Zukunfts-Diskussion im Kasseler Eishockey: Schutzmaßnahme Ausgliederung

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Viel zu besprechen: EJK-Vorsitzender Marc Berghöfer (links) und Schatzmeister Bernhard Evers.

Kassel. Der Versuch der Mitgliederbefragung war für die Verantwortlichen der Eishockey-Jugend Kassel ein Schlag ins Wasser.

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Weil in der Diskussion über eine mögliche und vermutlich auch notwendige Zukunft der ersten Mannschaft in einer Kapitalgesellschaft Basisinformationen auf der Strecke blieben.

Fragen und Antworten zur Lage bei der EJK:

? Warum wird überhaupt über die Gründung einer neuen Kapitalgesellschaft diskutiert, wo es doch gerade für die EJK in der Hessenliga auch ohne gut läuft?

! Derzeit spielen die Kasseler Jungs als lupenreine Amateure im EJK-Dress. Sie erhalten keine Gagen, sondern bezahlen sogar ihren Mitgliedsbeitrag selbst. Mit jedem Aufstieg aber wird es schwieriger, ohne Halb- oder später Vollprofitum zu bestehen. Mit der Abkehr vom Amateurbereich aber steigt die wirtschaftliche Verantwortung immens - und damit das Risiko für den gemeinnützigen Verein. Die Ausgliederung der ersten Mannschaft ist daher auch eine Schutzmaßnahme. Um die Jugendarbeit langfristig zu schützen und zu sichern, würde das wirtschaftliche Risiko des Profitums in der Kapitalgesellschaft platziert.

So war es auch zu Huskies-Zeiten: Die GmbH ging vor die Hunde, doch der Verein EJK blieb unbeschadet. Auch im Fußball sind die Profis in eine GmbH oder AG ausgegliedert. Regionalligist KSV Hessen Kassel strebt das für seine erste Mannschaft auch an.

? Wie ist die Situation derzeit geregelt?

! In einem Kooperationsvertrag haben sich die Eishockey-Jugend und die Kasseler Eissporthallen-Betriebsgesellschaft KEBG verständigt. Das Wesentliche: Die KEBG stellt 1000 Stunden Eiszeit im Wert von 150 000 Euro bereit und hat die Ausrüstung (63 000 Euro) bezahlt. Sie erhält die Einnahmen aus dem Kartenverkauf, muss bis zu 2000 Zuschauern aber mit dem Klub teilen. Alle weiteren Einnahmen, auch aus dem Sponsoring, werden zur Hälfte geteilt. Aber: Diese Vereinbarung läuft nur bis zum 30. April. Am selben Tag endet der Mietvertrag zwischen Hallen-Eigentümer Simon Kimm und Dennis Rossing, der die Halle derzeit an die KEBG mit Geschäftsführer Stefan Traut weitervermietet hat, sie danach von Kimm für fünf Millionen Euro kaufen will.

Ist dieser Kauf bis zum Saisonende nicht erfolgt und keine weiterführende Regelung für den Verein getroffen, steht die EJK vor einer ungewissen Zukunft. Sie müsste dann mit Halleninhaber Simon Kimm oder einem anderen Mieter als Nachfolger Rossings eine Kooperation eingehen.

? Wie sehen die drei Varian-ten aus zur Ausgliederung der ersten Mannschaft in eine Kapitalgesellschaft, die derzeit thematisiert werden?

! Vorschlag 1 (des Klubs): Alle Rechte an der ersten Mannschaft, gleich in welcher Liga sie spielt, bleiben bei der Eishockey-Jugend Kassel. Die Verantwortung, Entscheidungsgewalt und Kontrolle geht vom Vorstand und von den Mitgliedern der EJK aus. Die Rechte bezüglich der ersten Mannschaft werden nur für einen bestimmten Zeitraum auf einen Kooperationspartner oder Dienstleister übertragen.

Vorschlag 2 (des Klubs): Unwiderrufliche und unentgeltliche Übertragung aller Rechte an der ersten Mannschaft, gleich in welcher Liga sie spielt, an die Rosco-Unternehmensgruppe / KEBG wie schon vor der Insolvenz der Huskies GmbH. Die Verantwortung, Entscheidungsgewalt und Kontrolle gehen dann von der Rosco-Unternehmensgruppe / KEBG aus.

Vorschlag 3 (der KEBG): Übertragung der Rechte an der ersten Mannschaft gegen die Zahlung eines Entgelts an die KEBG zur Etablierung professionellen Eishockeys mit einem langfristig stabilen, gemeinsamen Konzept von EJK und KEBG; Rückfall der Rechte an die EJK bei Insolvenz der Kapitalgesellschaft; kostenlose Bereitstellung von Eiszeiten für fünf Mannschaften; Förderung der EJK beim Aufbau eines weiteren Seniorenteams („1 b“), damit Amateursportler nach dem Juniorenalter eine Spielmöglichkeit haben.

Quelle: HNA

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