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Das sagen alte Mitspieler zum Abschiedsspiel der drei Huskies-Legenden: „War eine wunderbare Zeit“

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Von: Björn Friedrichs, Pascal Spindler

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Ob er auch am Samstag jubelt? Ex-Husky Braden Pimm, hier mit Mitspieler Austin Wycisk, im Playoff-Halbfinale 2016 gegen Ravensburg.
Ob er auch am Samstag jubelt? Ex-Husky Braden Pimm, hier mit Mitspieler Austin Wycisk, im Playoff-Halbfinale 2016 gegen Ravensburg. © Andreas Fischer

Am Samstag steht das Abschiedsspiel von Manuel Klinge, Michi Christ und Derek Dinger an. Wir haben uns dazu bei den Kanadiern umgehört, die extra anreisen.

Kassel – Braden Pimm ist einer von zahlreichen Ex-Huskies, der am Samstag beim Abschiedsspiel von Manuel Klinge, Michi Christ und Derek Dinger ab 14.30 Uhr auf dem Eis stehen wird. Wir haben vorab mit dem Kanadier, der 2016 mit Kassel Meister in der DEL 2 wurde, gesprochen. Warum er sich geehrt fühlt, dabei zu sein, wie seine Beziehung zu den drei Kasseler Eishockey-Legenden ist und auf welches Duell er sich ganz besonders freut – das verrät er im Interview.

Herr Pimm, was glauben Sie, warum wollten Klinge und Christ Sie unbedingt im Team haben?

Die brauchen ja jemanden in guter Verfassung. (lacht)

Wie fit sind Sie denn noch? Schließlich haben Sie Ihre Profikarriere 2019 beendet.

Ich trainiere nicht mehr so viel und hoffe, dass ich fit genug bin. Mein Selbstvertrauen ist auf jeden Fall hoch, das passt zum Team. (lacht) Aber mal im Ernst: Natürlich war es eine riesige Ehre, als Michi mich gefragt hat, ob ich dabei sein möchte. Ich bin sehr dankbar, mit ehemaligen Mitspielern noch einmal in Kassel auf dem Eis stehen zu dürfen. Viele großartige Erinnerungen werden dann wieder hochkommen.

Welche könnten das sein?

Ach, es gibt so viele. Mit vielen Spielern dort habe ich 2016 die DEL-2-Meisterschaft gewonnen. Wir teilen dieses Band und diese gemeinsame Erinnerung. Aber auch lustige Busfahrten sind im Kopf geblieben. Viele kleine Dinge, die Spaß gemacht haben.

Wie ist Ihr Verhältnis zu Klinge, Christ und Dinger?

Immer wenn ich in Kassel bin, lasse ich sie das wissen, damit wir sprechen und etwas zusammen unternehmen können. Mein Verhältnis zu ihnen ist sehr gut.

Dann hat man Ihnen wahrscheinlich auch schnell verraten, dass Sie am Samstag auf Joe Gibbs treffen werden. Und zwar nicht nur in den Katakomben, sondern auch auf dem Eis.

Es ist echt cool, dass er mitspielt. Ich hoffe, er trifft mich nicht ins Gesicht. (lacht) Mal sehen, wie viel Eiszeit er bekommt, das weiß man ja nicht. Aber es ist natürlich witzig, auf ihn zu treffen.

Was für ein Spiel erwarten Sie sonst?

Wir sind alle Wettkämpfer, natürlich wollen wir gewinnen. Also werde ich alles dafür geben. Ich hoffe, den anderen geht es genauso. Und wenn nicht, dann war es ein lustiges Spiel. (lacht)

Ein Spiel, bei dem Sie auf viele Weggefährten treffen. Wie blicken Sie auf Ihre Zeit in Kassel zurück?

Es war eine wunderbare Zeit. In meinem ersten Jahr haben wir gleich die Meisterschaft geholt. Und jedes Mal, wenn du so etwas gewinnst, schweißt es dich und deine Mitspieler extrem zusammen. Mit Leuten wie Michi, Manu, Markus Keller, Mathias Müller bin ich quasi mein gesamtes Leben durch diesen Erfolg verbunden. Dementsprechend schaue ich mit ganz besonderen Gefühlen auf meine Zeit in Kassel zurück.

