Randale beim Hallenfußball: Drei Rote Karten 

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Hallenfußball der A-Junioren: Da zählen nicht nur Ergebnisse. In Bebra gab es ein Ereignis, das nichts mit Sport zu tun hat.

Im Spiel zwischen der JSG Werratal-Heringen und des JFV Bad Hersfeld kam es zu Ausschreitungen.

Das auslösende Moment:Es ist nicht mehr lange zu spielen, da begeht ein JSG-Spieler ein übles Foul an einem Hersfelder. Der Schiedsrichter zückt, auch wegen der umstrittenen Futsal-Regeln, „Gelb“ – alle sind sich einig, dass es „Rot“ hätte sein müssen. Daraufhin entwickelt sich eine Rudelbildung und ein Handgemenge, das zunehmend unüberschaubar wird. Florian Kühnel, Trainer der JSG Werratal-Heringen, wird später der Halle verwiesen, sein Kollege Dirk Schaefer aus Bad Hersfeld versucht alles, um zu beruhigen und zu beschwichtigen. Dennoch: Drei Rote Karten gegen Hersfelder Spieler sind die Folge.

Florian Kühnel, Werratal-Heringen: „Ich wollte meinen Spieler, der gefoult hatte, wegziehen. Auf einmal hat mich ein Hersfelder Fan weggeschubst, dann hat er mir sofort eine mitgegeben, ich habe einen Schlag auf den Hinterkopf bekommen, eine Beule habe ich heute noch. Dann sind unsere Fans und auch die aus Hersfeld auf die Ränge, auf die Tribüne gestürmt. Plötzlich war ein heilloses Durcheinander. Es ging alles ganz schnell. Der Hersfelder Trainer hat noch wild gerufen, konnte aber keinen mehr erreichen.“ Weiter sagte er: „Unser Foul war ganz klar eine Rote Karte, da brauchen wir gar nicht drüber zu reden. Es ist aber traurig, dass es bei so einem Turnier, in dem es um so wenig geht, so weit kommt.“

Dirk Schaefer, Trainer des JFV Bad Hersfeld: „Als Spieler beider Mannschaften auf die Tribüne hochgestürmt sind, nahm das Ganze seinen Lauf. Ich möchte unsere Jungs nicht in Schutz nehmen, solch ein Verhalten gehört sich nicht. Gut, dass keiner geschlagen hat, es war eher ein Geschiebe und Gerangel. Aber das war schon zehn Minuten äußerst brisant.“

Für Schaefer und sein Team war es das zweite von vier Spielen an diesem Abend. „Ich wollte erst zurückziehen, wir haben uns aber dazu entschlossen, weiterzuspielen. Warum sollst du die Spieler bestrafen, die nichts gemacht haben?“

Übrigens: Bad Hersfeld verwandelte den Strafstoß, den es für das Foul zugesprochen bekam, kurz vor Spielende zum 1:0-Sieg. wk

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