FUSSBALL Ein Hersfelder spielt in der A-Junioren-Bundesliga

Louis Fuchs: Bin reifer geworden

Der Hersfelder Louis Fuchs (rechts) beim Schuss. Er spielt für Paderborn in der A-Junioren-Bundesliga.
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Ist jetzt in der A-Junioren-Bundesliga am Ball: Der Hersfelder Louis Fuchs (rechts).

Der 17-jährige Hersfelder Louis Fuchs fiebert heute seinem ersten Einsatz in der A-Junioren-Bundesliga für den SC Paderborn entgegen.

Paderborn – Einst kickte er in Kalkobes, Hohe Luft oder Baunatal – bis er vor gut einem Jahr ins Nachwuchsleistungszentrum der Westfalen wechselte. Hier ein Interview mit Louis Fuchs.

Um 11 Uhr ist Anpfiff an der Castroper Straße. Schon nervös?

Nervös nicht. Ich freue mich, dass wir wieder spielen können.

Wann war denn der letzte Punktspiel-Einsatz?

Am 8. März. Gegen Bochum. Das Spiel endete unentschieden, wir sind aber Erster geworden in der Westfalenliga der U17 – und aufgestiegen.

Welches Niveau hatte die U17 des SC Paderborn?

Innerhalb unserer Mannschaft hatten wir ein hohes Niveau. Wir hätten auch in der Bundesliga spielen können.

Höher geht es jetzt ja nicht mehr. Du spielst gegen Teams wie Leverkusen, Köln, Mönchengladbach oder Dortmund. Hast Du dein Ziel erreicht?

Das würde ich nicht sagen. Ein Jugendtraum vielleicht. Bei einer ersten Mannschaft im Herrenbereich in der Bundesliga zu spielen – das ist mein richtiger Traum.

Bist Du gesund und fit? Und wie hast Du Dich eingelebt?

Ich bin fit. Und ich fühle mich wohl in Paderborn. Es macht Spaß. Ich habe es mir schwieriger vorgestellt, mich hier einzuleben. Von zu Hause wegzuziehen, weg von den Eltern. Es ist interessant, wenn man auf sich allein gestellt ist. Ich habe aber kein Problem damit.

Inwieweit bist Du sportlich vorangekommen in dem einen Jahr?

Es war schwer reinzukommen. Es ist schon ein Unterschied zwischen Baunatal und Paderborn. In den ersten drei Ligaspielen habe ich nicht gespielt. Dann habe ich eine Chance bekommen, weil sich ein Stürmer verletzt hat. Wir haben 2:0 gewonnen - und ich habe beide Tore gemacht. Danach war ich da. Auch körperlich.

Wie läuft es schulisch?

Gut. Erst habe ich den Realschul-Abschluss gemacht, jetzt bin ich am Fach-Abi im Bereich Wirtschaft.

Hast Du Dich menschlich entwickelt?

Ich bin reifer geworden. Zu Hause habe ich auf die Mutter gesetzt – jetzt muss ich alles selbst machen. Das schaffe ich aber gut.

Wie oft sind Deine Eltern - sowohl Vater Ulrich als auch Mutter Christiane sind ehemalige bekannte Handballer - vor Ort, um ihren Sohn spielen zu sehen?

Sie haben versucht, zu jedem Spiel zu kommen. Sie betonen immer wieder, wie stolz sie sind. Doch meine Mutter sagt auch: Es macht mich ein bisschen traurig, wenn der Sohn aus dem Haus ist.

Zum guten Schluss: Wie schätzt Du eure Chancen in der Bundesliga West ein?

Dieses Jahr ist ja alles ein bisschen anders. Es ist keine normale Runde; wir spielen eine Hinrunde – und es gibt vier Absteiger. Ich sehe uns aber nicht auf den Abstiegsplätzen. Unser Ziel ist es, im Mittelfeld der Tabelle zu landen. Vielleicht im oberen Mittelfeld. (red)

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