NACHSPIELZEIT

Anpfiff, Isolation und ein Abschied

Sascha Herrmann, Leiter der Sportredaktion der Hersfelder Zeitung, lächelt in die Kamera.
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Sascha Herrmann

Es ist so weit: Gestern Abend wurde die Saison 2020/2021 der Fußball-Bundesliga angepfiffen. Die Freude bei den Fans ist groß – natürlich aber auch die Ungewissheit, denn die Corona-Pandemie ist längst noch nicht überstanden.

Was passiert, wenn die ersten Infektionen im Profifußball bekannt werden? Wird der Spielplan durcheinandergewirbelt? Droht gar wieder eine Unterbrechung der Saison? So schön es ist, dass in den meisten Stadien wieder vor (wenigen) Fans gespielt werden kann – die Ungewissheit wird in dieser Spielzeit ein ständiger Begleiter sein.

Hoffen wir, dass Corona den Fußball nicht ins Abseits stellt. Und gehen einfach optimistisch in die neue Saison. Drücken wir also unseren Lieblingsklubs die Daumen, fachsimpeln mit anderen Fans und streiten uns auch mal am Stammtisch. All das macht doch die schönste Nebensache der Welt aus. Und all das lassen wir uns nicht nehmen – auch nicht durch dieses Virus.

Was geschehen kann, haben wir in dieser Woche im südhessischen Gelnhausen gesehen. Weil zwei Amateurfußballer bei zwei aufeinanderfolgenden Begegnungen positiv getestet worden waren, mussten alle vier beteiligten Teams in Quarantäne. Und da die häusliche Isolation auch auf deren Kontaktpersonen ausgeweitet wurde, sind mittlerweile 400 (!) Menschen in Quarantäne – und 14 infiziert.

Nur maximal 250 Zuschauer sind derzeit aufgrund der Corona-Vorkehrungen bei Amateurfußballspielen in Hessen zugelassen. Und so waren unter der Woche auch beim Hessenliga-Derby zwischen Steinbach und der SG Barockstadt (0:1) eben nur 250 Zuschauer zugegen. Unter normalen Umständen wären sich gut und gerne 1000 Fußballfans in den Mühlengrund gekommen. Neben den logistischen Anforderungen bei Heimspielen müssen die Klubs extreme finanzielle Einbußen verkraften. Einige wird das vor größte Probleme stellen.

Keine größeren Überraschungen sollte der Kreisfußballtag hervorbringen, der heute mit fünfmonatiger Verspätung in Bosserode stattfindet. Weil sich Amtsinhaber Karl-Heinz Blumhagen nach 27 (!) Jahren aufs „Altenteil“ zurückzieht, ist davon auszugehen, dass dessen Stellvertreter Rainer Schmidt neuer Fußball-Chef wird. Der bisherige Pressewart Thomas Becker wirft seinen Hut als zweiter Mann in den Ring.

Schönes Wochenende – und bleiben Sie gesund!

Von Sascha Herrmann

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