Juniorenfußball zwischen zwei von Corona beeinflussten Serien

Aulataler A-Junioren überwintern an der Spitze

Lennard Skrabal (rechts) ist mit acht Treffern Zweiter der Torschützenliste der Verbandsliga Nord. Auch für das Herrenteam der SG Neuenstein kommt er in der Kreisoberliga zum Einsatz – für Aulatals A-Junioren aber gibt er alles.
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Lennard Skrabal (rechts) ist mit acht Treffern Zweiter der Torschützenliste der Verbandsliga Nord. Auch für das Herrenteam der SG Neuenstein kommt er in der Kreisoberliga zum Einsatz – für Aulatals A-Junioren aber gibt er alles.

Überraschend: Die A-Junioren-Fußballer des JFV Aulatal stehen nach sechs ausgetragenen Spielen der von Corona beeinträchtigten Runde der Verbandsliga Nord auf Platz eins.

Kirchheim – Auch wenn der Tabellenführer mehr Spiele hinter sich hat als die folgenden – als Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach, Flieden/Schweben, Gemeinde Petersberg oder die beiden Marburger Teams. Die Position an der Spitze aber hat sich Aulatals Nachwuchs erarbeitet.

Erinnern Sie sich an den 5. September dieses Jahres? Da kassierte das JFV-Team mit dem 2:4 im Auftaktspiel in Bad Soden die bisher einzige Saison-Niederlage. Danach folgten 13 Punkte in fünf Partien ohne Niederlage – bei 17:8 Toren. Auch wenn die Prüfungen gegen oben genannte Teams allesamt noch ausstehen: Aulatals Platzierung schafft viel Selbstvertrauen für die anstehenden Vergleiche im neuen Jahr.

Eine Arbeit, die über ein zusammengerücktes Team zustande kam. Luca Willems und Moritz Ickler (beide SV Niederjossa), Lennard Skrabal (SG Neuenstein) mischen kräftig bei den ersten Mannschaften in der Kreisoberliga mit, auch Lennard Christen ist sporadisch beim A-Ligisten Unterhaun dabei – diese Doppelbelastung ist Chance und Schicksal der 18-jährigen Spieler. „Alle haben mir ihr Wort gegeben, dass sie in der A-Jugend alles geben“, verrät Trainer Adrian Veapi. „Auch die B-Jugendlichen wollen ihre Chance nutzen. Das merkt man. Sie sind sehr ehrgeizig.“

Hilfreich, dass die Neuen super einschlugen – ob Maximilian Tag, der mit Giuliano Begeja ein starkes Torwart-Duo bildet, ob Innenverteidiger Alex Völker, der zweikampfstarke Verteidiger Felix Laistner oder der spielintelligente Angreifer Moritz Ickler. Ein Ass hat das Team indessen noch im Ärmel: Der Ex-Hohe Lufter Nikolaj Shustikov, der einige Jahre bei Viktoria Fulda Hessenliga-Erfahrung sammelte, wird Aulatals Nachwuchs in puncto Torgefahr mit Sicherheit bereichern; Shustikov hatte sich unmittelbar vor Beginn der Serie einen Riss des vorderen Kreuzbandes zugezogen.

Corona beeinflusste auch die JFV-Vertretung nachhaltig. Bereits im März wurde die Serie für alle Kicker unterbrochen. „Unsere vergangene Saison war solide“, sagt Veapi – mit Rang acht endete sie nach 15 absolvierten Spielen, der Punkte-Koeffizient lag bei 1,27. „Wir sind gut gestartet nach der Winterpause, mit ‘nem bisschen Euphorie. Doch dann wurde uns alles genommen. Aber das musst du akzeptieren“, bemerkt der Coach.

Doch Corona zog weiterhin seine Kreise. „Die gesamte Organisation war nicht leicht. Ich war froh, dass ich Hans-Hubertus Braune an meiner Seite hatte.“ Damit ist die Person gemeint, ohne die die Erfolgsgeschichte des JFV Aulatal in den letzten fünf Jahren Verbandsliga so sicher nicht möglich gewesen wäre. „Was da alles zu beachten war: Platz, Hygienevorschriften, die Spieler wollten wissen, was los ist. Sie saßen auf heißen Kohlen daheim. Und die Frage, ob du überhaupt trainieren durftest.“

Auch während der Serie mussten die Kicker mit einem Stück Ungewissheit leben. „Auch aufs Trikotwaschen musstest du ein bisschen aufpassen. Dass jeder sein Trikot wäscht. Wenn jemand krank war, blieb er zu Hause. Und ins Auto durftest du nur zu dritt.“

Die positive Entwicklung aber, die kann Aulatals Nachwuchs niemand nehmen. „Ich bin froh, dass unser Fußball so gut angenommen wird“, betont der junge Trainer, „und ich glaube, dass es noch besser wird, wenn Corona vorbei ist.“ Doch das weiß niemand. Auch nicht, ob, wann und wie die Saison fortgesetzt wird.

Von Walter Kell

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