A-Junioren: War das Ausscheiden des Teams nach enger Entscheidung regelkonform?

JFV Aulatal legt Protest ein

Was ist denn hier los? Aulatals Bank – Trainer Ernest Veapi vorn und Co-Trainer Max Bodes – war nicht einverstanden mit der Entscheidung der Turnierleitung, als eines von drei punktgleichen Teams nach der Vorrunde ausscheiden zu müssen. Und das als Gruppensieger. Foto: Wenzel

Künzell. Am Samstag ging es in der Kreissporthalle Künzell nicht nur um Fußball. Ein Haufen Ärger hatte sich angestaut, Verdruss und Unverständnis hatten sich breitgemacht bei Aulatals A-Junioren-Fußballern samt Beteiligten und Trainer Ernest Veapi.

DAS WAR PASSIERT

Aulatal hatte seine stark besetzte Gruppe in der Vorrunde als Sieger beendet – punktgleich mit dem FV Horas, dem Klassenkameraden der Verbandsliga, und der JSG Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach, dem Spitzenreiter der Gruppenliga. Da Aulatal in seiner letzten Aufgabe der Vorrunde den JFV Bad Soden mit 7:0 abfertigte, war auch die Tordifferenz die Beste der drei Kontrahenten. Nach Regeln des herkömmlichen Hallenfußballs schien alles klar zu sein, wer das Halbfinale erreicht – und wer nicht.

Im Futsal aber greifen an- dere Regeln, gelten andere Gesetze. „Jetzt wird eine interne Tabelle der drei punktgleichen Mannschaften erstellt“, ließ die Turnierleitung verlauten. Denn vor der Tordifferenz zählt im Futsal der direkte Vergleich.

DIE NEUE TABELLE

Die drei angesprochenen Teams wiesen je sechs Punkte nach ihren drei Partien auf. Hinzu kam, dass jede Mannschaft im direkten Vergleich drei Zähler geltend machen konnte. Erst jetzt kam die Tordifferenz zum Tragen. Horas und Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach hatten je 3:3 Tore aus ihren direkten Vergleichen zu Buche stehen (und ermittelten im Sechsmeterschießen die Plätze eins und zwei der Gruppe), Aulatal 1:1 – und schied aus.

DIE ERSTEN REAKTIONEN

„Ich bin auf 180“, echauffierte sich Veapi, „wofür strengen wir uns im letzten Spiel so an und schlagen Soden 7:0?“ Seinen Spielern standen Furchen der Enttäuschung und des Ärgers tief in ihren Gesichtern, sie hatten die meisten Tore der drei Teams geschossen. Als Tabellenführer waren sie rausgeflogen. Man hätte mit viel Selbstvertrauen aus diesem Turnier herausgehen können, bemerkte Betreuer Hans-Hubertus Braune. Doch schließlich habe man ein gutes Turnier gespielt und müsse das Positive mitbehmen.

DIE REAKTIONEN DANACH

Auch am Tag danach hatten sich die negativen Begleitumstände beim JFV Aulatal noch nicht gelegt. „Wir haben uns am Sonntag dazu entschieden, Protest einzulegen“, sagte Veapi, „wir haben die Paragrafen in der Spielordnung der Satzung durchgelesen. Die Regelung, die am Samstag in Künzell angewandt wurde, gilt für die Hessenmeisterschaft. Nicht für die Regionalmeisterschaft. Wir haben uns intensiv damit beschäftigt.“

Ihn stört zudem, dass einer der vier Schiedsrichter (die nicht nur seiner Meinung nach gute Leistungen gebracht hatten), einen Sonderbericht anfertigen wolle oder dies schon getan habe. Nach emotionalen Äußerungen als Folge der Entscheidung. „Ich habe nichts Beleidigendes gesagt“, betont Veapi.

DER SPORTLICHE WERT

Der ist an dieser Stelle nachgeordnet und kommt sicher zu kurz – dabei boten Aulatals junge Kicker eine tolle Leistung im Kräftemessen mit den Besten der Region unterm Dach. Geschlossen und als Team trat der JFV auf, verteidigte prima, verengte geschickt vor allem zentrale Räume und leistete auch offensiv einiges.

Dem 1:0 im Auftaktspiel gegen Horas (Tor: Lars Schlensog) schloss sich ein äußerst unglückliches 0:1 gegen Nüsttal/Hofbieber/Dammersbach an. Steffen Skrabal (3), Kevin Kunze (2), Leonard Piranty und Schlensog trafen zum 7:0 gegen Bad Soden. Bis der Ärger folgte im Spiel der Emotionen.

 

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