Die Huskies beantworten die Frage der Ehre mit einem Sieg der Kampfkraft

Richtige Antwort gegeben

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Zwei Hauptakteure des Spiels in Aktion: Der Kasseler Stürmer Josh Soares (links) und der überragende Mannheimer Goalie Fred Brathwaite im Kampf um den Puck. 

Kassel. Eishockey-Trainer sagen solche Sätze oft. „Ich bin stolz auf meine Mannschaft.“ Auch Stéphane Richer hat diesen Satz am Dienstag Abend gesagt.

Selten aber schienen dem Coach der Kassel Huskies diese Worte so wichtig zu sein wie nach dem 4:3-Erfolg seiner Mannschaft in der Verlängerung gegen die Adler Mannheim.

Selten war es ihm so wichtig damit wie nach diesem Triumph des Willens einer Mannschaft, die nach den sportlichen Rückschlägen des Wochenendes auch noch ohne fünf Spieler auskommen musste. Richer sagte also: „Das war unglaublich. Die Jungs haben ohne Ende gekämpft. Wenn du das siehst als Trainer, dann bist du einfach nur sehr, sehr stolz.“ Und im Überschwang des Sieges versprach er: „Diese Jungs werden immer für die Huskies kämpfen.“

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Was Richer nicht sagte, wohl aber so empfunden haben wird: Es war auch für ihn persönlich ein sehr wohltuender Erfolg. Nach den Niederlagen gegen Straubing und in Augsburg, die die Mannschaft im Rennen um die Playoffs aussichtslos zurückgeworfen haben, waren bereits Stimmen aufgekommen, die fragten, ob der Trainer angesichts des feststehenden Wechsels nach Hamburg („Nur als Sportdirektor, nicht als Trainer“, so Richer) die Mannschaft noch erreiche.

„Ich habe meine Meinung gesagt, und die Mannschaft hat reagiert. Ich habe die Frage der Ehre gestellt und die richtige Antwort bekommen“, erklärte Richer. Der konnte sich vor allem auch darüber freuen, dass sein Team sich diesmal durch nichts von seinem Weg abbringen ließ. Nicht vom frühen Mannheimer Führungstor, nicht vom Ausgleich im Mitteldrittel und auch nicht vom unverdienten 3:3 fünf Minuten vor Spielende.

Die Huskies spielten einfach druckvoll weiter, sie wollren unbedingt diesen Sieg. Und auch wenn es schade war, dass die Latte beim Schuss des überragenden Josh Soares kurz vor Schluss einen Dreier verhinderte, so waren zwei Punkte nach Damons Siegtor der hochverdiente Lohn für diesen unbändigen Willen.

Von dem profitierte vor allem auch der Mann, der erstmals ein komplettes Spiel auf eigenem Eis absolvierte. Der Einsatz von Torhüter Stephen Ritter (siehe Interview) sorgte dafür, dass seine Vorderleute sich richtig ins Zeug legten. Auch Ritter selbst zeigte einen durchaus überzeugenden Auftritt.

Bester Spieler auf dem Eis aber war der zweifache Torschütze Josh Soares. Der Stürmer hatte hinterher ein ganz einfaches Erfolgsrezept als Erklärung parat. „Ich habe in den letzten Tagen unglaublich viel geschlafen“, sagte er.

Für die übrigen Huskies ergibt sich so - erst recht nach der kraftraubenden Partie gegen Mannheim - vor den nächsten Aufgaben in Berlin am Freitag und gegen Ingolstadt am Sonntag vielleicht ein völlig neues Vorbereitungsprogramm: Einfach ausschlafen. Dann klappt es auch mit dem Toreschießen.

Von Frank Ziemke

Quelle: HNA

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