Sascha Kepert kann’s nicht lassen: Er spielt Handball und Fußball im Verein

Alles dreht sich um Bälle

Sascha Kepert als Doppelsportler - der Ball ist stets im Mittelpunkt: Oben als Handball-Torwart, rechts als Fußballer. Fotos: Eyert/Rohrbach

Zu Besuch bei der Sport-Familie Kepert: Gemütlich ist es. Geschmackvoll und stilvoll. Sascha (27) ist mittendrin. Bälle faszinieren ihn - egal, ob groß oder klein. Als Handball-Torwart wehrt er sie ab, zurzeit für die SG Schenklengsfeld. Als Fußballer schießt er Tore, momentan für die SG Ausbach/Heimboldshausen.

In den Fußball-Torjägerlisten ist er stes vorn zu finden. Vergangenes Jahr schoss er 31 Tore. Im Handball-Tor wäre mehr möglich für ihn. „Er hat Selbstdisziplin, das find ich am besten an ihm. Wenn er sich anstrengen würde, könnte er zwei Klassen höher spielen“, sagt sein Vater Erich. Und was der sagt, hat Gewicht. Früh schon riet Trainer Jürgen Handke seinem Spieler Sascha, sich auf Handball zu konzentrieren. Antanas Taraskevicius, Hersfelds Chef-Statistiker aus Litauen, bemerkte einst: „Du hast eine Quote von 60 Prozent gehaltener Bälle. Das ist Wahnsinn.“

Hat Sascha eine Vorliebe? „Im Laufe der Zeit hat sich das gewandelt. Jetzt etwa zwei Drittel Handball, ein Drittel Fußball“, meint er. „Ich hab’ mein Leben so gestaltet, dass ich zwei Sportarten betreibe. Ich bin mittendrin.“ Seine Frau steht dabei hinter ihm. „Ich bin in eine Sport-Familie hineingeraten. Und daran auch gewachsen“, bemerkt Anke. Längst hat sie sich mit ihrer Rolle angefreundet.

Dass das Spiel mit dem Ball für Familie Kepert eine Leidenschaft ist, musste Anke schon einen Tag nach der letztjährigen Hochzeit erfahren. Da spielte Sascha Fußball. Anke passte das erst gar nicht. Mittlerweile hat sich das Paar arrangiert. „Mir ist wichtig, dass sie dabei ist“, sagt Sascha. Wenn er den Sport nicht hätte, dann wüsste er nicht so recht. Sascha zuckt die Schultern. Manchmal ist sein Doppel-Leben stressig. Runter vom Fußballplatz, rein ins Auto. „Ich fahre, er zieht sich im Auto um. Damit wir rechtzeitig beim Handballspiel sind“, erklärt Anke.

Mit dem Abpfiff sind die Spiele im Hause Kepert noch lange nicht vorbei. Sind alle beisammen - Saschas Schwager Mike Lindemann, dessen Ehefrau Tanja und die Eltern vom Fußballplatz zurück, „gibt es bei uns noch eine 90-minütige Spielanalyse“, berichtet Anke.

Ehrgeizig, manchmal zu ruhig, Play-Station-spielend, lauffaul, Teamplayer - so charakterisiert sie ihren Ehemann. Der steht heute Abend wieder im Handball-Tor. Und trifft in Heringen mit der SG Schenklengsfeld auf seinen Ex-Club HSG Werra.

Von Walter Kell

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