Eishockey: Kasseler verlieren vor 3237 Zuschauern 1:2 zuhause gegen Straubing

Tigers beißen Huskies

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Ihre Unterstützung half nicht: Huskies-Fans auf dem Heuboden.

Kassel. Geduld ist das Wort dieser Tage im Kasseler Eishockey. Denn nicht nur die Zukunft der Huskies bleibt nach dieser Woche in der Schwebe, auch die Mannschaft stellte ihre Anhänger gestern wieder auf eine harte Probe.

Das Bittere: Diesmal gelang den Schlittenhunden keine erfolgreiche Aufholjagd und nach einem erneuten 0:2-Rückstand auch keine Wende. Beim 1:2 (0:2, 1:0, 0:0) gegen die Straubing Tigers kassierten sie die erste Niederlage nach drei Heimsiegen.

Auch wenn diesmal wieder 3237 Besucher kamen – das erhoffte Signal von Fans und Spielern an Halleninvestor Dennis Rossing und die Sponsoren zum Erhalt der Huskies war das nicht. Dennoch lobte und dankte Rossing den Anhängern nach dem Spiel und versprach übers Hallenmikrofon: „Wir werden alles versuchen, brauchen aber vor allem Eure Treue.“

Die schwören die Huskies-Fans auch gestern mehrfach. Doch diesmal hoffen sie vergeblich auf einen Blitzstart wie beim 7:2 im ersten Duell von Huskies und Tigern, in dem die Nordhessen schon nach wenigen Minuten 3:0 geführt hatten. Denn die durch Verletzungen und einen Magen-Darm-Virus auf 14 Feldspieler dezimierten Gäste verrammeln mit Mann und Maus ihren Kasten, rühren Abwehrbeton an. Mit Erfolg.

Die Gastgeber stürmen zwar couragiert an, finden aber kein Loch im Straubinger Bollwerk. Auch die Daueranfeuerung der Fans vom Heuboden hilft nicht. Schlimmer noch: Sie werden eiskalt erwischt. Denn die Bayern machen im ersten Drittel aus drei Torchancen zwei Treffer und stellen so den Spielverlauf auf den Kopf. Stewart schießt nach einem gewonnenen Bully urplötzlich aus dem Handgelenk, Hausers Fanghand zuckt zu spät hoch und es steht 0:1 (7.). Sechs Minuten später kurvt Peter Flache durch die Kasseler Reihen, unbehelligt von Kramer und Cote, und krönt seinen Bauerntrick zum 0:2 (13.). Effektiver kann ein Team nicht sein.

Im Kasseler Lager bleiben Durchhalteparolen. „You never walk alone“, skandieren die Fans auf der Steilrampe, halten die Stimmung hoch. Bei Hugo Boisverts Flachschuss, den Torwart Bales gerade noch pariert, haben sie den Torschrei auf den Lippen (16.), doch erst nach 36 Minuten dürfen sie wirklich jubeln. Das erste Tor der Huskies erzielt der Mann, der auch den Siegtreffer gegen Hamburg markiert hat: Thomas Holzmann zieht aus dem Halbfeld ab, vorbei an Freund und Feind erwischt er Bales auf dem falschen Fuß.

Der Anschluss ist geschafft, nur noch ein Tor Rückstand für die Kasseler. Und doch bleibt es ein zähes Ringen, Straubing mauert weiter und lässt kaum Chancen der Kasseler zu. Und hat Glück, dass Schlagers Schlenzer nur Sekunden vor der zweiten Pause um wenige Zentimeter am leeren langen Eck vorbeirutscht.

Allmählich nimmt der Verkehr zu vor Bales, die Huskies geben Gas. Und dennoch vermögen sie nicht den unwiderstehlichen Druck zu entfachen wie im Hamburg-Spiel. Weil Soares nach seinem Kanada-Kurztripp müde ist, andere zu Puckverliebt agieren und die Gradlinigkeit fehlt. Kramers Schuss ans Außennetz (43.), ein Bauerntrick Krafts (52.) - mehr kommt nicht.

Auch wenn die Fans am Ende stehend den Ausgleich herbeisingen wollen. Geduld wird eben doch nicht immer belohnt. Tore: 0:1 (6:39) Stewart (Mapletoft, Meloche), 0:2 (12:28) Peter Flache (Schnitzer, Ramsay), 1:2 (35:55) Holzmann (Leavitt, Schlager)

Schiedsrichter: Brüggemann (Iserlohn). Zuschauer: 3237; Strafminuten: Kassel 6, Iserlohn 4.

Von Gerald Schaumburg

Quelle: HNA

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