WAS MACHT EIGENTLICH? Markus Pregler, ehemaliger Trainer der Hersfelder Handballer

Ex-Profi Pregler: „Bin superstolz auf meine Kinder“

Markus „Max“ Pregler (links), im Januar 2009 als Spielertrainer des damaligen Handball-Oberligisten TV Hersfeld bei der Partie gegen Eintracht Baunatal. Rechts daneben der heutige TVH-Coach Christian Weiß sowie Philipp Debus. Im Hintergrund verdeckt Jan Röder und Kai Hüter.
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Zeitreise: Markus „Max“ Pregler (links), im Januar 2009 als Spielertrainer des damaligen Handball-Oberligisten TV Hersfeld bei der Partie gegen Eintracht Baunatal. Rechts daneben der heutige TVH-Coach Christian Weiß sowie Philipp Debus. Im Hintergrund verdeckt Jan Röder und Kai Hüter.

2009 trainierte Markus „Max“ Pregler die Handballer des TV Hersfeld in der Oberliga. Mittlerweile lebt der 49-jährige Ex-Profi seit vielen Jahren in der Schweiz.

Bad Hersfeld – Zu Beginn unseres Telefonats wollen wir von „Max“ Pregler wissen, ob er selbst manchmal noch einen Handball in den Händen hält. Seine Antwort:„Bist Du verrückt? Ich werde dieses Jahr 50. Ich bin froh, dass ich noch laufen kann.“

Die Gegenwart

Markus Pregler, den alle Welt nur „Max“ nennt, lebt in der Ostschweizer Kleinstadt Rohrschach (8500 Einwohner) im Kanton St. Gallen. Der 49-Jährige arbeitet als Erzieher in einer Kindertagesstätte in Zürich. „Das sind etwa eine Stunde und 20 Minuten mit dem Zug“, berichtet er. Ob dem ehemaligen Handballprofi und Trainer die Arbeit mit den Kindern Spaß mache? „Mir schon. Wie die Kinder das sehen, weiß ich nicht“, sagt der gebürtige Magdeburger und muss lachen.

Seine Lebensgefährtin Zuzana (39) lebt und arbeitet in Mannheim. Im Sommer ziehen beide gemeinsam nach Frankreich ins Elsass – mit Winston, einem Vizsla-Welpen (Ungarischer Jagdhund), der gerade zehn Wochen alt ist. „Das Haus haben wir schon gekauft“, berichtet Pregler.

Die Vergangenheit

2005 stieg Pregler als Mannschaftskapitän mit der damaligen MSG Melsungen/Böddiger in die Bundesliga auf. Nach der Trennung ging’s 2006 nach Zürich, 2008 beendete er im österreichischen Hard seine Spielerkarriere. Ende 2008 heuerte der ehemalige Kreisläufer und Abwehrspezialist beim TV Hersfeld an.

Das Intermezzo war allerdings nur von kurzer Dauer. Nach neun Monaten war Pregler wieder weg. Unterschiedliche Ansichten über Vertragsinhalte sollen damals der Trennungsgrund gewesen sein. Kontakte nach Hersfeld bestehen heute nicht mehr. Zuletzt war Pregler im März 2018 in der Geistalhalle und schaute sich ein Spiel des TVH an. „Wenn ich in der Halle bin und man bekannte Gesichter sieht, dann freut man sich. Aber es gibt keinen Kontakt mehr nach Hersfeld. Dafür war die Zeit einfach zu kurz.“

Die Handball-Familie

Gut gelaunt: Markus Pregler in 2020.

Ex-Frau Kerstin und die Kinder Juliane (33), Max (24) und Ole (18) leben in Melsungen. Der obligatorische Weihnachtsbesuch musste in diesem Jahr wegen Corona aber ausfallen. „Wir haben nur telefoniert. Man muss derzeit ja auch vernünftig sein“, sagt Pregler.

Ole, der jüngste Sohn, steht als Rückraumspieler im Bundesligakader der MT Melsungen und bekommt dort auch regelmäßige Einsatzzeiten. Schon sehr früh – zu Hersfelder Zeiten – hatte ihm Vater Max großes Talent bescheinigt. Und recht behalten. „Naja, ein bisschen Ahnung von Handball habe ich ja auch“, flachst er.

Einen großen Anteil an der rasanten Entwicklung des Jungprofis habe Mutter Kerstin, meint Pregler. „Es ist mega, wie sie ihm den Rücken freigehalten und seinen Weg ermöglicht hat“, sagt er. Ole Pregler ist zudem fester Bestandteil der Jugendnationalmannschaft. „Das ist schon alles nicht so einfach mit der Schule. Da hat ihm auch die MT viel geholfen“, sagt der Vater. Jedenfalls ist Pregler „superstolz auf meine Kinder“, wie er sagt. „Alle drei haben in der Bundesliga gespielt.“

Tochter Juliane für Kirchhof, Max gehörte ein Jahr dem Melsunger Kader an, bevor er zuletzt seine Laufbahn nach schweren Hüftverletzungen beenden musste. Vater Markus hatte übrigens mit 17 beim SC Magdeburg den Sprung in die Bundesliga geschafft.

Die Handball-WM

„Diese Handball-WM in der derzeitigen Situation und noch dazu in einem Land wie Ägypten ist für mich eine absolute Farce“, schimpft Pregler. Seiner Meinung nach hätte der DHB seine Teilnahme absagen sollen, vielleicht hätten andere Nationen nachgezogen. „Ich ziehe meinen Hut vor allen Spieler, die nicht teilnehmen“, stellt er klar. Dass man seitens des Verbands Kritik an ihnen übe, halte er für eine Frechheit.

Ihn selbst interessiere diese WM überhaupt nicht. „Ich werde mir die Spiele nicht anschauen. Handball spielt doch derzeit in unserem Leben überhaupt keine Rolle“, sagt er. Und: „Es geht zwar um viel Geld. Aber der Handball und die Bundesliga werden ohne diese WM doch nicht sterben.“

Corona in der Schweiz

„Meine Freundin hatte es erwischt. Ihr ging es drei Wochen lang gar nicht gut“, verrät Max Pregler. Das habe auch ihn sensibilisiert. „Wir sind sehr vorsichtig. Und das erwarte ich von anderen auch.“ In der Schweiz hat Pregler allerdings eine gewisse Sorglosigkeit ausgemacht. Es gäbe bislang kaum Einschränkungen im öffentlichen Leben. „Ich habe das Gefühl, viele Menschen wollen das Ganze einfach nicht wahrhaben. Das halte ich für gefährlich“, meint Pregler.

(Sascha Herrmann)

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