NACHSPIELZEIT

Bälle, Motoren, Räder und ein Denkmal

Rainer Henkel

Alle Zeichen stehen auf Start: Beim Grasbahnrennen in Bad Hersfeld, beim Bergzeitfahren am Eisenberg und in der Fußball-Bundesliga. Darum geht es in unserer Wochenend-Kolumne.

Na, schon im Bundesligafieber? An diesem Wochenende ist Anpfiff zum ersten Spieltag der neuen Saison. Ob nun die Bayern wieder einmal davoneilen oder Dortmund sie diesmal einfängt, ob Frankfurt wieder begeistert, Schalke kriselt, Union oder Hertha die Nummer eins in der Hauptstadt wird – wir haben ab sofort ein Gesprächsthema mehr für den Montagmorgen.

Die Region bietet abseits vom Fußball zwei nicht alltägliche Sportereignisse. Am Samstagabend heulen die Motoren beim Grasbahnrennen in Bad Hersfeld „Vorm Laufholz“. Mit Blick auf die Wetterkapriolen, an die wir uns in der Vergangenheit gewöhnen mussten, drücken wir ganz besonders die Daumen, dass der Regen Sportler, Veranstalter und Zuschauer verschont.

Gleiches gilt für das Bergzeitfahren der Radsportler am Eisenberg. Lohn für die dortigen Veranstalter: Es wird sogar eine Hessenmeisterschaft im Bergzeitfahren dort ausgetragen. Bei beiden Veranstaltungen lohnt der Besuch. Es gibt noch mehr als Bundesliga, vor allem vor der Haustür!

Fast unbemerkt blieb ein Jahrestag am Freitag dieser Woche. Helmut Rahn wäre 90 Jahre alt geworden. Der Mann, dessen Tor gegen Ungarn die deutsche Mannschaft 1954 in Bern zum Fußball-Weltmeister machte. Nicht wenige nennen das „Wunder von Bern“ die eigentliche Geburtsstunde der Bundesrepublik Deutschland. Rahn wurde reich an Ruhm, nicht jedoch an Geld. 2003 starb er mit 74 Jahren. Wer auf der Autobahn 40 zwischen den Essener Ausfahrten Frohnhausen – dort wohnte er – und Holsterhausen unterwegs ist, sieht ein eigentümliches Denkmal für den „Boss“. Die Lärmschutzwand zieren Schriftzüge mit Sätzen aus der legendären Radio-Reportage von Herbert Zimmermann: „Sechs Minuten noch im Wankdorfstadion“, „Schäfer nach innen geflankt“ und natürlich der Klassiker: „Aus dem Hintergrund müsste Rahn schießen ...“ Gänsehaut pur.

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