Basketball: Pfeile weisen den Weg zum Korb

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Um die Pylone herum: Samuel Kreuz, Nachwuchs-Basketballer der TV Hersfeld Titans.

Kleine Pfeile, die mit Klebeband auf dem Boden haften, sind das erste, was auffällt, wenn man die Geistalhalle betritt. Wir waren  beim Basketball-Training der Hersfelder Jugend.

„Das ist quasi eine Schleuse“, sagt Alai Barite und lächelt. „Hier geht es nur in diese eine Richtung, zum Verlassen der Halle wird ein anderer Ausgang genutzt.“

Seit Mitte Juni läuft bei den Basketballern der TV Hersfeld Titans wieder das Training. Natürlich unter Einhaltung aller offiziellen Regeln und mit einem speziellen Desinfektions- und Hygienekonzept. Es liefe gut, sagt Trainer und Abteilungsleiter Barite, man könne schon fast normal Basketball spielen.

Anfang Mai wurde das Trainingsverbot für Sportvereine in Hessen gelockert, seit 11. Juni ist der Kontakt beim Sport wieder erlaubt. Bis zu zehn Aktive dürfen sich gemeinsam auf dem Spielfeld bewegen, ohne dass ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden muss. Für die Basketballer eine passende Zahl, da damit sogar ein echtes Fünf-gegen-Fünf- möglich ist.

Barite lässt derzeit dennoch Vorsicht walten und gestaltet vieles im Training so, dass es nicht unbedingt einen Gegenspieler braucht. Kondition, Koordination, Passspiel und Werfen – all das lässt sich individuell trainieren. Entscheidend sei, dass man wieder aufs Spielfeld dürfe und entsprechend hoch sei bei allen die Motivation.

Der U14 beispielsweise ist deutlich anzumerken, dass sie mit vollem Eifer bei der Sache ist. Mit Ball geht es mit ordentlichem Tempo Richtung Korb, wo korrekt gestoppt und dann mit Wurf abgeschlossen wird. Seine „Kleinen“ scheinen trotz der trainingsfreien Wochen topfit – was sich über das Herrenteam nicht unbedingt behaupten lässt. „Da merkt man die Corona-Zeit schon einigen an“, sagt Barite mit einem Augenzwinkern. Hier würde der Fokus daher nun erst einmal auf Kondition und Fitness liegen.

Neben U14 und Herrenmannschaft sind auch U8/9 und Damen seit kurzem im Training zurück. Für die U18 heißt es dagegen schon länger schwitzen: Eigenständig wurde mit Hilfe einer App trainiert, außerdem einige Male in Kleingruppen draußen im Jahnpark an Ausdauer und Athletik gearbeitet. Vieles liefe nun also nahezu wie früher – wenn auch ein wenig anders als zuvor.

Die Trainingszeiten zum Beispiel musste er ändern, damit zwischen den Übungseinheiten eine halbe Stunde Zeit zum Lüften bleibt. Die verschiedenen Teams würden sich so zudem auf keinen Fall begegnen, was zusätzlich durch die unterschiedlichen Ein- und Ausgänge gewährleistet ist. Auch was die Umkleiden und Duschen angeht, sei die Lage nun natürlich anders: „Klar murren einige manchmal ein wenig, wenn sie sich nach dem Training verschwitzt ins Auto setzen sollen“, verrät Barite. „So ist das aber einfach, da müssen wir alle durch.“

Unterm Strich seien alle froh, dass es nach der Zwangspause weitergehe und die Hoffnung ist groß, dass im Herbst der Wettkampfbetrieb wieder startet. In welcher Form, werde man sehen, meint der Trainer. Erste Entscheidungen sollen bereits diesen Monat fallen.

Von Kristina Marth

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