Super Bowl in der Nacht zum Montag

Tom Brady die Daumen drücken

American Football Stadion in Los Angeles
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Die Spiele in der NFL, wie hier beim Saisonspiel in 2019 in Los Angeles zwischen den Los Angeles Rams und den San Francisco 49-ers, sind oft ausverkauft. Coronabedingt wird das in diesem Jahr beim Super Bowl in Tampa anders sein.

Hersfeld-Rotenburg – American Football ist in Deutschland auf dem Vormarsch, seit Jahren gewinnt die Sportart immer mehr Freunde. So auch in unserer Region: Wenn es im Super Bowl der National Football League in der Nacht zum Montag (Kick off 0.30 Uhr, MEZ) in Tampa zwischen den Tampa Bay Buccaneers und den Kansas City Chiefs um die begehrte Vince Lombardi Trophäe geht, wird auch hier so mancher wach bleiben und das Spiel live im Fernsehen verfolgen.

Vor dem großen Endspiel haben uns drei Fans aus der Region über ihre Football-Leidenschaft berichtet.

Christoph Wiegand kennt Football nicht nur aus der Fanperspektive, sondern war lange Zeit selbst aktiv. „Ich habe angefangen, als ich als kleiner Bubi in den USA gewohnt habe und bin dann in Bamberg auf die High School gegangen“, erzählt er. Mit Auszeichnung zum All Europe Linebacker in seinem letzten Schuljahr wechselte er danach zu den Bamberg Bears und nach dem Umzug in die Region und Zwischenstation bei den Fulda Saints war er Trainer der etwa zwei Jahre lang am Eichhof bestehenden Bad Hersfeld Raiders.

Inzwischen hat sich der 37-Jährige, der in Bad Hersfeld lebt, selbst zwar sportlich zur Ruhe gesetzt, vor dem Fernseher verfolgt er seinen Lieblingssport aber nach wie vor voller Euphorie. Football sei einfach großartig, schwärmt er, bei jedem Spielzug müsse man Köpfchen, Kraft und Schnelligkeit einsetzen: „Egal, ob Defensive oder Offensive: Jeder Spielzug ist eine Herausforderung.“ Um jedes Spiel seiner Dallas Cowboys schauen zu können, hat er extra den sogenannten Game Pass abonniert - ein kostenpflichtiges Angebot, mit dem sich alle Spiele der NFL verfolgen lassen.

Beim Super Bowl an diesem Wochenende würde er dem 43-jährigen Quarterback Tom Brady den Titel wünschen. „Er wäre der erste, der mit seiner Mannschaft ein Endspiel im eigenen Stadion gewinnen könnte. Wenn er das schafft, würde er damit noch einmal richtig Geschichte schreiben“, meint er. Ähnlich sieht das der aus Bad Hersfeld stammende Thorsten Schrader, der als Fußballer auf den Sportplätzen in der Region groß geworden ist. „Tom Brady ist der vielleicht beste Quarterback aller Zeiten und steht nun direkt mit seinem neuen Team im Super Bowl“, sagt er. „Ich würde ihm den Titel gönnen - gerade auch, weil viele gesagt haben, dass er nur mit seinem alten Verein so gut ist.“

Vor rund 15 Jahren ist der 35-Jährige nach Frankfurt gezogen und hat während des Studiums einige Spiele der Frankfurt Galaxy in der NFL Europe besucht: „Inzwischen gibt es die Liga ja leider nicht mehr, aber damals hat das dazu beigetragen, dass mich die Sportart interessiert.“ Football sei das typisch amerikanische Spiel, bei dem es im Prinzip um die Eroberung von Territorium und die perfekte Kombination aus Physis und Taktik gehe, erklärt er. Genau das fasziniere ihn extrem. Ganz besonderes Augenmerk gilt seinem Lieblingsteam Seattle Seahawks, das in diesem Jahr in der ersten Playoff-Runde ausgeschieden ist. Dank Game-Pass-Abo hat auch er die Möglichkeit, jede Begegnung zu verfolgen und die Freude an seinem Fan-Dasein lässt er sich dabei selbst von nächtlichen Anstoßzeiten nicht nehmen. „Ich habe 15 Jahre lang in der Eventbranche gearbeitet, da komme ich mit Nachtzeiten ganz gut klar, also stelle ich mir den Wecker und stehe auf“, berichtet er. Auch bei Stefan Langbein aus Mecklar ist Footballgucken sonntagabends im Prinzip ein Muss. „Das frühere Spiel sehe ich mir im Fernsehen eigentlich immer an und je nach Lust auch noch das zweite“, erzählt er. Außerhalb der Coronazeit schaue er manchmal auch gemeinsam mit Freunden - eine kleine Tradition, die über die Jahre entstanden ist.

Seit acht Jahren interessiert sich der ehemalige Fußballer der SG MMR für Football und verfolgt neben der NFL auch Frankfurt Universe in der German Football League. Sein Lieblingsteam sind die New England Patriots: „Die Kombination aus Trainer Bill Belichick und Tom Brady hat mich damals in ihren Bann gezogen“, verrät er. Dem Quarterback, der vor dieser Saison von den Patriots zu den Tampa Bay Buccaneers gewechselt ist, drückt er auch an diesem Wochenende die Daumen: „Erst einmal bin ich für ein spannendes und enges Spiel. Mein persönlicher Favorit ist aber natürlich Tom Brady, da er mit dem Sieg einmal mehr Geschichte schreiben könnte.“ Der Reiz der Sportart liegt für den 34-Jährigen in der Mischung aus Taktik und Präzision, zudem mache sie aus, dass jederzeit die Möglichkeit unerwarteter Wendungen bestehe. Wie spannend dies sein kann, durfte er sogar schon live vor Ort erleben: „Während meines Amerika-Urlaubs 2019 hatte ich das Glück, das „Westküsten-Derby“ zwischen San Francisco und Los Angeles zu sehen. Ein Erlebnis, das ich nie vergessen werde“, sagt er.  kma

Selbst aktiver Footballer: Christoph Wiegand (rechts) mit seinem Trainer Greg Popielarz.
Thorsten Schrader im Fan-Outfit der Seattle Seahawk
Stefan Langbein im Outfit der New England Patriots

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