Trainer nimmt Mannschaft gegen Mannheim in die Pflicht: Sie ist heute am Zug

Richer: „Frage der Ehre“

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Die Blicke des Trainerduos sprechen Bände: Stéphane Richer und Fabian Dahlem (von links) sind entsetzt über den mangelnden Lernprozess der Huskies-Spieler. Foto:  Fischer

Kassel/Augsburg. Dennis Rossing setzte am Mittwoch das erste Signal zur Rettung des Kasseler Eishockeys. Am Freitag waren es erneut die Fans, die das Staffelholz übernahmen und für super Stimmung sorgten.

Am Sonntag dann war Rossing überraschend auch beim Huskies-Gastspiel in Augsburg vor Ort und dokumentierte so seine Verbundenheit.

Bei der Mannschaft aber kamen all die Zeichen nicht an: Sie verlor nach dem 1:2 gegen Straubing auch das zweite Sechs-Punkte-Spiel bei den Panthern mit 3:5. Schlimmer noch: Zwei Tage vor dem Heimspiel gegen Ex-Meister Adler Mannheim (heute, 19.30 Uhr, Eissporthalle) brachte sich das Team mit drei Gegentreffern binnen 61 Sekunden um den Lohn aller Mühen.

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„Das ist uns jetzt zum vierten Mal in dieser Saison passiert“, rechnet Stéphane Richer vor, „wir haben einen Blackout und sind plötzlich nicht mehr präsent.“ Die Mannschaft, die sich im ersten Drittel und dann auch wieder nach der Wende zum 1:5 (30.) insgesamt 52 Minuten lang als unangenehmer, kompromissloser und hart am Mann stehender Gegner präsentierte, schaute dem Treiben der Augsburger Puppenkiste nur noch zu.

Und, wieder einmal, wurde Torsteher Adam Hauser Opfer seiner Nervenschwäche und Unbeweglichkeit. Vor dem Spiel hatte er, mit Tunnelblick noch fokussiert aufs Spiel, dem WM-Maskottchen „Urmel“ versehentlich den Schläger aus der Hand gerissen. Nun machte er nach dem fünften Gegentor in acht Minuten Platz für Stephen Ritter, der fortan tadellos hielt.

„Es ist immer das Gleiche - die gleichen Fehler, die gleichen Leute“, haderte Richer mit den Geschenken seiner Mannen. Hauser, der defensiv nicht DEL-taugliche Card, Danner, der den Ausfall des verletzten Schmidt nicht kompensieren kann - es sind mentale Schwächen der Huskies, die ihnen die Punkte kosten. Denn Augsburg hat nicht gewonnen - Kassel hat verloren.

Straubing hat’s vorgemacht

„Straubing hatte uns vorgemacht, wie man auswärts erfolgreich ist - mit konsequenter, kompakter Defensive“, sagt Richer. 20 Minuten lang können das seine Schützlinge in Augsburg auch. „Dann besprechen wir das zweite Drittel, rüsten uns für einen Ansturm der Panther, wollen gegenhalten. Die Jungs nicken, alles klar, Trainer, und haben auf dem Eis doch alles schon wieder vergessen“, beschreibt Richer seine Ratlosigkeit angesichts des fehlenden Lernprozesses.

„Egal, wer an der Bande steht: Der beste Trainer der Welt kann nicht selbst die Tore schießen oder in der Abwehr die Zweikämpfe gewinnen“, sagt Richer. Und die Zeit ist vorbei, dass er sich schützend vor seine Spieler stellte.

„Sie wissen, dass das Kommen von Herrn Rossing nach Augsburg ein positives Signal an sie ist: Jungs, wir wollen mit euch weitermachen. Aber nicht einmal das kommt bei ihnen an. Das verstehe ich nicht. Es geht für sie doch um neue Verträge - in Kassel oder sonstwo. Aber sie begreifen nicht, dass sie nun endlich am Zug sind, sich zu beweisen.“

Der Trainer weiß, dass seine Position nun zunehmend in Frage gestellt wird. Daher lässt er keine Zweifel zu: „Das Heimspiel gegen Mannheim zu gewinnen ist eine Frage der Ehre! Es gibt keine Ausreden mehr.“ Personelle Alternativen allerdings hat er nicht, braucht auch die Spieler, die eigentlich eine Denkpause nötig hätten. Denn Holzmann und Heinrich, die schon in Augsburg fehlten, sind erkrankt. Sleigher ist gesperrt, nachdem er beim Torschuss einen Rivalen mit dem Schläger am Kopf getroffen hat. Schiri Looker, der zuvor schon das vermeintliche 2:3 (24.) von Soares mit rätselhafter Begründung nicht anerkannte, wertete diese Aktion nicht als Unfall, sondern als Foul.

Von Michael Klein und Gerald Schaumburg

Quelle: HNA

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