Die Dauer(b)renner des Lollslaufs

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Dauerläufer: Thomas Klessa, Carsten Lenz und Volker Bonstein (von links) laufen in diesem Jahr zum 20. Mal mit. 

Der Lollslauf feiert Jubiläum. Thomas Klessa, Carsten Lenz und Volker Bonstein haben bislang alle 19 Läufe mitgemacht - und starten natürlich auch am Sonntag wieder.

Das Rote Sofa der Hersfelder Zeitung ist diesmal bunt mit Trikots ausgelegt – die des Bad Hersfelder Lollslaufes. 17 Shirts sind mithilfe der HZ zusammengekommen. Carsten Lenz ist stolz darauf, dass er noch das T-Shirt des Premierenlaufes tragen darf. Volker Bonstein war einst Fußballer bei der SG Hessen Hersfeld, Thomas Klessa kickte früher ebenfalls, aber in Heenes, Lenz dagegen ist mit dem Radsport fest verwurzelt. Er ist Vorsitzender des Bad Hersfelder Radsportvereins.

Die Drei erzählen, was sie zum Lollslauf bewegte – und warum sie sich jedes Jahr aufs Neue darauf freuen.

Thomas Klessa (63) aus Heenes ist Vorsitzender des Sport- und Gesundheitsvereins SPuG 09 Bad Hersfeld, der sich schon seit zehn Jahren dem Laufsport verschrieben hat. Er kann sich noch gut an die Premiere in 1999 erinnern. „Ich war zuvor fast zehn Jahre weg vom Sport. Wegen Rückenbeschwerden musste ich den Fußball aufgeben.“

Weil er mit dem Laufen begonnen hatte, war er schon damals gut im Training. Klessa lief fast immer in der Mannschaft mit den SPuG-Läufern. „Es ist halt die überragende Stimmung bei diesem Mannschaftwettbewerb der auch den Lollslauf ausmacht.“ Das Laufen ist für Klessa Gesundheit und Therapie.

Mit dem SPuG-Verein, der in jedem Frühjahr Lauf-Anfängerkurse mit Minutenläufen anbietet, will er möglichst viele Menschen mitnehmen. Das große Ziel ist immer der Lollslauf.

Die lange Zeit der Vorbereitung ist der eigentliche Hauptzweck. „Der Weg ist das Ziel“, ist Klessas Leitspruch. Der Lollslauf an sich ist als Belohnung das „Sahnehäubchen“.

Carsten Lenz (45) stammt ebenfalls aus Bad Hersfeld. Der Rechtsanwalt ist verheiratet, seine Frau heißt Cornelia. Sogar seine Kinder Magdalena und Justus sind seit ihren ersten Lebensjahren beim Lollslauf dabei.

Sein siebenjähriger Sohn kann sich schon über seinen siebten Start freuen, die ersten Male wurden die Kinder im Kinderwagen vorweg geschoben. Lenz gibt freimütig zu, dass es ein besonders schönes Gefühl für ihn war, als er mit seinem Sohn an der Hand die erste Marktplatzrunde drehen durfte.

Etwas Besonderes war es auch, als er gegen sein Patenkind Louis Fuchs, der jetzt im Nachwuchsleistungszentrum des SC Paderborn Fußball spielt, wettete, auf fünf Kilometern schneller zu sein – lange führte und dann doch auf den letzten Metern verlor. Lenz startet am Sonntag zweimal in der Mannschaft, einmal mit den Radsportlern über fünf Kilometer. Und dann noch mit den „Rot(he)n Socken“ der SPD zusammen mit Staatsminister Michael Roth über zehn Kilometer. Lenz’ Bestzeit: 43 Minuten. Immerhin wurde er in der Mannschaft schon Vierter.

Volker Bonstein ist ganz stolz darauf, dass er in diesem Jahr in einer neuen Altersklasse starten darf – die der 60-Jährigen. „Wir sind ja alle mit dem Lollslauf älter geworden“, sagt der Hersfelder und lacht. Anfangs waren es noch zehn Kilometer. „Irgendwann bin ich auf fünf Kilometer umgeschwenkt, war irgendwie dann auch altersgerecht.“

Für Bonstein, der am selben Tag (19. September) Geburtstag feiert, wie die tschechische Lauflegende Emil Zatopek – dessen Spruch „Vogel fliegt, Fisch schwimmt, Mensch läuft“ hat er verinnerlicht – ist ein intensiver Läufer. „Wenn im September die Trainingsläufe losgehen, dann bin ich jeden Sonntag um 9.30 Uhr am Linggplatz am Start.“ Über fünf Kilometer war er schon einmal Altersklassensieger, seine Bestzeit über zehn Kilometer waren 46:34 Minuten.

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