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Spiel der Huskies findet statt: Rumpfteam gegen Crimmitschau gefordert

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Von: Björn Friedrichs

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Weiß um die Schwere der Aufgabe: Huskies-Verteidiger Oliver Granz (rechts) ist einer der verbleibenden gesunden Spieler, die heute gegen Crimmitschau um Punkte kämpfen. Links: Ravensburgs David Zucker.
Weiß um die Schwere der Aufgabe: Huskies-Verteidiger Oliver Granz (rechts) ist einer der verbleibenden gesunden Spieler, die heute gegen Crimmitschau um Punkte kämpfen. Links: Ravensburgs David Zucker. © Andreas Fischer

Die Überraschung kam am Montagnachmittag: Das Spiel der Kassel Huskies gegen Crimmitschau am Dienstag soll stattfinden. Trainer Tim Kehler hat dann nur ein Rumpfteam zur Verfügung.

Kassel - Erstes Bully im Duell der coronageschwächten Huskies gegen den Tabellennachbarn ist am Dienstag um 19.30 Uhr. Verteidiger Oliver Granz, einer der gesunden Huskies, hat trotz der kniffligen Ausgangslage ein klares Ziel: „Wir wollen das Spiel gewinnen.“

Warum aber konnte die Entscheidung, ob das womöglich mitentscheidende Spiel um eine gute Playoff-Platzierung gegen die Westsachsen stattfindet, nicht schon früher gefällt werden? „Wir haben noch immer nicht alle Ergebnisse der PCR-Tests vom Wochenende. Vereinzelt sind einige Resultate dazugekommen, das war aber insgesamt lange nicht aussagekräftig genug“, sagte Huskies-Sportdirektor Manuel Klinge.

Labore mit Test-Auswertungen ausgelastet

Bekanntermaßen seien die zuständigen Labore aktuell mit den vielen Auswertungen überlastet, „daher machen wir ihnen auch überhaupt keinen Vorwurf“, so Klinge. Die Huskies müssen für die Austragung einer Partie gemäß der DEL-2-Spielordnung neun Feldspieler und einen Torhüter zur Verfügung haben.

Die Akteure, die weder Symptome noch einen positiven Coronatest aufwiesen, waren gestern zu einer Einheit auf dem Eis. „Wir haben versucht, das Training so normal wie möglich zu halten, obwohl wir nur eine sehr kleine Gruppe waren“, sagt Oliver Granz. „Wir haben die Einheit kurz gehalten, das Spiel wird anstrengend genug. Im Training haben wir versucht, das System reinzukriegen“, sagt der 24-jährige. Trainer Tim Kehler weiß um die Schwere der Aufgabe: „Die Vorbereitung auf das Spiel war furchtbar, nichts war planbar. Wir sind jetzt genügend Leute, um anzutreten, und ich hoffe, dass niemand mehr ausfällt.“

Huskies helfen sich untereinander

Das Wochenende sei für alle Beteiligten ziemlich schwierig gewesen. „Es bestand weitestgehend aus Warten auf Ergebnisse, neuen Tests und wieder Warten. Zwischendurch hieß es, die Negativgetesteten könnten aufs Eis gehen, dann haben wir die Kabine aber doch lieber nicht betreten. Wir konnten uns auf nichts so richtig einstellen“, sagt Granz.

Mit den ersten positiven Testergebnissen seien es im Laufe der Stunden und Tage immer mehr geworden. „Wir haben keinen Grund, auf irgendetwas oder -jemanden sauer zu sein. Wir hatten in Kassel bislang viel Glück mit Corona, andere Klubs hatten das nicht“, sagt Kehler.

Granz, der in der vergangenen Spielzeit bereits einmal an Corona erkrankt war, blieb dieses Mal – bislang – unbetroffen. Und in der Not seiner Mitspieler wurde er zum Lieferanten: „Ich und die anderen waren für die Isolierten einkaufen, haben ihnen Lebensmittel gebracht. Vor allem für die Jungs, die alleine in Kassel sind, ist es hart. Da ruft man dann an, fragt, ob man etwas vorbeibringen kann. Das haben sie letzte Saison für mich auch getan.“

Granz erwartet anstrengendes Spiel

Das Spiel heute gegen Crimmitschau findet also statt. Und dass es ein wichtiges ist, zeigt der Blick auf die Tabelle: Der Sechste empfängt den Fünften, ein Punkt trennt Eispiraten und Huskies. „Wir wollen das Spiel auf jeden Fall irgendwie gewinnen, auch wenn es schwerer wird als sonst“, sagt Granz.

Er selbst habe noch nie in so einer dünnen Besetzung ein Pflichtspiel bestritten. „Wir haben bisher nur gegen so arg ausgedünnte Teams gespielt. Ich kann mir aber gut vorstellen, wie anstrengend das wird mit mehr oder weniger als zwei Reihen.“ Ähnlich sieht es auch Kehler: „Wir werden eine sehr kurze Bank haben, aber wenn der Puck auf das Eis fällt, geben wir unser Bestes und wollen gewinnen.“

Von Björn Friedrichs

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