Debus ist heiß auf das Derby

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Ein Mann mit Hersfelder Vergangenheit: Phillip Debus (am Ball) gehört zu den Leistungsträgern des Handball-Landesligisten TG Rotenburg – und hat auch schon einige Jahre für den TV Hersfeld gespielt.

Rotenburg/Bad Hersfeld. Er trägt beim Handball-Landesligisten TG Rotenburg seit Jahren das Trikot mit der Nummer zehn – sein Name ist den Anhängern des TV Hersfeld aber noch immer bestens bekannt: Philip Debus.

Was liegt da vor dem heutigen Kreisderby (18.30 Uhr Geistalhalle) näher, als ein Gespräch mit dem mittlerweile 29-Jährigen. Wir erwischen ihn am Vormittag zwischen zwei Terminen für seinen Arbeitgeber, einen Automobilzulieferer in Kassel, der unter anderem Tanks baut, wie Debus erzählt.

Als Philip noch das blaue Trikot des TVH trägt, ist dessen Vater Rainer als Geschäftsführer der Friedewalder Firma „Trafimet Schweißtechnik“ auch als Sponsor der Hersfelder ein wichtiger Mann hinter den Kulissen. Im September 2016 ist Rainer Debus dann nach schwerer Krankheit verstorben. „Es war damals eine schöne und erfolgreiche Zeit beim TVH“, erinnert sich Philip Debus an die fünf Jahre, in denen er für die Hersfelder unter anderem auch in der Oberliga als Kreisläufer oder aber Linksaußen am Ball war.

Überraschende Niederlage

Während die Rotenburger am vergangenen Samstag überraschend gegen das bisherige Schlusslicht Dittershausen den Kürzeren zogen (29:32), startet der TV Hersfeld erst mit dem Nachbarschaftsduell ins neue Jahr. Für Debus ist auch die x-te Rückkehr in die Geistalhalle noch immer etwas Besonderes.

„Jedes Derby hat seinen Reiz. Auch die in Melsungen zum Beispiel. Aber wenn du in die Halle zurückkommst, in der du Jahre lang gespielt hast, ist das noch mal etwas ganz Anderes“, sagt er. So kennt Debus noch das Umfeld des TVH und natürlich auch einige Spieler. „Mit Kai Hüter, Marco Kemmerzell oder auch Lars Matthiessen habe ich ja noch zusammengespielt“, erinnert er sich.

An die jüngsten Gastspiele beim TVH hat der Kreisläufer keine guten Erinnerungen. Denn in der Geistalhalle gibt es für Rotenburg seit Jahren nichts mehr zu holen. Der letzte Sieg datiert vom April 2015 – damals allerdings siegte die TGR in eigener Halle.

Warum in der Geistalhalle nichts geht für die TGR? „Hersfeld ist zuhause sehr stark. Und mit der zumeist großen Kulisse im Rücken erst Recht“, sagt Debus. Oft habe sein Team in der Geistalhalle so etwas Ähnliches wie einen Blackout gehabt. „Wir haben da selten gut ausgesehen“, gibt der Kreisläufer zu.

Um am Samstag bestehen zu können, komme es in erster Linie auf die Torhüter- und Abwehrleistung an, meint er. Doch Debus räumt ein: „Mit Hüter und Kretz hat Hersfeld wohl das beste Torhüter-Duo der Landesliga.“

Lange Verletzungspause

Den Start ins neue Jahr hatten sich Debus und seine Teamkollegen ganz anders vorgestellt. „Wir waren gegen Dittershausen nicht griffig genug. Wenn wir in Hersfeld eine Chance haben wollen, müssen wir viel mehr Biss und Willen zeigen“, weiß er.

Nachdem er fast die gesamte vergangene Saison wegen eines Kreuzband- und Außenmeniskusrisses verpasst hat, läuft es für Philip Debus in dieser Saison persönlich schon wieder ganz gut. „Ich bin ziemlich schnell in Tritt gekommen, kann ohne Bandage spielen und habe auch keine Schmerzen mehr“, sagt er zufrieden. Dass er gut drauf ist, will Philip Debus auch am Samstag im Derby beweisen. In der Geistalhalle. Dort, wo er noch bestens bekannt ist.

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