Talfahrt geht weiter

Pleite auch gegen Bayreuth: Kassel Huskies sind nun Tabellenletzter

Goalie Timo Herden (von links), Fabrizio Pilu, Husky Dustin Reich und Frederik Cabana kämpfen um den Puck
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Ordentlich was los vorm Bayreuther Tor: Goalie Timo Herden (von links), Fabrizio Pilu, Husky Dustin Reich und Frederik Cabana kämpfen um den Puck.

Die Talfahrt der Huskies geht ungebremst weiter. Nach einem schwachen und an Harmlosigkeit schwer zu überbietendem Auftritt verlieren die Kasseler auch das Kellerduell gegen die Bayreuth Tigers.

Kassel – Und Höchststrafe: Beim 0:3 (0:0, 0:1, 0:2) schießen die Gastgeber nicht einmal ein Tor - und stürzen mit dieser Pleite ans Tabellenende.

Klar, wenn der Vorletzte auf den Drittletzten trifft, dann erwarten die Zuschauer kein Feuerwerk. Aber sie hoffen. Darauf, dass der Knoten platzt. Dass ihre Huskies endlich ein wenig an Leistungen des Vorjahres anknüpfen können. Dann laufen die ersten zehn Minuten. Und es passiert? Nahezu nichts. Vermutlich bietet die Freitagabend-Komödie in der ARD mehr Spannungsmomente als das Kasseler Angriffsspiel schon in der Anfangsphase (hier gibt‘s den Ticker zum Nachlesen). Allein am Fehlen des angeschlagenen Lukas Laub kann das nicht liegen. Inmitten der Kasseler Behäbigkeit ist das einzig Positive, dass die Gäste bei Chancen von Lukas Rubanik, Daniel Stiefenhofer und Dani Bindels noch nicht in Führung gehen.

Erst zwei gute Chancen von Dustin Reich in der 14. Minute ändern das düstere Bild. Okay, es folgt erst eine weitere schwache Überzahl, aber dann kommt Schwung in die Aktionen. Dann gibt es bis zur ersten Sirene tatsächlich gute Chancen. Aber es zeigt sich auch, warum die Huskies derzeit die schwächste Offensive der Liga stellen. Corey Trivino schießt frei am Tor vorbei. Timo Gams scheitert aus der Nahdistanz an Timo Herden. Und Bayreuths Torhüter pariert auch Eric Valentins Schuss (19.).

Keine Tore also im ersten Drittel. Keine für Kassel auch im zweiten. Es ist nicht so, dass den Gastgebern abzusprechen wäre, dass sie sich bemühen. Phasenweise setzten sie sich fest im Bayreuther Verteidigungsdrittel. Auch die Fans zeigen lange Geduld. Als 33. Minuten gespielt sind, erheben sie sich von den Sitzen: „Steht auf, wenn ihr Huskies seid!“

Das Problem: Es ist wie im Arbeitszeugnis. Wenn da steht „hat sich bemüht“, dann ist das nicht wirklich gut. Herdens Tor ist selten richtig in Gefahr. Da muss Jerry Kuhn schon häufiger Glanztaten auspacken bei Kontern der Gäste. Aber in der 35. Minute ist auch Kassels Torhüter machtlos. Wieder ein Konter, diesmal ziehtTobias Meier zentral ab, die Scheibe landet im Winkel.

„Wir woll´n die Huskies seh´n“, schallt es nun von den Rängen. Die haben auch noch ein, zwei Chancen auf den Ausgleich, müssen im Schlussdrittel aber einem Rückstand hinterherlaufen.

Und klar, das Selbstbewusstsein macht keine Luftsprünge in dieser Situation. Immerhin: Jake Weidner gibt nach sieben Sekunden den ersten Schuss ab. Und nach 90 Sekunden will der Torjubel schon ausbrechen, als Jamie MacQueen dicht vor dem Tor abzieht. Aber irgendwie bekommt Herden noch eine Hand an die Scheibe. Wenn nichts läuft, dann gehen auch solche Chancen nicht rein.

Danach nimmt das Unheil endgültig seinen Lauf. Die Tigers kontern. Die Tigers treffen. Die Tigers machen die nächste Pleite der Huskies in nur 70 Sekunden perfekt. Zunächst drischt Luke Pither die Scheibe in die Maschen (46.), dann zeigt noch einmal Meier die Entschlossenheit, die den Kasselern fehlt (47.). 0:3! Nun hat auch die Geduld der Fans ein Ende. „Wir woll´n euch kämpfen seh´n!“ Und immer lauter: „Wir haben die Schnauze voll.“

Die Stimmung ist am Tiefpunkt. Am Sonntag sind die Huskies spielfrei. Auf die Spieler und ihren Trainer Tim Kehler wartet trotzden viel Arbeit.

SR: Becker/Janssen, Z: 2409, Tore: 0:1 (34:55) Meier (Schumacher, Ribarik), 0:2 (45:14) Pither (Ribarik, Kolozvary), 0:3 (46:24) Meier ( Schumacher , Pruden), Strafminuten: Kassel 6 - Bayreuth 4. (Frank Ziemke)

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