Eishockey-Meister mit Hannover, Liebling in Kassel

Trainerlegende Hans Zach: Der Alpenvulkan wird 70

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Nicht mehr so wild wie früher: Die Trainerlegende Hans Zach ist nicht mehr häufig auf dem Eis anzutreffen. Der ab heute 70-Jährige widmet sich mittlerweile anderen Dingen – zum Beispiel dem Fischen in der Isar, wie auf dem Foto zu sehen ist. 

Er steht noch immer morgens um 5.30 Uhr auf, und er macht noch immer auch seinen Mittagsschlaf. Auf dem Eis aber, da ist Hans Zach nur noch höchst selten anzutreffen.

„Ab und zu bin ich mal daheim in Bad Tölz im Eisstadion zu Gast, manchmal auch in München, wenn ich eingeladen werde“, sagt der einstige Eishockey-Bundestrainer (1999 - 2004). „Aber weder hier noch da rede ich mit und den Leuten im Verein schon gar nicht rein.“ Dabei hat er noch immer viel zu sagen - „wenn ich gefragt werde“ - zum deutschen Eishockey. Das wird aus seiner Sicht seit Jahrzehnten viel zu sehr von Ausländern geprägt und „ist trotz der Olympia-Silbermedaille doch nicht weiter als vor 30 Jahren“. Hans Zach ist ruhiger geworden, auch gelassener, geht nun sogar entspannt Pilze suchen mit Ehefrau Slada. Am heutigen Samstag wird er 70 Jahre alt.

Den Ehrentag verbringt das Tölzer Idol mit Familie und Freunden in einem schönen Lokal mit gutem Essen. Zwei Tage nach der Rückkehr aus Curacao von einer Fischerreise mit der Royal Fishing Kinderhilfe. Am liebsten aber ist er unterwegs in seiner wunderschönen Heimat. Beim Fischen in der Isar, auf Bergtouren, zum Treffen auf den Hütten und beim Fischerwirt, mit dem Mountainbike. Aber auch das nicht mehr mit der Wildheit früherer Jahre. Bei einer Stippvisite in Kassel gestand er kürzlich ein, dass er sich bei einer Wanderung im Gebirge jüngst mächtig übernommen und seine Leistungsfähigkeit überschätzt hatte. Zum Glück ist alles gut gegangen. 2017 aber war ein verwegener Mountainbike-Ritt weniger glimpflich verlaufen. „Damals hatte ich einen Schutzengel und bin mit Schädel-Hirn-Trauma, Rippenbruch und einer Schultereckgelenk-Sprengung davon gekommen“, berichtete er den treuen Huskies-Fans.

Glücksbringer: Chef Simon Kimm (Mitte) überrascht 1998 Trainer Hans Zach und Kapitän Jürgen Rumrich (re.) mit getragenen Hufeisen.

Bei denen steht „der Hans“ noch immer hoch im Kurs. Dreimal war er mit den Kasseler Puckjägern ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft eingezogen. „Und 2002 scheiterte meine Vertragsverlängerung nur daran, dass Inhaber Simon Kimm und ich uns nicht einig wurden, ob es ein Jahr oder zwei werden sollten“, sagt er heute rückblickend. Über Köln kam er dann 2006 nach Hannover und beendete dort 2010 seine Trainerlaufbahn standesgemäß mit dem Gewinn der Deutschen Meisterschaft. Im Scorpions-Team standen damals der aktuelle Husky Danny Reiss und seine einstige Kasseler Rasselbande Tino Boos, Thomas Dolak und Niki Mondt sowie Klaus Kathan. Es war Zachs vierter DM-Titel als Trainer nach dreien mit Düsseldorf, dem 2014 noch ein Intermezzo als Interimscoach in Mannheim folgte.

In Hannover: Nach dem DEL-Triumph 2010 mit den Scorpions kann Hans Zach einer Bierdusche von Kapitän Tino Boos nicht entgehen. 

Der gelernte Metzgermeister, medizinische Bademeister und Diplomtrainer ist bis heute der einzige Deutsche als DEL-Meistertrainer. Und er gehört zu den wenigen, die als Coach und Spieler Meister waren. 1982 holte der Stürmer den Titel mit dem SB Rosenheim, wo er 1984 seine aktive Laufbahn nach Stationen in Tölz, beim SC Riessersee, in Berlin und Landshut beendete. Nach 627 Bundesliga-Einsätzen mit 259 Toren und 283 Vorlagen, 80 Länderspielen (16 Tore), fünf WM-Teilnahmen und Olympia-Einsätzen 1980 in Lake Placid.

Es sind die Erinnerungen an den einstigen Alpenvulkan, dessen 2004 erschienene Biografie genau diesen Titel trägt. Obwohl das der einzige „Titel“ war, mit dem Hans Zach nie wirklich glücklich wurde.

Quelle: HNA

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