Sie sind momentan noch in Ihrer kanadischen Heimat. Wann setzen Sie sich in den Flieger nach Deutschland?

Ich komme am Donnerstag und bleibe bis Montag. Meine Frau ist aktuell schon dort, sie kommt ja aus Deutschland, fliegt am Donnerstag aber wieder zurück nach Kanada. Wir verpassen uns also. Aber ihre Familie ist in der Halle. Das wird ein besonderes Spiel.

Abschiedsspiel live auf HNA.de

Wer es nicht in die Halle schafft, kann die Partie am Samstag ab 14.30 Uhr bei uns live im Radio und im Ticker verfolgen.

Das sagen weitere Spieler, die extra aus Kanada anreisen:

Shawn McNeil, von 2006 bis 2009 bei den Kassel Huskies, bei seiner Verabschiedung.
Shawn McNeil, von 2006 bis 2009 bei den Kassel Huskies, bei seiner Verabschiedung. © Schachtschneider, Dieter

Shawn McNeil: „Das wird ein großer Spaß. Ich hatte in Kassel eine der schönsten Zeiten meines Lebens. Wir hatten beim Aufstieg 2008 eine super Gruppe zusammen mit Jungs zwischen 18 und 40 Jahren, dazu grandiose Fans. Michi und Manu waren damals noch sehr jung. Das Tor von Drew Bannister in der Verlängerung zum Aufstieg schaue ich mir noch immer jedes Jahr an. Wir hätten keine bessere Saison haben können, das Ende war surreal und dramatisch. Ich wollte schon lange mal wieder nach Kassel zurückkommen, jetzt ist die Chance da. Ob ich vom Playoff-Monster 2008 nun zum Abschiedsspiel-Monster werde? (lacht) Da möchte ich die Latte lieber nicht zu hoch legen. Ich lebe inzwischen in Louisiana und arbeite für eine Computerfirma. Gelegentlich stehe ich noch als Jugendtrainer auf dem Eis.“

Austin Wycisk, von 2013 bis 2017 bei den Kassel Huskies, ist ebenfalls am Samstag zu Gast.
Austin Wycisk, von 2013 bis 2017 bei den Kassel Huskies, ist ebenfalls am Samstag zu Gast. © Fischer, Andreas

Austin Wycisk: „Das wird ein großartiges Spiel. Schon 2017 habe ich Manu und Michi gesagt: Sollte es für sie jemals ein Abschiedsspiel geben, dann ruft mich an. Wir werden sehen, wie es nun ausgeht. Ich will definitiv gewinnen. Hugo und Joe sollten auf jeden Fall genau hinschauen. Vielleicht liefere ich ab und dann unterschreibe ich nochmal für ein Jahr in Kassel, kein Problem. (lacht) Ich hatte dort echt eine wunderbare Zeit. Ich erinnere mich besonders an eine Party zu Halloween: Ich habe mich als Rico Rossi verkleidet, kam in die Kabine und die Jungs haben sich totgelacht. Danach gab es schnell Gerüchte, dass ich dafür gefeuert werden könnte. (lacht) Aber es war einfach so witzig. Jetzt zurückzukommen, ist Wahnsinn. Vielen Dank an alle, die dieses Spiel möglich machen. Das ist nicht nur für die drei Jungs was Besonderes.“

Auch Kyle Doyle (2. von rechts), von 2012 bis 2014 bei den Kassel Huskies, ist dabei. Das Bild von 2013 zeigt ihn mit (v.l.) Brad Snetsinger, Artjom Kostyrev, Sven Valenti und Daniel Willaschek. Snetsinger und Valenti sind am Samstag als Trainer und Spieler auch in der Eissporthalle.
Auch Kyle Doyle (2. von rechts), von 2012 bis 2014 bei den Kassel Huskies, ist dabei. Das Bild von 2013 zeigt ihn mit (v.l.) Brad Snetsinger, Artjom Kostyrev, Sven Valenti und Daniel Willaschek. Snetsinger und Valenti sind am Samstag als Trainer und Spieler auch in der Eissporthalle. © Malmus, Pia

