Viel Grund für Ärger

Nach der Niederlage in Frankfurt war Huskies-Trainer Rossi mächtig angefressen

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Enttäuschung und Ärger nach der Niederlage in Frankfurt: Kassels Trainer Rico Rossi. 

Frankfurt. Diese Niederlage hatte Spuren hinterlassen. Das war deutlich zu sehen, als Huskies-Trainer Rico Rossi zur Pressekonferenz kam.

Zum zweiten Mal. Als er das erste Mal erschienen war, 25 Minuten nach dem bitteren 2:5 (1:1, 1:4. 0:0) im Derby bei den Löwen Frankfurt, da hatte sich noch kein Offizieller der Gastgeber blicken lassen. Rossi war sauer zurück in die Kabine gestürmt, in der seine Spieler die bittersten sechs Minuten der jüngeren Kasseler Eishockey-Geschichte verdauen mussten. Es gab ja auch jede Menge Grund für Ärger bei den Huskies. Über

... SCHLIMME SECHS MINUTEN

Es war am Freitag ja anfangs ein gelungenes Auswärtsspiel für die Kasseler, die nach 24 Minuten 2:1 führten. Adriano Carciola und Matt Neal trafen. Dann aber ging alles schief. Als Andy Reiss eine Spieldauerstrafe für einen harten Check gegen Nicolas Cornett kassierte, da brachen die Huskies auseinander. Fünf Minuten Unterzahl und direkt im Anschluss zwei weitere nach einer Strafe gegen Tyler Gron – sie wurden zum Desaster. In sechs Minuten kassierten die Gäste vier Tore gegen entfesselt aufspielende Frankfurter, die Kassel so durcheinanderrüttelten, dass Torhüter Marcel Melicercik trotz der Gegentore bester Spieler seines Teams wurde.

„Wir haben nie eine Linie gefunden in Unterzahl“, sagte Rossi. Der Trainer hatte zwischenzeitlich überlegt, eine Auszeit zu nehmen, später meinte er: „Es wäre im Nachhinein besser gewesen, ich hätte das getan.“ Vor allem aber ärgerte er sich, „dass wir in sechs Minuten verlieren, obwohl wir im ersten Drittel und über weite Strecken auch im dritten besser waren.“

... STRITTIGE SITUATIONEN

Rossi äußert sich selten zu Schiedsrichtern. Erklärte auch diesmal, dass Reiss in der Tat einen harten Check gefahren habe. Trotzdem gab es in der Phase des Untergangs zwei strittige Situationen. Die Strafe gegen Gron, die das fünfte Löwen-Tor zur Folge hatte, sorgte selbst bei vielen Frankfurtern für Kopfschütteln.

Schlimmer aber: Dem 2:2 durch Lewandowski ging ein klares Beinstellen gegen Jace Hennig voraus. „Das muss einfach gepfiffen werden. Dann hätten wir nicht fünf, sondern nur drei Minuten Überzahl gehabt“, ärgerte sich Rossi. Wobei das am Respekt vor Frankfurts starker Überzahl nichts ändert.

... SCHLECHTE GASTGEBER

Die Sache mit der Pressekonferenz war das eine. Als sie um 22.27 Uhr endlich begann, schimpfte Rossi: „Wir haben Besseres zu tun als hier zu warten.“ Weit schlimmer allerdings waren die Beleidigungen von Löwen-Boss Stefan Krämer gegen den Ex-Frankfurter Richie Mueller. In der Bild-Zeitung bezeichnete Krämer den Huskies-Stürmer als „verdammten Lügner“ und verstieg sich zu der Aussage: „Wir sehen uns in der Eisporthalle. Du wirst Spaß haben.“

Zum Glück nahmen weder die Spieler noch die Löwen-Fans diese Hetze auf. Klar, es gab gellende Pfiffe gegen Mueller. Aber das ist nachvollziehbar und blieb absolut im Rahmen. Die Huskies werden dann auch kein Fass aufmachen. Pressesprecher Christoph Steinbach: „Wir sind verwundert, dass das ohne Not so hochgekocht wird. Aber damit lassen wir es dann auch gut sein.“

Das Spiel gegen die Tölzer Löwen live auf HNA.de

Die Kassel Huskies empfangen am Sonntag in der heimischen Eissporthalle die Tölzer Löwen. Wir übertragen die Partie live im Ticker und im Radio.

Quelle: HNA

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