Fußball-Gruppenliga 

Asbacher enttäuschen auf der ganzen Linie

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Enttäuscht: SVA-Trainer Frank Ullrich. 

Bad Hersfeld Seinen 53. Geburtstag hätte Frank Ullrich sicher anders verbringen können. Aus einem kurzweiligen Skiurlaub gut erholt zurückgekehrt – und nach einem Spaziergang mit Ehefrau Brunhilde, den Söhnen Tim und Jan sowie Labrador Ben auf der Terrasse Kaffee trinken und den herrlichen Sonnenschein genießen.

Hätte – so aber musste der SVA-Coach an der Seitenlinie auf dem Eiterfelder Sportplatz hilflos eine seiner persönlich wie für den SV Asbach in jüngster Zeit selbst bittersten Niederlage durchleben.

Sang- und klanglos, ohne Mumm, ohne Aufbegehren und jegliche Struktur, stolperte sein Team in eine 0:7 Niederlage beim Tabellenletzten der Fußball-Gruppenliga, der SG Eiterfeld. Doch es war nicht die desolate Leistung allein, die Platz zum Nachdenken gab.

„Ich weiß nicht, ob ich vielleicht mit meiner Ein- und Vorstellung über ein Fußballspiel als Trainer schon zu alt bin. Heute zählt für einige Aktive anscheinend nur noch das eigene Ego, der Rest bleibt auf der Strecke. Das ist auch eine Charakterfrage. So war es heute wieder und das Team hat sich quasi von allein aufgestellt. Dann kann so etwas ‘rauskommen“, klang neben Resignation auch eine große Portion Enttäuschung aus Ullrich heraus. Der Coach, dessen Sohn Tim nach dieser Saison zum Verbandsligisten Adler Weidenhausen wechselt,  fühlt sich zunehmend auch von manchen Verantwortlichen allein gelassen.

Sandhofen der Älteste

Bitter war für den neutralen Beobachter anzusehen, was vom SVA geboten wurde. Vom Glanz alter, noch gar nicht so lange zurückliegender Tage, war nichts mehr vorhanden. Aber man darf der bunt zusammengewürfelten Truppe keinen großen Vorwurf machen. Denn da etablierte Spieler, und davon hat der SVA ohnehin zu wenige, aus vielschichtigen Gründen erneut fehlten, musste unter anderem Co-Trainer Tobias Grimmer einspringen, A-Jugend Torwart Kevin Geppert zwischen die Pfosten gehen und Michael Sandhofen nach seiner Einwechslung mit 48 (!) Jahren sogar den „Silberrücken“ im Team geben.

Wenn dann noch der Rest der verbliebenen Stammspieler seiner Form nachläuft und die einzige Chance nach 30 Minuten durch Denis Masic von VfL-Keeper Konstantin Fey glänzend pariert wird, ist das Ergebnis leicht erklärt.

Dass so bereits nach kurzer Zeit auf der Tribüne fleißig über die schon reichlich diskutierte Spielgemeinschaft mit Hessen Hersfeld neue Fahrt aufnahm – wen wundert’s? Eitel Sonnenschein herrschte hingegen bei der siegreichen SG Eiterfeld.

Optimal eingestellt

Denn dessen Trainerfuchs Klaus Wächter hatte seine Mannschaft optimal auf den Gast eingestellt und so drei eminent wichtige Punkte eingefahren, die dem Optimisten neuen Rückenwind für die fast aussichtslos erscheinende „Mission Klassenerhalt“ geben.

„Ich habe nach meinem Einstieg hier einiges verändert, was jetzt schon Früchte trägt. Die Trainingsbeteiligung stimmt, die Stimmung ist gut und ich kann auf 20 fitte, schnelle und willige Spieler zurückgreifen. Wenn wir die nächsten Partien so zielstrebig wie heute angehen, sehe ich uns noch lange nicht abgestiegen“, so der zufriedene VfL-Coach.

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