Kasseler Eishockey

Rico Rossi und Hugo Boisvert: Besonderes Wiedersehen

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Ein Bild aus dem Februar, und doch war die Rollenverteilung am Sonntag genauso: Der zufriedene Rico Rossi (links) neben dem skeptisch blickenden Hugo Boisvert. Archivfoto: Andreas Fischer

Das erste Duell des Lehrmeisters gegen den Lehrling ging an Rico Rossi und die Huskies. Dennoch hielt sich die Freude des Kasseler Eishockeytrainers über das bemerkenswerte 8:3 bei den Bietigheim Steelers und seinem langjährigen Assistenten Hugo Boisvert am Sonntag in Grenzen.

„Ich habe mir vor dem Spiel über unser Wiedersehen keine Gedanken gemacht, sondern mich voll auf das Spiel und die Analyse des Gegners konzentriert“, erklärte Rossi am Tag danach.

Dass er drei Jahre lang mit Boisvert den engen Trainerraum in der Kasseler Eissporthalle geteilt hatte – kein Thema. Die gemeinsam errungene Meisterschaft 2016 – ebenso abgehakt wie die schwierige letzte Saison. Auch Hugo Boisvert redet nach diesem denkwürdigen Spiel die Emotionen klein und nimmt kaum Bezug auf den einstigen Weggefährten Rossi. „Natürlich hatte ich mir unser Wiedersehen anders vorgestellt und ich bin von unserem Auftreten und dem Ergebnis sehr enttäuscht“, sagt der Cheftrainer-Novize. „Aber zum einen war es nur ein Spiel in einer langen Saison. Zum anderen haben wir nicht einfach, sondern viel zu kompliziert gespielt. Wir hatten zu viele Fehler. Und wir haben nur ab und zu gezeigt, dass wir eine gute Mannschaft sein können. Nicht über 60 Minuten. Das ist zuwenig und dann passiert solch eine Niederlage schon mal.“

Rossi indes freute sich „für die Jungs über acht Tore in Bietigheim, denn das ist etwas Besonderes“; und über das nötige Glück, „das wir uns erarbeitet haben“. Er war stolz, „dass wir immer die bessere Antwort parat hatten, wenn die Steelers ins Spiel kamen.“ Und: Der Kasseler nahm vor der Pressekonferenz den elf Jahre jüngeren Boisvert herzlich in den Arm, flüsterte ihm etwas ins Ohr und spendete Minuten später unerwarteten Trost: „Wir wissen genau, wie schwer die Saison nach einer Meisterschaft ist. Und unser erstes Heimspiel 2016/17 haben wir auch verloren – 0:8 gegen Bietigheim.“ Nein, er werde nun nicht hergehen, eine Meisterfeier 2019 vorzubereiten. „Aber ich würde eine 3:8-Pleite hinnehmen, wenn wir danach wieder den Titel holen.“

Mit Zientek (2), Sommerfeld und McKnight waren an diesem Sonntag noch drei der Bietigheimer Torschützen von 2016 dabei. Umso mehr grämte sich Boisvert nach Torwart Silo Martinovics Patzer, „dass sich unsere erfahrene Mannschaft von dem unglücklichen 0:1 so aus der Bahn hat werfen lassen“. Das dürfe auch gegen ein starkes Kasseler Team nicht passieren. Boisvert verspricht: Schon am Mittwoch gegen Spitzenreiter Weißwasser werden seine Steelers diesem Rückschritt und der dritten Niederlage in Folge eine Trotzreaktion folgen lassen.

Morgen kommt Ravensburg

Den Huskies und Trainer Rossi soll es recht sein. Denn die Kasseler haben dann im Verfolgerduell mit Ravensburg (17 Uhr, Eissporthalle) die Chance, nah an Weißwasser heranzukommen. Der Spielplan der Huskies in der Übersicht.

Die Rekordsiege der Huskies

Klar, ein 8:3 beim Meister in Bietigheim ist ein besonderer Triumph – aber längst kein Rekordsieg der Huskies. Hier die höchsten Kasseler Erfolge der vergangenen vier Zweitliga-Jahre:

Heimspiele: 14:2 Crimmitschau (15.1.2016) 8:2 Crimmitschau (7.12.2014) 7:0 Crimmitschau (3.12.2017) 7:0 Kaufberuen (29.11.1015)

Auswärtsspiele: 9:0 Freiburg (30.12.2015) 8:1 Frankfurt (18.3.2016) 7:1 Dresden (3.11.2017) 7:1 Kaufbeuren (26.12.2015) 7:1 Heilbronn (8.2.2015)

Quelle: HNA

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