NACHSPIELZEIT

Auftakt, Aufreger, Außenseiter

Hartmut Wenzel, Sportredakteur Hersfeld
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Hartmut Wenzel

Was war das nur für ein Auftakt im Amateurfußball? Favoritenstürze, dramatische Begegnungen, tolle Spielzüge – es war alles dabei was das Fußballerherz begehrt.

Der große Beifall galt den Außenseitern, wie zum Beispiel Steinbach in der Hessenliga nach dem 4:1-Erfolg beim KSV Baunatal. Oder Niederjossa/Breitenbach in der Kreisoberliga, das für Erstaunen in Mecklar und gegen Steinbach sorgte. Keine fünf Kilometer weiter in Niederaula schwärmen die Fans nach den ersten beiden Siegen gegen Bebra und gegen Hohe Luft von einem neuen Offensivgeist. Niederaula und Niederjossa – es gibt nicht wenige auf beiden Seiten, die dem Nachbarverein die Daumen drücken. Allerdings nur bis zum Ortsderby, das am 4. Oktober über die Bühne gehen soll. Könnte dann ein Spitzenspiel werden, wenn es mit den guten Ergebnissen so weiter geht.

Sehr unglücklich verlief der erste Spieltag für den Fußballer Nils Hübler von Espanol Bebra. Im Spiel der Kreisliga A bei Sorga/Kathus verletzte er sich so schwer an der Schulter, dass er mit dem Krankenwagen abgeholt werden musste. Die Diagnose war für Hübler niederschmetternd: Mehrere Bänder abgerissen und das Schlüsselbein gebrochen. Noch in dieser Woche ist Hübler operiert worden. Mehr Pech geht nicht: Die schwere Verletzung passierte ausgerechnet nach einem ganz normalen Zweikampf in einem Spiel, auf das er sich so gefreut hatte. Denn in Sorga hatte er vor einigen Jahren gespielt. Eigentlich wollte Hübler seine Karriere vor dieser Serie in Bebra beenden, hatte sich aber doch noch einmal breitschlagen lassen.

Sie verstehen sich prima, kämpfen aber um die Nummer eins im Tor beim Fußball-Hessenligisten Hünfelder SV. Die Rede ist von Fabian Brunner und Sebastian Ernst, zwei sehr starke Keeper, die beide früher einmal für die Festspielstadt Bad Hersfeld gespielt haben (siehe 1. Lokalsportseite). Aber: Nur einer kann spielen. Ihr Trainer Johnny Helmke hat sich jetzt festgelegt. Und Brunner nach guten Leistungen in der Vorbereitung zu Nummer eins gekürt. Ein bisschen erinnert mich dieser Kampf ums Tor an das Duell zwischen Olli Kahn und Jens Lehmann vor der WM 2006. Wochenlang beherrschte die „T-Frage“ die Medienlandschaft. Es war ein Kampf auf hohem Niveau zwischen zwei von Ehrgeiz getriebenen Nationalkeepern – und endete versöhnlich. Kahns Händedruck mit Lehmann vor dem Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen Argentinien schrieb Länderspielgeschichte.

So ganz nebenbei: Am Samstag beginnt die Handballrunde und zwar in der Landesliga. Die Frauen des TV Hersfeld erwarten in der Landesliga Reichensachsen. NICHT in der Geistalhalle, sondern in der Waldhessenhalle am Obersberg. Es ist nicht nur sportlich eine Nagelprobe, sondern auch organisatorisch. Doch die meisten sind optimistisch– die Regeln nach der Corona-Pandemie könnten in der Waldhessenhalle nach besser eingehalten werden als im Geistal.

Schönes Wochenende – und bleiben sie gesund.

Von Hartmut Wenzel

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