Kristallmarathon

Die "alten Hasen" treffen sich über Tage und unter Tage

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Lollslauf, Hindernislauf, Kristallmarathon: Die Ausbacher Alt-Herrenfußballer halten zusammen. Sie starten bei einigen Sport-Events in der Region. Einige spielen auch in der Fußball-Kreisoberliga. 

Neun Ausbacher Altherren-Kicker starten gemeinsam bei zahlreichen Laufveranstaltungen.

Ausbach – Was machen eigentlich Fußballer nach dem Ende ihrer aktiven Laufbahn? Oft bleiben sie dem Sport treu. Und beginnen eine zweite Laufbahn. Wie zum Beispiel die Fußballer, die früher zusammen beim TSV Ausbach spielten. Sie treffen sich ein paar Mal im Jahr zu bestimmten Laufevents.

Weil sie alle aus dem Kalirevier zwischen Philippsthal, Heringen und Hohenroda stammen, laufen sie auch unter Tage.

Am vergangenen Sonntag war es wieder soweit. Um neun Uhr öffnete sich für acht Ausbacher Kicker die Tür zum Fahrstuhl, der sie 500 Meter tiefer in das Erlebnisbergwerk Merkers brachte. Dort, im großen Salzbunker, ist der Start- und Zielbereich des Kristallmarathons, der in diesem Jahr zum 13. Mal stattfand. Beim weltweit einzigen Marathon unter Tage starteten 750 Läufer aus aller Herren Länder. Nach der erfolgreichen Premiere im vergangenen Jahr waren die Ausbacher zum zweiten Mal dabei. Einige, wie Gerrit Schlotzhauer, haben am Tag noch Fußball gespielt – beim Alt-Herrenturnier des Nachbarvereins TSV Ransbach.

Ursprünglich waren sogar neun Ausbacher „Alte Hasen“ – so steht es hinten auf ihren Trikots – angekündigt. Stefan Brandenstein fehlte bei dieser „Hasenjagd“. Das stellte seinen Kumpel Andreas Kutrieb vor Probleme, als er in Merkers zum Schluss auf seine Stoppuhr sah: „Ich bin Runde um Runde schlechter geworden. Das lag an Stefan, der hat mich im letzten Jahr mitgezogen.“ Mit Brandenstein bestritt er schon so manches Lauf-Abenteuer. Unter anderem waren die beiden auch Teilnehmer beim ersten Hohenrodaer „Hell-of-the-brave“-Lauf im vergangenen Oktober. Und sie kamen auch gemeinsam im Ziel an.

Zufrieden war dagegen André Hoffmann mit seiner Unter-Tage-Zeit: „48 Minuten, das ist okay“, sagt der Mechatroniker, der wie die anderen auch, bei Kali + Salz arbeiten.

„Hier unten ist die Luft anders“, sagt er. Wobei es im Erlebnisbergwerk bei 23 Grad noch recht angenehm ist. Je tiefer, desto wärmer. „Ab 700 Metern sind es schon fast 30 Grad“, erzählt Hoffmann, der selbst unter Tage arbeitet.

Nicht nur an diesem Tag war Christian Kraus, der Trainer des TSV Herfa, derjenige Ausbacher, der erneut seine Fitness bewies und unterwegs die beste Läuferin, Carmen Seitz-Adam aus Wehrshausen, überholte und als Neunter im Ziel ankam. „Als ich angesprochen worden bin, ob ich wieder mitmache, hab’ ich sofort ja gesagt“, erzählt er.

Viel wichtiger als gute Zeiten ist jedoch der Teamgeist - und die Kameradschaft. „Wir freuen uns schon darauf, wenn wir uns zu den Sportterminen immer mal wiedersehen“, ergänzt Hoffmann. Für ihn könnten es ruhig in paar mehr Events sein: „Aber viele haben Familie, hinzu kommt die Schichtarbeit. Da haut das oft von den Terminen nicht hin.“

Angefangen hat alles vor Jahren mit dem Hersfelder Lollslauf. Dort starten die Ausbacher „Hasen“ inzwischen mit 15 Akteuren in drei Mannschaften – ein kleiner Rekord. Der Lollslauf ist auch in diesem Jahr wieder ein feststehender Termin. Hinzu kommen die Winterläufe der Triathletenschmiede in Heringen und ein Hindernislauf in Clausthal-Zellerfeld sowie unter Umständen wieder der „Hell-of-the-brave“-Wettbewerb in Hohenroda im März. Und natürlich auch der Kristallmarathon im nächsten Jahr.

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