Kyle Doyle: „Nach Michis Anfrage habe ich sofort zugesagt. Ich habe so viele schöne Erinnerungen an Kassel, die schönste ist aber wohl der DEL-2-Aufstieg 2014. Michi und Manu waren großartig. Sie waren Mitspieler, die man einfach braucht als Team. Sie waren Anführer auf und neben dem Eis, für sie stand das Team im Vordergrund. Unser Trip nach Mallorca war definitiv ein Highlight. Eine lustige Geschichte über Manu: Er hat mit mir anfangs nur Deutsch gesprochen und zugeschaut, wie ich Probleme damit hatte. Als Brad Snetsinger kam, hörte ich plötzlich, wie er mit ihm fließend Englisch sprach. Wo war das zuvor? (lacht) Ich denke, er wollte mir beim Deutschlernen helfen. Ich freue mich total auf das Wiedersehen.“

Jens Meilleur (links) wusste nicht nur in seiner Zeit bei den Kassel Huskies von 2014 bis 2019 zu überzeugen. Auch modisch machte er auf der Weihnachtsfeier 2018 mit Tyler Gron (Mitte) und Sam Povorozniouk auf sich aufmerksam.
Jens Meilleur (links) wusste nicht nur in seiner Zeit bei den Kassel Huskies von 2014 bis 2019 zu überzeugen. Auch modisch machte er auf der Weihnachtsfeier 2018 mit Tyler Gron (Mitte) und Sam Povorozniouk auf sich aufmerksam. © Schachtschneider, Dieter

Jens Meilleur: „Es ist zwar nur ein kurzer, schneller Besuch in Kassel, aber ich freue mich sehr, dabei zu sein. Es ist lange her, dass ich in der Eissporthalle gespielt habe, ich werde das genießen. Zu den Jungs habe ich eine super Beziehung. Mit Derek habe ich zwar nicht lange zusammengespielt, aber er ist so ein großartiger Typ. Wir hatten viel Spaß zusammen – auch abends in der Stadt. Mit Michi und Manu habe ich länger zusammengespielt. Und auch, wenn wir jetzt wieder in unterschiedlichen Ländern leben, sind sie für mich wie Brüder. Kassel kann sich glücklich schätzen, solch tolle Typen zu haben. Alle drei sind Legenden. Jetzt arbeiten sie für den Klub und ich bin sicher, sie geben dabei weiterhin ihr Bestes.“

Brad Burym, von 2005 bis 2009 bei den Kassel Huskies, hat sich in Nordhessen wie zuhause gefühlt.
Brad Burym, von 2005 bis 2009 bei den Kassel Huskies, hat sich in Nordhessen wie zuhause gefühlt. © Fischer, Andreas

Brad Burym: „Ich freue mich riesig auf das Spektakel, auf die Jungs, auf die Fans. Michi und Manu waren immer super drauf, waren auch abends immer mit unterwegs. Michi war zwar sehr jung, aber eine Stimmungskanone. Ein paar Spiele hatten wir eine lustige Reihe: der Torjäger Shawn McNeil, ich als umgebauter Verteidiger und der Milchbub Michi. (lacht) Ich habe dreieinhalb Jahre in Kassel gespielt, nun lebt meine Familie in Duisburg. Meine Frau ist Flugbegleiterin – wäre ein großer Flughafen in Kassels Nähe gewesen, wären wir geblieben. Aktuell bin ich im Urlaub in Kanada, aber für das Spiel kommen wir früher zurück. Gewinnen wird das Team, das fitter ist. Aber ich bin überhaupt nicht fit, ich mache mir Sorgen (lacht).“

Tickets

Tickets für das Abschiedsspiel der drei Huskies-Legenden gibt es aktuell noch täglich zwischen 16 und 19 Uhr im Fanshop direkt an der Eissporthalle sowie online hier. Das Rahmenprogramm startet am Samstag um 12 Uhr, das Spiel um 14.30 Uhr.

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