150 Starter beim Bergzeitfahren des RSV Bad Hersfeld

Radsport: Am Eisenberg geht’s um die Ehre

Zielankunft mit dem Fernsehturm im Rücken: Ein Fahrer kommt auf dem Parkplatz des Gipfels an. alle
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Zielankunft mit dem Fernsehturm im Rücken: Ein Fahrer kommt auf dem Parkplatz des Gipfels an. alle

150 Radsportler nahmen am Samstag an der Bergwertung des RSV Bad Hersfeld zum Eisenberg teil. In diesen Wettbewerb war auch die Hessenmeisterschaft integriert.

Kirchheim – Der kleine Jakob nahm am Samstag seine Aufgabe als Sprecher sehr ernst. „Die Nummer 500 bitte zum Start“, krähte der Drittklässler ins Mikrofon, während Papa Timo Honstein auf die Startreihenfolge achtete.

5 - 4 - 3 - 2 - 1 - uuund los: Im Minutentakt gehen die Fahrer auf die Strecke. Peter Hartwig regelt als kommissarischer Rennleiter den Verkehr am Ortsausgang des Kirchheimer Ortsteils Gersdorf, Richtung Eisenberg. „Wir hatten anfangs mit vielleicht 50 Fahrern gerechnet, letztendlich sind es 150 geworden – ohne dass wir die Veranstaltung groß beworben hätten. Das ist eine Super-Teilnehmerzahl“, sagt der Niederaulaer. Und das, obwohl es keine Preisgelder gibt. Am Eisenberg geht es nur um die Ehre.

Oberhalb des Feriendorfes Hannover hat man einen tollen Blick über den Knüll und die Vorderrhön bis hin zur Wasserkuppe. Am Parkplatz oberhalb der Schutzhütte kommen Wanderer vorbei, klatschen und feuern die Teilnehmer an. Die haben keinen Blick für die herrliche Aussicht vom Eisenberg, sondern setzen gerade zum Schlussspurt an. So auch Jörg Reim. Der ehemalige Handballer (TV Hersfeld und WHO) und heutige Radfahrer kommt als 16. ins Ziel in 19:14,35 Minuten. „Der letzte Kilometer hat es immer ganz schön in sich“, sagt Reim.

Und los: Ex-Handballer Jörg Reim fährt auf die Strecke.

Die interne RSV-Wertung wird übertroffen von Marco Schneider, der ebenso wie Reim bei den „Jedermännern“ startet. Der Ludwigsauer wird Zehnter in einer Zeit von 18:28,42 Minuten. Der dritte Vereinsfahrer, Heiko Katzler, startete bei den Senioren und macht es dort noch besser. Er wird in der Wertung 15. in 18:12,02 Minuten. Der geringe Abstand von nur wenigen Minuten oder Sekunden zeigt die hohe Leistungsdichte selbst bei den Hobby-Radsportlern.

Der Beste kommt an diesem Tag aus Langen, Kreis Offenbach und startete ebenfalls bei den „Jedermänern“. Martin Maertens erreicht das Ziel nach 13:02,98 Minuten. Weil die „Jedermänner“ noch vor der Eliteklasse gestartet sind, musste er noch über eine Stunde warten, ehe der „Bergkönig“ gekürt werden konnte.

Der 28-jährige Hobbyfahrer, von Beruf Projektingenieur, will in 14 Tagen beim Ötztaler Radmarathon starten, einem der härtesten Prüfungen in den Alpen (228 Kilometer mit 5000 Höhenmetern). Der Langener, der seit seinem 13. Lebensjahr Radrennen bestreitet, hat den Eisenberg auch als Test für diese große Rundfahrt angesehen. „Es geht ganz gut hoch hier“, sagt er.

Für den Ötztal-Radmarathon hat er sich ein ehrgeiziges Ziel gesetzt – die Strecke wollte er in 7:30 Stunden packen. Selbst Lizenzfahrer wie Simon Betz (13:04,08 Min.) oder das in der U17-Wertung startende Nachwuchstalent Simon Bock kamen nicht an die Leistung von Maertens heran.

Gruppenbild mit Bergkönig: Die Helfergruppe des RSV Bad Hersfeld mit dem Sieger Martin Maertens, im weißen Trikot stehend in der Mitte.

Übrigens: Bei der Organisation erhielt der RSV Unterstützung von der TG Melsungen, die nicht nur die meisten Fahrer, sondern auch mit Dieter Vaupel den Streckensprecher im Ziel stellten

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