Oberaulaer Triathlet

Christian Jung über Ironman-Distanz in Mexiko Zehnter

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Jubelnd im Ziel: Triathlet Christian Jung kam beim Triathlon auf der zu Mexiko gehörenden Insel Cozumel als Zehnter seiner Altersklasse an.

Ein Triathlet aus Oberaula jagt die Qualifikation für Hawaii - noch hat er es nicht ganz geschafft.

Cozumel/Mexiko. Er ist zurück aus Mexiko. Triathlet Christian Jung aus dem Oberaulaer Ortsteil Ibra startete am vergangenen Sonntag bei einem Triathlon auf der Insel Cozumel. Obwohl es prima für den 37-Jährigen bei diesem Ironman-Wettbewerb lief, verpasste er die Qualifikation für Hawaii.

Allerdings sehr knapp. Am Ende fehlten nur sechs Plätze für einen Start bei den Weltmeisterschaften im kommenden Jahr. „Ich wusste von Anfang an, dass das sehr schwer werden würde“, erzählt Jung, der für den SC Neukirchen in der Schwalm startet. „Denn das Wetter war extrem.“

Nicht nur böiger Wind und extrem hohe Wellen machten den Triathleten zu schaffen. Auf der Insel, die am Ausgang des Golfs von Mexiko liegt, sind Sauna-Temperaturen zu dieser Jahreszeit die Regel. Tropische 30 Grad, dazu eine Luftfeuchtigkeit von über 80 Prozent – der Wettkampf geriet zu einer wahren Hitzeschlacht. „Es hat sehr viel Kraft gekostet“, schildert Jung. „Ich stand zwischendurch mehrmals davor, aufzugeben.“

Dennoch war Jung, der von seiner Freundin Katharina Schimmelpfeng begleitet wurde, mit dem Lauf und vor allem mit dem Ergebnis zufrieden. Er wurde in der Gesamtwertung 44., das war der 41. bei den Männern. In seiner Altersklasse zwischen 35 und 39 Jahren – im Übrigen einer der stärksten Altersgruppen im Triathlon – landete er auf dem zehnten Rang. Er hätte mindestens Vierter werden müssen, um die Quali für Hawaii zu schaffen. Seine Zeit kann sich allerdings trotzdem sehen lassen. Er überquerte nach 9:34 Stunden den Zielstrich. Besonders der Schwimmwettbewerb forderte das 1689 Teilnehmer starke Feld. Weil die Wassertemperatur im Golf von Mexiko 29 Grad betrug, mussten die Athleten ohne Neopren-Anzug starten. Überdies war in den Tagen zuvor der Wellengang so hoch, dass das Training abgesagt werden musste. „Als der Wettkampf begann, ging es gerade noch so“, schildert er. Nach 1:09 Stunden stieg er aus dem Meer.

Auf der Radstrecke – ein Rundkurs, der dreimal befahren werden musste – behinderter der Wind die Athleten. „Das war ähnlich wie auf Hawaii“, sagt er. „Es gab Momente, da wurde ich fast vom Rad gefegt.“ Als Wattzahl und Puls nicht übereinstimmten, war er kurz davor, auszusteigen. „Ich bin dann mal ein bisschen langsamer gefahren, hab aber trotzdem weitergemacht.“ Das kostete natürlich wertvolle Zeit. Von seinem neuen Rad – er fuhr es in Cozumel erst zum dritten Mal – stieg er nach 5:04 Stunden. Richtig gut war er dann beim abschließenden Marathon, wo er eine Zeit von 3:13 Stunden hinlegte, obwohl es sehr heiß war. „Ohne Eiswürfel ging es kaum, dauernd musste gekühlt werden.“

Sowohl beim Radfahren als auch beim Laufen holte er beständig auf. „Ich hab’ mich bestimmt um unzählige Positionen nach vorn gearbeitet.“ Sieger wurde übrigens der Österreicher Michael Weiß. Deutsche Profis wie Patrick Lange waren bei diesem Ironman nicht dabei. Zu den Startern in Mexiko gehörte unter anderem auch sein Neukirchener Teamkollege und Trainer Marc Unger, der fast mit derselben Zeit ankam. Der Eschweger Philipp Mock war als Achter bester Deutscher, schaffte aber die Quali für Hawaii nicht.

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