22. ReserveCup: VfL Philippsthal spielt sich nach vorn – ohne festen Torwart

Der „brutale Stolz“

Martin Stein

ransbach. Für einen Moment hatte man den Eindruck am Samstag, ganz Hohenroda sei auf den Beinen gewesen – wenn man sich am Geräuschpegel und der Begeisterung berauscht, die in der Sporthalle in Ransbach herrschten. Der Turniersieg der FSG beim 22. ReserveCup des TSV Ransbach bot allen Grund.

Doch noch mehr Teams rückten ins Rampenlicht. Etwa der VfL Philippsthal, für den es zu Platz drei reichte. Nach immerhin sieben Siegen im gesamten Wettbewerb. „Wir sind mehr als zufrieden. Damit hatte vorher keiner wirklich gerechnet“, gab Routinier Markus Kranz zu Protokoll. „Vor allem, wenn man bedenkt, dass wir ohne festen Torwart gespielt haben.“ José Navarro stellte sich in die Kiste – und machte seine Sache prima.

Positiv überraschte ihn, dass sein Team defensiv gut stand. „Wir haben klug verteidigt und relativ wenig zugelassen“, freute sich der 35-Jährige. Sieben Tore schoss er, gar 13 schaffte Markus Ruppel, auch Christoph Kranz war ein Eckpfeiler seines Teams und sorgte für Torgefahr.

Herz und Leidenschaft

Prägendes Team des ReserveCups auch in diesem Jahr: die SG Sorga/Kathus. „Wir hätten gerne unseren Titel verteidigt“, bemerkte Christian Rehmet, „aber wir können auch mit dem vierten Platz zufrieden sein“. Irgendwie war sein Auftreten symbolisch für das seiner Mannschaft: Kampf, Herz, über gewonnene Zweikämpfe ins Spiel kommen.

„Vielleicht hatten wir nicht die technisch beste Mannschaft des Turniers – wir haben von Anfang an versucht, über Laufbereitschaft und Leidenschaft vorwärts zu kommen. Das ist uns sehr gut gelungen. Vor allem im Spiel gegen Lehnerz.“ Das war in der Zwischenrunde – Sorga/Kathus siegte in einem wegweisenden Duell mit 5:0.

Ähnlich sieht es sein Mitspieler Martin Stein. Man sollte meinen, er sollte als Trainer des A-Liga-Konkurrenten Rotensee/Wipp./Schenklengsfeld etwas Abstand zur SG Sorga/Kathus haben. Hat er aber nicht. Emotional. Nach wie vor freut er sich, beim ehemaligen Verein mitkicken zu dürfen.

„Ich bin brutal stolz auf die Truppe, wie sie sich ins Turnier reingefightet hat“, bemerkte er. „Auf Leute, die auch in der zweiten Mannschaft eher im zweiten Glied stehen.“ Allen voran nennt Stein da Wolfgang Schmidt. „Er hat, glaube ich, keinen einzigen Zweikampf verloren.“

Jung ist das Team der SG noch immer, „da falle ich als alter Bock schon raus aus dem Schema“, fügte der 38-Jährige hinzu. Dass sich die SG Sorga/Kathus so weit nach vorn kämpfte, überraschte ihn. „Natürlich war der vierte Platz okay. Wir sind ja mit einer ziemlich defensiven Truppe angereist. Außer mir war ja nur noch Jeremy Jabren offensiv ausgerichtet.“

557 Tore fallen

Auch die Torausbeute kann sich nach wie vor sehen lassen beim ReserveCup in Ransbach. Insgesamt 557 Treffer fielen in 112 Spielen bei der 22. Auflage – das entspricht einem Schnitt von 4,9 pro Partie. Damit wurde der Wert der bisherigen Turnier-Historie exakt bestätigt. 392 Tore waren es in der Vor-, 124 in der Zwischenrunde, und 41 in den K.o-Spielen ab dem Viertelfinale.

Nicht vergessen werden sollen die Teams, die in der Zwischenrunde knapp hängen geblieben sind: der SV Steinbach, der SV Weilar, der TV Braach und die zweite Mannschaft der FSG Hohenroda.

Von Walter Kell

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