Handball-Bezirksoberliga: Schenklengsfeld überrascht – WHO stellt sich der Situation

Ausrufezeichen gesetzt

SG Schenklengsfeld

Die Freude war groß am Sonntagabend in der Schenk-lengsfelder Großsporthalle. Die Spieler der SGS lagen sich nach dem überraschenden 31:27-Erfolg gegen den bis dahin ungeschlagenen Spitzenreiter Flieden in den Armen. „Dass wir die Partie heute gerockt haben, ist ein Verdienst der gesamten Mannschaft“, meinte Spielertrainer Sascha Kepert nach dem Sieg. „Wir sind geschlossen aufgetreten und haben von der ersten bis zur letzten Minute gekämpft.“

Die Schenklengsfelder mussten nicht nur den Ausfall des Rückraumschützen Christian Manske verkraften, sondern ab der 23. Minute auch den von Sebastian Böhler, der die Rote Karte nach einem Foul bei einem Tempogegenstoß sah. Für Böhler rückte Jean-Marie Sandrock auf die Mitteposition, auf der Böhler bis dahin stark aufgespielt hatte.

Aber auch Sandrock löste seine neue Aufgabe prima. „Vor allem die Anspiele an unseren Kreisläufer Matthias Lotz haben immer wieder geklappt“, ergänzt Co-Trainerin Tanja Lindemann. Ebenso stark nach einer Verletzungspause war Felix Abad. Der Rückraumspieler, den die Schenklengsfelder zuletzt so schmerzlich vermisst hatten, kam auf acht Tore. Die Schenklengsfelder haben am kommenden Samstag erneut ein Topspiel gegen einen Spitzenreiter vor der Brust. Dann kommt Eschwege an den Landecker.

HSG WERRA WHO

Liga-Konkurrent HSG Werra WHO hat sich am Samstagabend nicht lange mit dem Ärger über die 29:31-Niederlage gegen Eschwege aufgehalten. Schließlich gibt es etwas, dass Mannschaft, Trainer, Verantwortliche und natürlich auch die WHO-Anhänger derzeit mehr beschäftigt als das rein Sportliche. „Natürlich habe ich mich geärgert, weil wir durch zu viele Fehler ein besseres Ergebnis verpasst haben“, sagt Trainer Jörg Fischer. Doch er sagt auch: „Wir alle waren mit unseren Gedanken schnell wieder bei Max.“

So hätten einige Spieler ziemlich schnell nach dem Ende des Spiels versucht, neueste Informationen über ihren Mitspieler, der nach wie vor im künstlichen Koma liegt, zu bekommen. „Diese Situation ist auch für uns als Team sehr speziell. Auf der einen Seite ist die Sorge wie es mit Max weitergeht. Auf der anderen Seite nehmen wir alle noch so kleinen positiven Neuigkeiten, um uns gegenseitig zu stützen“, sagt Fischer.

Am Mittwoch habe man sich noch die Frage gestellt, ob man überhaupt trainieren und am Samstag spielen solle. Am Freitag dann – bei der Rückkehr in die Heringer Halle, in der das Unglück geschehen war – habe das Team eine tolle Reaktion gezeigt und versucht, sich so gut wie es eben gehe, auf Handball zu konzentrieren. Und das war auch im Spiel gegen Eschwege so. Wie sagt Trainer Fischer: „Es muss für uns ja weitergehen – auch wenn der Sport derzeit zweitrangig ist.“

Von Hartmut Wenzel und Sascha Herrmann

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