrgeiz, sind mit Leib und Seele bei der Sache - und kicken für den Gruppenligisten SG Aulatal. Gemeint ist das Kirchheimer Brüder-Paar André und Pascal Honstein.

Kirchheim - Ihr Weg schien vorgezeichnet. „Papa hat uns schon angemeldet, da waren wir noch nicht mal geboren“, sagt André Honstein etwas überspitzt. „Seitdem bin ich Mitglied im TSV Kirchheim.“ Das war am 12. November 1994. Seinem jüngeren Bruder Pascal erging es nicht viel anders. Der kam am 30. Dezember 1999 zur Welt, fast ein Milleniums-Kind also. Mit Papa ist Karl-Heinz Honstein gemeint, der zu dieser Zeit und insgesamt mehr als zehn Jahre 1. Vorsitzender des TSV Kirchheim war.

Der umtriebige Vater legte seinen Söhnen den Ball also quasi in die Wiege - und auf sie wartete ein Leben für den Fußball. „André will immer alles richtig machen. Er war als Kind schon so“, kommt Mutter Barbara ins Spiel, die Schwester eines der Aulataler Impulsgeber fürs Kicken, Hans-Hubertus Braune. „Pascal ist sehr gewissenhaft. Er ruht in sich. Vom Krabbelalter an ist er mit hineingewachsen.“

Kein Wunder, dass Stolz die Worte der Eltern über die Charakterisierung ihrer Söhne begleitet. Auch wenn Karl-Heinz Honstein seinem Filius André, der in seiner A-Jugend-Zeit unter der Anleitung des Ex-Profis Wayne Thomas den Durchbruch schaffte, mitgibt: „Er müsste sich noch steigern. Er kann viel mehr“. Doch sein Vater ist optimistisch. „Das kommt jetzt. Er hat eine Freundin.“ Das ist Chantal Reinmöller, die auch Fußball spielt. Beide sind vor Kurzem zusammengezogen in Gershausen. Andrés größtes Plus ist die Schnelligkeit - noch fehlt ihm die Zielstrebigkeit auf dem Weg zum Tor.

Auch Pascal hat sich durchgebissen ins Aulataler Gruppenligateam. „Es freut mich, dass er es geschafft hat“, lobt sein fünf Jahre älterer Bruder. Verletzungen warfen Pascal immer wieder zurück in der jüngeren Vergangenheit. Machte ihm zunächst ein Bluterguss im Sprunggelenk zu schaffen, plagten ihn dann, als er sich rangekämpft hatte, Schmerzen im Adduktorenbereich. „In der Zeit lag auch noch mein Sport-Abi“, erklärt der 21-Jährige.

Doch der überaus solide Teamplayer, der in Fulda Internationale Betriebswirtschaftslehre studiert und dem hierbei mit Adi Veapi, Fabian Koch oder Daniel Naumann ab und an Aulataler Kicker über den Weg laufen, kämpfte sich ran und ließ sich auch vom Stresstest aus Verletzungen und Schule nicht unterkriegen. Täuscht der Eindruck, dass Pascal auf dem Platz zu ruhig ist? „Daran kann ich noch arbeiten“, gibt er zu. Seinen älteren Bruder bezeichnet er als Bezugsperson. „Das hat mir den Übergang vom Junioren- in den Männerbereich leichter gemacht.“

Eines kam den Honstein-Brüdern in ihrer Entwicklung sicher zu Gute. „Ein Glück, dass beide gute Trainer hatten“, weiß ihr Vater. „Bernd Wacker hat André geprägt, Ernest Veapi war das bei Pascal. Beide hatten eine gute Ausbildung.“

Klar, dass die Kirchheimer mit der SG Aulatal den Klassenerhalt der Gruppenliga schaffen möchten. Ob und wann die Serie fortgesetzt wird, steht in den Sternen. Normalerweise müsse man die Saison abbrechen, sagt André. Damit würde der fußballerische Weg der Honstein-Brüder eine kurze Pause bekommen.

Egal, Mannschaftsspieler bleibt Mannschaftsspieler. Ob auf dem Platz oder in der Familie.

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