1.FC Gershausen: Das Aus war vorhersehbar

Fotos aus besseren Tagen: Der 1.FC Gershausen konnte auch Aufstiege bejubeln. Jetzt ist Schluss.

Gershausen. Wieder verschwindet ein Verein von der Bildfläche: Der 2001 ins Leben gerufene 1. FC Gershausen kann in der kommenden Saison nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen.

Wieder verschwindet ein Verein von der Bildfläche: Der 2001 ins Leben gerufene 1. FC Gershausen kann in der kommenden Saison nicht mehr am Spielbetrieb teilnehmen. 

Es war ein mutiger Entschluss, neben den Traditionsvereinen im Aulatal existieren zu wollen. Neben Oberaula, Niederaula und Kirchheim. Plötzlich hatte der 300 Einwohner-Ort einen Fußballverein. Im Dunstkreis der Großen entstand ein kleiner, feiner Klub. Ohne so richtigen eigenen Sportplatz, ihre Heimspiele trugen die Kicker auf dem B-Platz des TSV Kirchheim aus.

Mann der ersten Stunde war Michael Bierwirth (47). An Andreas Stöckleins Seite hob er den 1. FC Gershausen aus der Taufe. Stöcklein war bei der Gründung 1. Vorsitzender, Bierwirth sein Vertreter. Überhaupt ist er Mädchen für alles im Verein.

Seit März vergangenen Jahres steht er an der Spitze, war Abteilungsleiter und 2. Vorsitzender. Doch auch er hat sich aufgerieben.

„Macht keinen Sinn“

Es sei im letzten Jahr schon vorauszusehen gewesen, sagt Bierwirth. Zunehmend machte sich nachlassendes Interesse breit. Seitens der Spieler, zweimal trat die Mannschaft nicht an. „Das wäre nicht besser geworden“, schildert der 47-Jährige seine Eindrücke.

„Aber auch „die Zuschauer wurden immer weniger. Du kannst dann nicht mal mehr den Schiedsrichter bezahlen. Wir haben Gespräche geführt,

auch mit Trainern, weiter im Spielbetrieb zu bleiben. Doch wir hatten das Gefühl, dass es keinen Sinn mehr macht, eine Mannschaft zu stellen.“

Bierwirth ist froh darüber, dass sich Gershausens verbliebene Spieler anderen benachbarten Vereinen angeschlossen haben. Die meisten Kicker seien zum Hattenbacher SV gewechselt, andere zur SG Niederaula/Kerspenhausen, zur SG Aulatal oder zur SG Haunetal.

Dabei hatte der Verein, der sich in gut eineinhalb Jahrzehnten seines Bestehens Anerkennung und Identität verschafft hatte, durchaus Erfolge vorzuweisen. Auch wenn er in der kurzen Zeit mit Aufs und Abs zu kämpfen hatte.

2007 stieg der 1. FC Gershausen erstmals in die A-Liga auf – und als wollte er sich selbst beschenken, feierte er vier Jahre darauf doppelt: sein zehnjähriges Jubiläum und den erneuten Aufstieg.

Dass der 1. Vorsitzende jahrelang auch der Trainer des Vereins war, auch das gibt es nicht so oft im Fußball. In Gershausen war es Andreas Stöcklein. Auch seine jüngeren Brüder Christian und Sebastian, jetzt beide für die SG Mühlbach/Raboldshausen aktiv, kickten im Team mit – eine Stöcklein-Trilogie. Oder eine kleine Erfolgsgeschichte.

Standbein Triathlon

Bleibt das Standbein Triathlon. „Da haben wir uns ja einen kleinen Namen gemacht“, betont Bierwirth. Wann es im nächsten Jahr den 9. Volkstriathlon gibt, darüber wollen sie sich in Gershausen nach den Sommerferien zusammensetzen.

Der ursprüngliche Termin am zweiten Juni-Wochenende kollidiert dann mit dem Hessentag in Bad Hersfeld. Und die Fußballer?

„Wenn du erst mal draußen bist, ist es schwierig, zurückzukommen“, bemerkt Bierwirth. Auch wenn er die Hoffnung auf eine Wiederaufnahme des Spielbetriebs beim 1. FC Gershausen nicht so ganz aufgegeben hat. Vorsorglich aber sagt der 47-Jährige schon mal, es sei eine schöne Zeit gewesen.

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