Handball-Landesliga

Beim TV Hersfeld sagt ein Trio Tschüss

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Verabschiedung: Im Vordergrund links Familie Kemmerzell mit Marco und Daniela sowie den Kindern Ben, Jannis und Anni, in der Mitte Fynn Reinhardt, daneben Dragos und Roxana Negovan mit Tochter Marie, rechts Mannschaftskapitän Sven Wiegel, dahinter das Team des TVH.  

Bad Hersfeld. Sieben Sekunden bleiben noch auf der Uhr, als der Ball zu Marco Kemmerzell kommt. Mittig steht Hersfelds Nummer sieben vor dem gegnerischen Tor, und er versenkt den Wurf wie ungezählte andere zuvor in neun Jahren bei diesem, bei seinem Verein. 34:29, Endstand. Kein Regisseur hätte ein besseres Drehbuch schreiben können.

Das Drehbuch in diesem letzten Heimspiel des Handball-Landesligisten TV Hersfeld in dieser Saison, es wurde geschrieben von zwei Mannschaften, die schönen Handball bieten, sich aber nicht wehtun wollten. Der Sieg des Vizemeisters gegen den Tabellenfünften HSG Fuldatal/Wolfs-

anger war deutlich und stand nie in Frage.

„Werde die Jungs vermissen“

Emotionaler war, was die 200 Fans in der Geistalhalle vor dem ersten Ballwechsel gesehen hatten. Karl-Heinz Hüter hatte, stellvertretend für das Team ums Team, ein Trio verabschiedet. Zunächst Trainer Dragos Negovan, der nach fünf erfolgreichen Jahren den TVH verlässt und eine Pause einlegt. Unter seiner Regie wurde aus der Mannschaft im oberen Tabellenmittelfeld ein zeitweise ernsthafter Titelanwärter. „Ich werde bestimmt viele Jungs aus dem Team vermissen“, hatte Negovan schon vor Tagen gesagt.

Als „Vorbild für die Mannschaft“, würdigte Hüter Marco Kemmerzell. Der Rückraum-Recke hatte neun Jahre lang das Trikot des TVH getragen und war in dieser Zeit absoluter Leistungsträger und oft genug bester Torschütze seines Teams. Das Trikot mit der „7“ wird nächste Saison nicht vergeben, kündigte Hüter an: „Es liegt bereit, falls Dir zu Hause mal die Decke auf den Kopf fällt, Marco!“

Auch für Fynn Reinhardt endet – zumindest vorerst – das Kapitel TVH. Das Riesentalent, in dieser Saison aus der Landesliga-Mannschaft nicht wegzudenken, wechselt in die Dritte Liga zu Eintracht Baunatal. Und wie Kemmerzell hatte auch Reinhardt „seinen“ Moment im Spiel: In der 50. Minute unterband er im tollen Laufduell mit einem Gegenspieler nicht nur einen Tempogegenstoß, sondern leitete auch den direkten Gegenangriff ein, den Marc Förtsch in ein Tor für die Blau-Weißen ummünzte.

Collagen mit Fotos

Für alle drei Verabschiedeten gab es Collagen mit Fotos von Mannschaft und Mitspielern, dazu Blumen für Roxana Negovan und Daniela Kemmerzell, die „ihren Männern den Rücken freigehalten haben“, wie Karl-Heinz Hüter sagte. Lang anhaltender Beifall von den Rängen begleitete das Trio in sein letztes Heimspiel für den TV Hersfeld, an dessen Ende ein weiterer Sieg stand. Und nach dem Dank ans Publikum bildete die Mannschaft einen Kreis und skandierte „Vizemeister, Vizemeister, hey, hey!“ Mittendrin noch einmal: Dragos Negovan, Marco Kemmerzell und Fynn Reinhardt.

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