Alexandra Pudwil leitet künftig das Orga-Team

Bad Hersfeld: Lollslauf bekommt erstmals eine Chefin

Lollslauf 2020: Alexandra Pudwil (links) gibt beim 10-Kilometer-Lauf im Kurpark das Startsignal für diese junge Teilnehmerin.
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Lollslauf 2020: Alexandra Pudwil (links) gibt beim 10-Kilometer-Lauf im Kurpark das Startsignal für diese junge Teilnehmerin.

Alexandra Pudwil (54) löst nach sechs Jahren Olaf Podszuweit an der Spitze des Orga-Teams des Bad Hersfelder Lollslaufs ab. Damit ist sie die erste Frau in dieser Führungsposition.

Bad Hersfeld – Sucht man nach den Anfängen ihrer Liebe zum Laufsport, muss man weit in die Vergangenheit blicken: Etwa 30 Jahre ist es her, dass Alexandra Pudwil erstmals die Laufschuhe schnürte. Nach unzähligen Kilometern und einer Vielzahl langer Läufe muss sie inzwischen kürzertreten. Die Liebe zum Laufsport aber ist geblieben – passend also, dass sie nun Orga-Chefin des Lollslaufs ist. Sie löst Olaf Podszuweit ab, der dieses Amt seit sechs Jahren innehatte.

Ist Sport für sie in der Kindheit eher unwichtig gewesen, wurde aus ihr später eine positiv Sportverrückte. Den Anstoß zum Laufen hat mit Mitte 20 insbesondere der Wunsch nach mehr Fitness gegeben. Im Bad Hersfelder Kurpark hat sie dann mit den ersten kleinen Schritten begonnen – und es über die Jahre zu richtig langen Läufen und großen Sportveranstaltungen gebracht.

Zwei Marathons, nahezu ein Dutzend über die halbe Distanz, drei Lutherläufe, einige Kurzdistanz-Triathlons sowie Extrem-Hindernisläufe wie der StrongmanRun oder Tough Mudder: All dies hat Pudwil absolviert und möchte diese Erlebnisse nicht missen. Ein besonderer Höhepunkt sei der Marathon in Köln gewesen: „Köln ist meine Heimatstadt“, berichtet sie. „Am Ende war das so emotional, dass im Ziel nur noch die Tränen geflossen sind.“

Laufen ist ihre Leidenschaft: Alexandra Pudwil.

Vier- bis sechsmal pro Woche habe sie zu Hochzeiten trainiert und neben Arbeit und Familie beinahe jede freie Minute für den Sport genutzt. Auch aufs Fahrrad ist sie dabei oft gestiegen – und hat dieses Hobby aufgrund ihrer Krebserkrankung im Jahr 2001 schließlich mit der Tour der Hoffnung verknüpft. Seit 2013 ist sie für diese ehrenamtlich tätig und sammelt, gemeinsam mit Unterstützern, Jahr für Jahr Spenden für krebs- und leukämiekranke Kinder.

Das Ehrenamt spielt für Pudwil eine wichtige Rolle – erst recht, seit sie vor drei Jahren sportlich kürzertreten musste. Beim Stadtradeln zum Beispiel war sie fleißig im Einsatz und hat beim Hessentag oder dem Rotenburger Red Castle Run freiwillig geholfen. Im Lollslauf-Orga-Team, zu dem sie vor sieben Jahren durch den Lauftreff des SC Neuenstein kam, wuchs ihr Verantwortungsbereich nach und nach und nun hat sie, nach der Stellvertreterstelle, den Leitungsposten übernommen.

„Der Schritt war schon länger geplant und ich habe lange Zeit hin und her überlegt, weil es eine richtig große Verantwortung ist“, verrät sie. „Letztlich habe ich mich aber dafür entschieden und jetzt bin ich wirklich hochmotiviert.“ Aktuell stünden insbesondere die Sichtung und Sortierung aller Unterlagen und der Abschluss liegen gebliebener schriftlicher Arbeiten an. Doch auch die Planungen für den Lollslauf 2021 würden bereits auf Hochtouren laufen. „Ich bin da eher von der schnellen Sorte und möchte alles, was geht, so früh wie möglich erledigt haben“, gibt sie lachend zu.

Mit Blick auf die Zukunft möchte sie nun vor allem an verschiedenen Feinheiten schrauben: So stünden beispielsweise Themen wie Nachhaltigkeit und damit verbunden die Einführung von Pfandbechern oder die Optimierung der Helferverpflegung auf dem Plan. Am Grundgerüst der Laufveranstaltung werde sich allerdings nicht viel ändern.

„Meine Vorgänger haben ausgezeichnete Arbeit geleistet“, sagt sie, „und der Erfolg der vergangenen Jahre zeigt, dass große Veränderungen nicht nötig sind.“ (Kristina Marth)

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