3775 Höhenmeter mit dem Mountainbike

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Am letzten Anstieg: Silvia Klee-Bretting nahe Saalbach-Hinterglemm auf ihrem Mountainbike.

Bebra. 80 Kilometer. 3775 Höhenmeter. Ein Mountainbike. Silvia Klee-Bretting aus Bebra fuhr erneut bei den World Games of Mountainbiking im österreichischen Saalbach-Hinterglemm. 

Die Geschichte

2002 waren Silvia Klee-Bretting und ihr Mann Thomas Bretting erstmals bei dem Wettkampf in Saalbach angemeldet. Doch ein Wetterumschwung – es schneite – vereitelte den Start. „Von da an waren wir aber jedes Jahr dabei, bis auf 2007“, erzählt die 51-jährige Bebranerin. Vier verschiedene Strecken werden angeboten: 21, 42, 58 und 80 Kilometer. Achtmal fuhr Klee-Bretting den langen Kanten – in diesem Jahr erstmals wieder seit vier Jahren.

Das Training

Hier hat die Bebranerin einen entscheidenden Vorteil: Mit ihrem Mann betreibt sie „Brettings Bewegungswelt“ in Lispenhausen, ein Sportstudio, in dem viele Ausdauersportler der Region trainieren. An Geräten konnte Silvia Klee-Bretting die Steigungen von 20 Prozent und mehr simulieren.

„Außerdem habe ich das Rad-Schieben trainiert“, erzählt sie. „Denn das musste ich an manchen Stellen tun.“ Vier Wochen vor dem Wettkampf waren sie und ihr Mann schon einmal in Saalbach, nahmen die Strecke in Augenschein.

Das Rennen

Als 51-Jährige wurde Klee-Bretting in die Klasse der Über-40-Jährigen eingruppiert – eine andere gab es nicht. „Der Wettkampf wird von Jahr zu Jahr schwieriger, aber es hat mich einfach gereizt“, sagt sie. Hundertprozentig fit war sie nicht – nach eineinhalb Stunden traten Beschwerden am rechten Bein auf, die von einer Verletzung aus dem Jahr 2012 herrührten.

Ehemann Thomas fungierte als „Begleitfahrzeug“ seiner Frau, reichte ihr Getränke und Gels – „nur die eigene Verpflegung, alles andere wäre zu riskant“, sagt Silvia Klee-Bretting. „Man weiß bei der gestellten Verpflegung ja nicht, wie der Magen darauf reagiert.“ Den steilsten der fünf Anstiege, vor dem sie den meisten Respekt hatte, meisterte sie gut. Silvia Klee-Bretting kam nach 7:06 Stunden ins Ziel.

Vorher und nachher

Drei Tage vorher eine harte Trainingseinheit, am Tag vorher eine kleine Vorbelastung – das war die unmittelbare Vorbereitung. Eineinhalb Stunden war Klee-Bretting da unterwegs, nahm 300 Höhenmeter. Dann: Regeneration.

„Am Tag danach ging es mir eigentlich ganz gut, ich habe sogar einen Teil der Heimfahrt am Steuer gesessen“, berichtet sie. Zwei Tage später seien die Beine aber richtig schwer gewesen. Lockeres Radeln und Dehnen war angesagt. „Ich habe ungefähr 5000 Kalorien verbraucht, bin kaum satt geworden an den nächsten Tagen“, erzählt sie.

Und nächstes Jahr?

Geht’s wieder nach Saalbach, das scheint gewiss. Allerdings für Silvia Klee-Bretting in ungewohnter Rolle. Diesmal will Ehemann Thomas den Wettkampf fahren. „Dann bin ich das Begleitfahrzeug“, sagt sie.

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